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Gründerszene DB

Monats-Archive: März 2010




Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können
von Malcolm Gladwell
320 Seiten
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Dieses Buch wurde von einem Internetgründer empfohlen. Nun habe ich es gelesen und bin leider enttäuscht. Es behandelt Epedimien und ich hatte mir Erkenntnisse darüber erhofft, wie man sein Produkt zu einer solchen verhelfen kann. Aber leider werden keine Anleitungen dazu gegeben.

Der Inhalt handelt von vielen, was zumindest ich schon anderwaltig gehört habe: die Kleinweltenhypothese (alle sind mit allen über durchschnittlich 6 Ecken bekannt), der Zerbrochene-Fenster-Effekt (kleine Anzeichen für Verwahrlosung führen zu Kriminalität), das es besondere Menschen gibt, die gut mit anderen können und einen großen Bekanntenkreis haben und so als Multiplikatoren wirken können (Vermittler). Neu waren mir die weiteren Personenkategorieren der Verkäufer und vor allem der Kenner. Auch die Zahl 150 als die Gruppengröße, unter der eine Gruppe von Menschen noch “intim” ist. Letzteres sorgt dafür, dass Armeeeinheiten maximal 200 Mann haben.

Das Buch liest sich gut und die Beispiele sind sehr bunt: vom Teenager-Rauchen bis zur Sesamstraße.

Fazit: kennt man zumeist schon




Inside the Tornado: Strategies for Developing, Leveraging, and Surviving Hypergrowth Markets
von Geoffrey A. Moore
272 Seiten
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Dies ist der Folgeband zu Crossing the Chasm: Marketing and Selling Disruptive Products to Mainstream Customers. Es geht wieder um den Technology Adapting Life Cycle. In dem ersten Buch wurde das Überwinden der Kluft nach den Early Adoptern und den Innovatoren behandelt. Dies geschah durch das gezielte herauspicken eines Zielsegments und erlangen der Marktführerschaft in ihm.

Nun schließt sich die sogenannte bowling-ally an. Hier werden nacheinander weitere Segmente (pins) erobert und zwar so, dass die Marktführerschaft in einem einem in weiteren Segmenten bei der Erlangung der Führerschaft und beim Eintritt in das Segment hilft. Hierbei wird das Produkt immer weiter modifiziert und auf die Belange der Segmente angepasst.

Daran schließt sich der Tornado an, von dem das Buch den Titel hat. Hier endlich gelangt das Produkt in den Mainstream. Jetzt ist Kundenfokussierung kontraproduktiv. Das Produkt muss möglichst weit standartisiert werden und es darf kein Aufwand auf Kunden verschwendet werden. Denn die Hauptaufgabe ist es die explodierende Nachfrage zu erfüllen, um nach dem Tornado mit einem möglichst großen Marktanteil dazustehen.

Nach dem Tornado kommt die main-street. Nun ist die Zeit des Hyperwachstums vorbei. Nun muss sich die Firma für weiteres Wachstum wieder auf den Kunden konzentrieren. Dies macht man, indem man wieder Segmente identifiziert und ein +1 Produkt für diese erstellt. Damit ist ein Angebot gemeint, dass einen besonderen Mehrwert bietet, das aber nicht viel R&D erfordert. Das ist ein Mittelweg.

Das Buch klassifiziert die Teilnehmer am Markt zunächst in den Gorilla (Marktführer), ein oder wenige Chimps (ehemalige Anwärter auf die Marktfühererschaft) und viele Monkeys (Low-Cost Anbieter, die Reengineering betreiben) und gibt Strategien für diese Positionierungen und alle der oben genannten Phasen. Als weitere Positionierungen werden noch für Markterweiterungen Imperialisten vs. Natives, Explorers & Forty-niners und Barbarians vs. Citizens genannt. Das sind Charakterisierungen der verschiedenen Positionierungen während der Gewinnung von neuen Märkten und/oder der Einführung neuer Produkte.

Das Buch hat den gleichen Makel in meinen Augen, wie das erste: er behandelt wunderbar teuere B2B Produkte, die zu billigen B2C Produkten werden, aber ein direktes billiges B2C Internetprodukt passt nicht recht ins Schema.

