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Gründerszene DB

Monats-Archive: Februar 2010

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Entrepreneurship ist mehr als nur die wissenschaftliche Lehre zur Unternehmensgründung. Es geht vielmehr um das aktive Entwickeln von Unternehmergeist, die Ausbildung von Unternehmern und qualifizierten Teams, dem Identifizieren von guten Gründungsideen und nicht zu letzt um die Ausarbeitung von tragfähigen Unternehmenskonzepten. Entrepreneurship liefert somit ein Fundament für erfolgreiches Gründen. Gerade für High-Tech Gründungen mit Ihren hohen Anforderungen aufgrund ihrer Komplexität, Risiken und Kapitalbedarf, aber auch starken Potenzialen und Chancen ist Entrepreneurship bzw. Unternehmertum unverzichtbar.



Wie lange gibt es den High-Tech Gründerfonds schon?

Der High-Tech Gründerfonds wurde 2005 vom Bund und deutschen Industrie-Unternehmen gegründet und verfügt über ein Fondsvolumen von rund 272 Mio. Euro. Investoren der Public-Private- Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die sechs Industriekonzerne BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch, Daimler und Carl Zeiss.



An welcher Art von Unternehmungen beteiligt sich der Fonds?

Wir konzentrieren uns auf die Finanzierung von aussichtsreichen und forschungsbasierten Technologie-Unternehmen, die ihre vielversprechenden Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Im Mittelpunkt stehen Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Spin-offs aus bestehenden Unternehmen, die sehr ausgeprägtes technologisches Wissen mitbringen. Die Jungunternehmen dürfen nicht älter als ein Jahr sein und müssen die Kleinunternehmen-Definition der Europäischen Kommission erfüllen. Der Fonds investiert ausschließlich in Deutschland.



Wie viele Beteiligungen ist der Fonds schon eingegangen?

Seit der Gründung im Jahr 2005 konnten wir insgesamt mehr als 170 Beteiligungen über alle Branchen eingehen.



Was muss ein Gründer tun, um eine Beteiligung zu erhalten?

Das ist sehr simpel: Wenn der Gründer der Meinung ist, unserem Technologiefokus zu entsprechen, sendet er seinen ausgereiften Business Plan an uns. In einem sehr standardisierten – und daher auch schnellen – Prozess schaffen wir uns ein erstes Meinungsbild. Sollte dieses positiv ausfallen, so erhält der Gründer ein sogenanntes Term Sheet mit dem wir die due diligence, also den Prüfprozess einer Beteiligung einläuten. Sollte der Business Plan nicht unseren Investmentfokus treffen, so erhält der Gründer ebenfalls ein qualifiziertes Feedback, wo wir die Schwachstellen im Gründungskonzept sehen.
Ist das Ergebnis der due diligence positiv, entscheidet ein extern besetztes Investitions-Komitee final über den Eingang der Beteiligung.
Gründern, die noch keinen finalen Business Plan haben, steht unser engmaschiges Netzwerk an akkreditierten Coaches zur Verfügung. Die Coaches kennen die Investmentkriterien des High-Tech Gründerfonds sowie unsere internen Prüfprozesse. Gemeinsam mit dem Gründer bereiten Sie die Unterlagen (Business Plan, Executive Summary etc.) auf und reichen diese gemeinsam bei uns ein.



Was zeichnet einen Coach aus und wie viele gibt es davon in Berlin?

Unsere akkreditierten Coaches verfügen über eine hohe Expertise und belastbare Netzwerke. Die meisten von ihnen haben eigene unternehmerische Erfahrungen gesammelt und können die Gründer somit in strategischen Fragen nach vorne bringen. Andere Coaches beschäftigen sich seit Jahren ausschließlich mit der Betreuung junger Unternehmen und unterstützen diese vor allem bei der Entwicklung der Geschäftsidee und der Einwerbung von Finanzierung. Zudem beteiligen sich viele Coaches an den Unternehmen, die sie beraten und verzichten dafür auf die Auszahlung ihrer Honorare.
In Berlin arbeiten wir derzeit mit sieben Coaches bzw. Coaching-Unternehmen erfolgreich zusammen. Wichtiger regionaler Partner ist zudem der Business Angels Club Berlin-Brandenburg e.V. Im Coach-Finder auf unserer Webseite findet jeder Gründer exakt den Coach, den er für sein Unternehmen braucht.



