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Gründerszene DB

Wie bist du persönlich zum Entrepreneurship gekommen?

Das ging Schritt für Schritt. In der 6. Klasse war ich das erste Mal unternehmerisch tätig. Da es in einem sehr heißer Sommer war und kein Eis in der Schule gab, hatte ich die Idee, immer in der großen Pause zum Supermarkt um die Ecke zu laufen und mir dort zwei Gefrierbeutel mit Wassereisstangen (10 Stück für 50 Pfennig) zu füllen. Damit bin ich dann über den Schulhof gelaufen und durch die Klassen um hab das Eis meine Mitschülern für 50 Pfennig pro Stück angeboten. Damals habe ich das aber nicht als unternehmerische Tätigkeit gesehen, es hat mir einfach nur Spaß gemacht.

Später habe ich einen Verlag für Lernhilfen gegründet, eine Eventmanagementfirma betrieben, Repetitorien organisiert, ein Webstartup gegründet und vieles weiteres. Zugegeben sind die einige Dinge auch gescheitert. Man macht immer Fehler, wenn man etwas zum ersten Mal macht. Man lernt es aber nur daraus.



Was ist dein persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Früher habe ich mich auch politisch engagiert. So war ich mit 18 Jahren Mitglied im Bauausschuss meiner Gemeinde. Es hat mich allerdings unglaublich frustriert, dass sich alle den Hintern platt gesessen haben und nur diskutierten. Man hat sich immer auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt. Es fehlte jede Form von effizientem Handeln.

Als Unternehmer bist du ganz schnell weg vom Fenster, wenn du zu langsam, zu faul oder so unkreativ bist. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass den Fleißigen und Kreativen alle Türen offen stehen.



Dein aktuelles Projekt ist App8. Was hat es damit auf sich und wie können andere Gründer davon profitieren?

Unsere Firma App8 ermöglicht es Unternehmen, indische Entwickler über uns als Fernpersonal einzustellen. Das bedeutet:

Der Kunde teilt uns mit, was für einen Entwickler er benötigt. Wir suchen in Indien nach passenden Kandidaten und arrangieren ein telefonisches Interview zwischen Entwickler und unserem Kunden. Entscheidet er sich für einen Entwickler (oder mehrere), stellen wir ihn in Indien ein und stellen ihm einen Arbeitsplatz mit der nötigen Infrastruktur zur Verfügung. Der Entwickler arbeitet von dort aus für das deutsche Unternehmen.

Die Projektsteuerung und Koordination des Arbeitseinsatzes erfolgt durch den Kunden. Die Zusammenarbeit des Kunden mit dem Entwickler erfolgt über Telefon, E-Mail, Internet (Skype). Die Arbeitszeiten entsprechen den deutschen Bürozeiten: 09 Uhr bis 17 Uhr.

Unser Preis variiert natürlich und hängt vor allem von den Gehaltserwartungen und dem Erfahrungsschatz des Entwicklers ab. Einen Entwickler kostet durchschnittlich 1.500€ pro Monat.

Für Gründer bedeutet das, dass sie mit realtiv wenig Geld viel entwickeln können.



Hast du Partner dabei oder machst du das alleine?

Ja, ich habe auf dem Eigenkapitalforum in Stuttgart Felix kennen gelernt. Er ist durch und durch Unternehmer und hat bereits im Studium schon mehrere Unternehmen gegründet. Unter anderem ein Hardware-Unternehmen, dessen Produkte schon mit Artikeln in nahe zu jedem deutschen Lifestylemagazin erwähnt worden sind.



Wie finanzierst du diese Unternehmung?

Wir haben unser Unternehmen über Bootstrapping finanziert. Kann ich nur empfehlen!

Was das Gebiet Kapitalbedarf angeht, sollte jedem klar sein, dass man immer eigenes Geld reinstecken muss. Selbst wenn man mit VCs arbeiten möchte, wird man diese in der Regel nur überzeugen können, wenn das Produkt schon steht und profitabel ist. Eine Ausnahme bildet dabei natürlich staatliches Geld, wie Exist (12monatiges Stipendium). Das ist ja auch der Grund weshalb man sagt, dass die meisten Unternehmen im ersten Jahr scheitern, die meisten existgeförderten Unternehmen im zweiten Jahr scheitern .



Wo findet man dich im Internet?


http://www.app8.de



Welchen Rat würdest du einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Gründlich über das Konzept nachdenken. Wenn das Konzept steht, dann direkt anfangen.



Kannst du ein Buch oder eine Website empfehlen?

The World is Flat von L.Thomas Friedman

Ist ein sehr gutes Buch über Globalisierung.




Vielen Dank für das interessante Interview.

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