Wie lange dauert es typischerweise so eine Beteiligung?

Prüfprozess (due diligence): Sechs Wochen bis drei Monate.
Haltedauer: Bis zu sieben Jahren



Wie sind die Konditionen des High-Tech Gründerfonds?

Der Gründer erhält bis zu 500.000 Euro in einer ersten Finanzierungsrunde. Dabei erwerben wir 15 Prozent der Gesellschaftsanteile zu nominal und stellen ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen mit Wandlungsoption zur Verfügung. Das Darlehen hat zwar eine Laufzeit von 7 Jahren, unser Beteiligungskonzept sieht aber vor, dass das Nachrangdarlehen in anschließenden Finanzierungsrunden in Eigenkapital gewandelt wird. Dabei verwenden wir es als Wandlungsmasse, um Verwässerungseffekte durch den Beitritt neuer Gesellschafter zu kompensieren.
Zusätzlich legt der Fonds weitere 500.000 Euro für Anschlussfinanzierungen für den Unternehmer zurück.
Der High-Tech Gründerfonds erwartet einen Eigenanteil der Gründer zur Seedfinanzierung von in Höhe von 20 Prozent (10 Prozent in den neuen Bundesländern inkl. Berlin) der High-Tech Gründerfonds Beteiligungssumme. Die Hälfte davon können sogenannten Side- Investoren (Business Angels, regionale Seedfonds,VC’s, Beteiligungsgesellschaften etc. ) stellen. Letztere können sich mit insgesamt bis zu 200 TEUR an der Frühphasenfinanzierung zusammen mit dem High-Tech Gründerfonds beteiligen.



Wie sieht dann eine typische weitere Finanzierungsrunde oder ein Exit aus?

Sieht das Finanzierungskonzept vor, nach Erreichen bestimmter Meilensteine (z.B. die Serienreife oder den Markteintritt) weitere Finanzierungsrunden zu akquirieren, so wird der High-Tech Gründerfonds die Verwässerung seiner Anteile durch Teil-Wandlung seines Nachrangdarlehens kompensieren. Gelingt es dem Gründer in der Start-Up Phase mit den Mitteln des High-Tech Gründerfonds Werte zu generieren und damit eine hohe Bewertung des Unternehmens in Folgerunden zu erzielen, dann müssen wir große Teile des Nachrangdarlehens wandeln.
Der High-Tech Gründerfonds kann sich zudem mit weiteren 500 TEUR an Folgerunden gemeinsam mit neuen Investoren beteiligen.



Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Nähere Informationen gerne unter www.high-tech-gruenderfonds.de



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Zahlreiche Partner (Förderprogramme, Kapitalgeber, Business-Plan-Wettbewerbe, Fondsinvestoren, Coaches, Netzwerke usw.) finden Sie auf unserer Website.



Vielen Dank für dieses Interview.




Dr. Michael Brandkamp, geboren am 24. August 1964, ist seit August 2005 Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds. Zuvor war er von 2004 bis August 2005 Abteilungsdirektor für Innovationsfinanzierungen und Beteiligungen in der KfW Bankengruppe. Seit 1997 ist er im Beteiligungsgeschäft tätig: zunächst als Investmentmanager und von 2001 bis Ende 2003 als stv. Geschäftsführer der tbg Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH. In den Jahren 1999 bis Anfang 2005 leitete er das Berliner Büro der tbg. Er studierte Volkswirtschaft an den Universitäten Münster, Nairobi und Bonn und promovierte an der Technischen Universität Freiberg (Sachsen) am Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Innovationsforschung.




Business Plans That Work: A Guide for Small Business
von Jeffry A. Timmons, Andrew Zacharakis, Stephen Spinelli
128 Seiten
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Dieses Buch behandelt das Thema des Business Planens. Also genau genommen wird das Outline des Businessplans vorgestellt. Wie man genau zu den finanziellen Projektionen kommt oder was sie bedeuten, wird nicht erklärt. Das ganze Buch hindurch wird das Beispiel von “FireFly Toys” genommen und jeder Teil des Businessplans daran demonstriert. Bei dieser Firma handelt es sich um eine Unternehmung aus der therapeutical Toys Umfeld. Zum Schluss wird noch im Anhang ein kondensierter Businessplan einer medizinischen Unternehmung gegeben.

Das Timmonsmodell des Entrepreneurship, das so beworben wird, ist nach diesem Buch nur eine Grafik von Opportunity, Resources und Team, dass der Leadentrepreneur balanciert. Nicht sehr beeindruckend oder Einsichten-auslösend.

Insgesamt habe ich schon bessere Werke zum Thema gelesen. Leider hat mich dieses Buch ein wenig enttäuscht, soll es doch von einigen der besten Minds in Amerika geschrieben sein.

Fazit: durchwachsen




Don’t Just Roll the Dice – A Usefully Short Guide to Software Pricing
von Neil Davidson
84 Seiten
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Dieses Buch behandelt genau das, was der Titel verspricht. Auf den 84 Seiten wird eine Abhandlung über die Preisgestaltung von Softwareprodukten gegeben. So ziemlich alle wichtigen Aspekte, die mir bekannt sind, wurden erwähnt. Leider brachte mir das Buch nicht viel Neues. Aber wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzen muss, dann ist das Buch guter Lesestoff.

Hier kann man das freie eBook runterladen.

Fazit: genug Content für lau




Done Deals: Venture Capitalists Tell Their Stories
von Udayan Gupta (Herausgeber)
448 Seiten
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In diesem Werk werden 35 Venture Capitalists vorgestellt. Das Buch ist in die Teile Fast Forward, Beginnings, West Coast, East Coast und Visions eingeteilt. Soviel zu der Statistik.

In den Artikeln kommen die VCs zu Wort, wenn auch wahrscheinlich von Gupta ein wenig redirigiert. Trotzdem ist es kein angenehmer Lesefluss, aber es kommt ja auf Inhalt an. Wenn man an ihrer persönlichen Geschichte – sowohl wie sie zum Venture Capital gekommen sind, als auch ihre besten Deals – interessiert ist, dann kommt man hier auf seine Kosten. Weniger erfährt man darüber, warum genau diese Deals abgeschlossen wurden. Ich fand die anderen bisher vorgestellten Bücher über Geschichten aus der Szene interessanter zu lesen.

Fazit: nicht für jeden was




Stars des Internets: Erfolgreiche Web-Unternehmer und ihre Geschichte
von Torsten Oelke
208 Seiten
Amazon-Link


Dieses Buch berichtet aus der Internetszene Deutschlands und allgemeiner der EU. Mit Craig Newmark ist auch ein amerikanischer Gründer mit dabei. Allgemein wird die Nach-Internet-Blase Zeit behandelt. Die zweite oder dritte Welle der Internetgründungen hier in Deutschland.

Als durchgängiges Thema zeigen sich die durch vorherige Exits zu Kapital gekommenen Gründer als zukünftige Investoren – Business Angel. Seien es nun die Samwer Brüder oder Lukasz Gadowski, die ihre Investitionstätigkeiten in Firmen organisieren.

Das Buch ist ein leichter Lesestoff und es macht Spass die Geschichten der so vielen erfolgreichen Gründungen und Beteiligungen zu verfolgen. Wiederkehrendes Motiv hierbei ist die geographische Losgelöstheit der meisten Unternehmungen, was kein Wunder ist in Zeiten der Globalisierung. Damit meine ich, dass die Gründer zwar in Deutschland ansässig sind, aber in GB Kapital aufnehmen und in Silicon Valley unterwegs sind. Ein wahrhaft globales Dorf. Sehr aufregend.

Das Buch macht Spass und Lust selber aktiv zu werden.

Fazit: emfehlenswerte Geschichten aus der Szene

Letztlich las ich über einen Gesichtspunkt dieser Konstellation, der es wert ist ihn mit Euch zu teilen. Leider habe ich vergessen wo ich dies las.

Die Frage ist doch, warum neue Ideen meist nicht in großen Konzernen realisiert werden, sondern kleine und wendige Start-Ups diese Gelegenheiten realisieren und dann von den großen Konzernen gekauft werden. Nun ist ein Grund dafür der Stealth Mode, zu dem die Start-Ups fähig sind. Große Konzerne in öffentlicher Hand haben Offenlegungspflichten, so dass sie gerade nicht dafür geeigenet sind.

Diesen Gedanken fand ich interessant. Hat jemand etwas dazu anzumerken?




Engineering Your Start-Up: A Guide for the High-Tech Entrepreneur
von James A. Swanson, Michael L. Baird
480 Seiten
Amazon-Link


Nach einem Vorwort von Guy Kawasaki behandelt das Buch in 5 Teilen und 22 Kapiteln fast alles, was man wissen muss, wenn man als Ingenieur ein high-growth Start-Up gründen möchte. Die Warnungen, dass man dabei sein Haus verlieren könnte, halten sich dabei erfreulicherweise in Grenzen. Das Marketing kommt alledings ein wenig kurz, hier sollte man sich in andere Werke weiter vertiefen.

Die Teile des Buches sind in chronologischer Reihenfolge: The Genesis, Getting Down to Business, Elements of a Successful Start-Up, Making It Pay und Doing It. Was ich bisher noch nicht in anderen Büchern so gesehen habe, waren die Kapitel über die Entlohnung von Mitstreitern, die keine Gründer sind, mit Equity zusätzlich zum Gehalt und anderen Vergünstigungen.

Leider ist das Buch amerikanisch, was dazu führt, dass große Teile für den deutschen Raum nicht übertragbar sind. Als da wären die Kapitel über Versicherungen und die Unternehmensgesetzgebung (Firmenformen und Aktien(optionen)) in den USA. Das ist allerdings auch nur ein kleiner Teil des Buches und es ist trotzdem interessant zu erfahren, wie es in den USA aussieht.

Besonders gefallen haben mir die Kapitel Valuing Your Equity Position, The Term Sheet – A Practical Overview und Life in Your Start-Up. Man merkt den Autoren hier ihre eigene Erfahrung sehr deutlich an. Es ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis. So fehlt auch ein Kapitel über den Businessplan nicht, auch wenn ich hierzu schon besseres (und längeres) gelesen habe.

Eine kleine Anmerkung noch: die Autoren schlagen eine market- and customer-driven technology-fueled strategy als die beste für einen Ingenieur vor, der ein high-growth business starten will.

Fazit: eine Empfehlung wert




Die Businessplan-Mappe. 40 Beispiele aus der Praxis
von Andreas Lutz, Christan Bussler
192 Seiten
Amazon-Link


In dieser Mappe führen einen die Autoren an das Thema Businessplan heran in einer praktischen Art und Weise. So werden nacheinander die einzelnen Teile des Businessplans unter die Lupe genommen und dann anhand eines oder mehrerer Beispiele aus der Praxis veranschaulicht. Das ist ein sehr gutes Vorgehen, auch wenn man gerne bei manchen Beispielen den vollständigen Plan gelesen hätte. Man bekommt ja immer nur den Teil des Businessplans, der gerade besprochen wird. So werden insgsamt 40 Geschäftsideen näher beleuchtet, auch wenn es sich dabei meist um Existenzgründungen, also kleinere Unternehmungen ohne große Wachstumsbestrebungen handelt. Das fand ich schade, doch für das Zielpublikum dieses Buches ist es wohl angemessen.

Fazit: für Existenzgründer lesenswert

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Entrepreneurship im Sinne von Existenzgründung und Unternehmertum ist von zentraler volkswirtschaftlicher Bedeutung. Deutschland braucht (mehr) Gründer. Existenzgründungen und Unternehmergeist verdienen und brauchen Förderung, nicht zuletzt wegen ihrer Bedeutung für den Mittelstand als Säule der deutschen Wirtschaft. In meiner Tätigkeit als Projektleiter für die Existenzgründerprojekte der InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB) ist mir die Entrepreneurship-Thematik im genannten Sinne ein Herzensanliegen.



Was bedeutet Entrepreneurship für die ILB?

Im Rahmen Ihres Förderauftrags unterstützt die ILB Vorhaben von Unternehmern, Existenzgründern und Freiberuflern sowie Technologieprojekte und den Technologietransfer mit einer breiten Palette von bedarfsorientierten Förderprogrammen und durch Eigenkapitalfinanzierung. Gründer und Unternehmer können sich auf unseren regelmäßigen Beratungstagen in allen Regionen Brandenburgs über das Förderangebot informieren. Mit den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen (deGUT) [Artikel dazu] als einer der wichtigsten deutschen Messen für Existenzgründungen und Unternehmertum und dem Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg veranstaltet bzw. organisiert die ILB außerdem selbst zwei Initiativen, deren Ziel es ist, Existenzgründer und Unternehmer in Berlin und Brandenburg zu unterstützen und dem Thema Unternehmensgründung ein Forum zu bieten.



Können Sie uns etwas zu dem Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg sagen?

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) [Artikel dazu] feiert dieses Jahr bereits sein 15-jähriges Jubiläum. Mit fast 200 Veranstaltungen ist der BPW das größte regionale Unterstützungsprogramm für Existenzgründer in Deutschland. Teilnehmen kann jeder mit einer guten Idee, egal aus welcher Branche. Zur Unterstützung der Teilnehmer werden praxisorientierte Seminare zu wichtigen Themen für die Erstellung eines Businessplans angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. So erhalten Existenzgründer die Möglichkeit, aus ihrer Geschäftsidee kontinuierlich ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. Konzepte zur Ausgründung aus Unternehmen oder Konzepte zur Unternehmensnachfolge sind ebenfalls zugelassen. Der BPW gestaltet sich in 3 Stufen von der Idee über Marktanalyse bis hin zur Finanzierung. Jede Stufe mit ihrem Abgabetermin und Feedback hat zum Ziel, die Geschäftsidee weiter zu entwickeln und an die Anforderungen für einen Erfolg versprechenden Businessplan anzupassen und zu optimieren. Die Unterscheidung erfolgt dabei in den Kategorien BPWtechnology und BPWservice. In der 1. und 2. Stufe werden die Top 5 und in der 3. Stufe die besten drei Businesspläne jeder Kategorie mit insgesamt 63.000 Euro prämiert.



Ist der Wettbewerb auch etwas für Existenzgründer und wie würden Sie zwischen Existenzgründern und Entrepreneuren unterscheiden?

Der BPW spricht alle Gründungsinteressierten und Existenzgründer an, die aus einer Geschäftsidee ein tragfähiges Konzept für eine Unternehmensgründung machen wollen. Träger des Wettbewerbs sind alle Hochschulen in Berlin und Brandenburg, die den Wettbewerb mit ihren Entrepreneurship-Lehrstühlen bzw. -Lehrangeboten unterstützen. Die Studenten werden an die Thematik Unternehmertum herangeführt und zur Teilnahme am Wettbewerb ermutigt. Hier lässt sich auch die Bedeutung von Entrepreneurship und Entrepreneuren ableiten: Im deutschen Sprachgebrauch wird dies – im Gegensatz zur weitergefassten Bedeutung des englischen Begriffs – synonym mit Existenzgründertum bzw. Existenzgründern verwendet, so dass ich hier keine Unterscheidung zwischen Existenzgründern und Entrepreneuren machen würde.



Wieviele Teilnehmer gab es letztes Jahr in den drei Stufen?

Im Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2009 wurden von 1.505 Teilnehmerinnen und Teilnehmern insgesamt 748 verschiedene Businesspläne entwickelt und eingereicht. Verteilt auf die drei Stufen waren dies in der 1. Stufe 588, in der 2. Stufe 415 und in der 3. Stufe 447 Businesspläne.



Können Sie etwas dazu sagen, wieviele Pläne dann in wirkliche Unternehmungen umgesetzt werden?

Von 1996 bis 2008 wurden insgesamt 5.102 Businesspläne eingereicht. Daraus entstanden bis heute 1.209 Unternehmen mit 5.373 Arbeitsplätzen. Dies sind nur die Unternehmen, die sich zurückgemeldet haben.



Es wird ja ein breites Seminarangebot bereitgestellt. Wie wird es von den Pläneschmieden angenommen?

Das Seminarangebot des BPW wird intensiv genutzt. Im BPW 2009 fanden insgesamt 85 Seminare bzw. Jour-Fixe statt, die von über 4.500 Teilnehmer besucht wurden.



Unter welcher Adresse kann man den Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg im Netz erreichen?

Die Website des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg ist unter www.b-p-w.de zu erreichen. Dort finden Interessenten und Teilnehmer alles Wissenswerte rund um den BPW, von Informationen und Links zum Thema Gründertum über einen Veranstaltungskalender mit den jeweiligen Seminar- und Wettbewerbsterminen bis hin zur Online-Anmeldung unter myBPW.



Berlin hat mit München die meisten Start-Ups in Deutschland. Was würden Sie zu der Gründungsszene in Berlin sagen?

Die Gründungsszene in Berlin, und vergleichbar auch in Brandenburg, ist so umfang- und facettenreich wie sonst wohl nirgendwo. Das bezieht sich nicht nur auf die vielfältigen und einschlägigen Informations- und Unterstützungsangebote für Gründungswillige, sondern auch auf die Unterschiedlichkeit der Gründer selbst, was sowohl ihren persönlichen Hintergrund und ihre Herkunft, als auch die Branchen angeht, in denen sie gründen.



Was würden Sie einem Gründungswilligen raten, der sich vernetzen will?

Es gibt in Berlin und Brandenburg eine Vielzahl von sehr guten Unterstützungsangeboten, ob von Landesinstitutionen, den Förderbanken, den Hochschulen oder von privaten und gemeinnützigen Trägern. Einen Überblick über „Gründerlinks“ erhält man z. B. auf www.b-p-w.de. Jeder Gründungswillige sollte diese Angebote nutzen, um sich mit Förderern und Anbietern, aber auch mit anderen Gründern zu vernetzen. Eine besonders gute Gelegenheit hierfür bietet der BPW mit seinen Veranstaltungen wie Seminaren und Kontaktabenden. Wer aktuell noch am BPW 2009 teilnehmen möchte, kann sich auf der BPW-Website über die kommenden Termine informieren. Den direkten Kontakt mit Anbietern und anderen Gründern sowie ein umfangreiches Seminarprogramm finden Gründungswillige außerdem auf der deGUT, die am 29. und 30. Oktober 2010 in der STATION-Berlin stattfindet.



Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Als Gründer ist man nicht allein bzw. muss es nicht sein. Es gibt eine Vielzahl von Unterstützern und Gleichgesinnten. Vor diesem Hintergrund wäre mein Rat für Gründungswillige: Informieren, Vernetzen und Machen.



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Meine Buchempfehlung ist das BPW-Handbuch, das zu jedem Wettbewerbsjahr neu erscheint. Dort finden Gründungsinteressierte nicht nur Informationen zum Wettbewerb, sondern auch einen ausführlichen Leitfaden zu Inhalt und Erstellung eines Businessplans. Natürlich sind hier auch wertvolle Kontaktadressen und Literaturtipps zum Thema Unternehmensgründung enthalten.



Vielen Dank für dieses Interview.




The Art of the Start: The Time-Tested, Battle-Hardened Guide for Anyone Starting Anything
von Guy Kawasaki
226 Seiten
Amazon-Link


Ein paar Worte zum Autor: Guy Kawasaki war ein erfolgreicher Evangelist bei Apple und ist nun Venture Capitalist in Silicon Valley. Letzteres gibt ihm die Erfahrung, die für dieses Buch nötig ist. Er gibt hier eine Anleitung, wie man erfolgreich startet mit seinem Business oder mit anderen Dingen. 11 Kapitel behandeln die Kunst des Startens, der Positionierung, des Pitchen, des Businessplan-Schreibens, des Bootstrappens, des Anwerbens, des Erhebens von Kapital, der Partnerschaften, des Brandings, des Regenmachens und die, ein Mensch zu sein. (Bei letzterem ist das jiddische Wort gemeint.)

Das Buch liest sich gut. Die Einsichten sind zwar manchmal trivial, andererseits hat der Autor sie wahrscheinlich trotzdem oft falsch gemacht erlebt.

Ein Buch von einem Praktiker für Praktiker, die die Dinge anfangen.

Fazit: eine klare Empfehlung