Fazit: empfehlenswert allein schon aufgrund des Vokabulars




Four Steps to the Epiphany
von Steve Gary Blank
280 Seiten
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Das Buch mit dem Untertitel “Successful Strategies for Products that Win” behandelt den Start eines Unternehmens. Es bricht mit dem sonst üblichen Wasserfallmodell Concept/Seed-Produktentwicklung-Alpha/Beta Test-Markteinführung indem es einen alternativen Ansatz vorschlägt.

Neben der Produktentwicklung findet parallel und genauso wichtig die Kundenentwicklung (Customer Development) statt. Diese gliedert sich in vier Phasen, die nacheinander, aber auch wiederholt durchgeführt werden. Die vier Phasen sind: Customer Discovery, Customer Validation, Customer Creation, Company Building. Jede dieser Phasen wird dann in verschiedene Schritte aufgeteilt, so dass man eine mehr oder weniger einfach zu befolgende Schritt-für-Schritt Anleitung bekommt. Für die ersten zwei Phasen sind im Anhang Checklisten gegeben.

Die erste Phase behandelt das Finden der Kunden und das Prüfen, ob sie wirklich das angenommene Problem haben. Die zweite Phase handelt von einer Sales Roadmap, die gefunden werden muss ehe man weiterschreiten kann. Die dritte Phase handelt davon Kundennachfrage zu erzeugen und sie in den Channel zu dirigieren. Die vierte Phase läutet den Übergang von dem mehr informalen Customer Development hin zu dem klassischen Abteilungen von Marketing, Sales und Business Development samt ihren VPs. Diese sollen Missionsorientierte Abteilungen führen, die die Unternehmung weiterentwickeln.

Das Buch ist ob seines Schritt-für-Schritt Charakters teilweise schwer zu lesen, andererseits entschädigt der Ansatz inhaltlich dafür.

Fazit: lesenswert




Fun Inc.: Why Play is the 21st Century’s Most Serious Business
von Tom Chatfield
288 Seiten
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Ich erwartete ein Buch, dass sich wenigstens teilweise mit der Businessseite des Computerspiels beschäftigt. Leider wurde ich enttäuscht. Das GTA4 schätzungsweise 100 Millionen Dollar gekostet und knapp das fünffache eingespielt hat ist interessant und auch das der Computerspielemarkt vorraussichtlich annährend unbeschränkt wachsen wird, aber das ist leider schon annährend alles, was in diesem Buch direkt zum Business steht.

Über Computerspiele steht viel drin. Die Geschichte, Serious Games, und so weiter.

Fazit: kein Businessbuch




Crossing the Chasm: Marketing and Selling Disruptive Products to Mainstream Customers
von Geoffrey A. Moore
256 Seiten
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Dieses Buch wird als Klassiker des Marketing gehandelt. Es beschreibt die Kluft die in der High-Tech Umgebung zwischen den Innovators und den Early Adopters auf der einen Seite und der Early Majority auf der anderen. Diese Gruppen sind definiert in dem Technology Adoption Life Cycle Modell. Wikipedia hat eine gute Übersicht über dieses Modell.

Leider fehlt eine Behandlung von B2C Geschäften fast vollständig in diesem Buch, d.h. es konzentriert sich auf den B2B Bereich mit einem Einheitenpreis von $75000 aufwärts. So wird beispielsweise eine eigene Salesforce als das Optimum der Distribution gehandelt. Auch wurde das Buch vor der Internetexplosion geschrieben, so dass hier auch nicht viel zu holen ist.

Als der Hauptnutzen des Buches werden Strategien zum Überbrücken der Kluft gegeben. So soll man eine D-Day Strategie fahren, d.h. eine Invasion an einer und genau einer Stelle. In diesem Zusammenhang heißt das ein kleines, aber feines Marktsegment aus der Majorität des Marktes zu wählen, die bearbeitet werden soll. Nach der Marktführerschaft in diesem Segment kann man dann weitere benachbarte Segmente erobern.

Fazit: eigentlich nur für B2B was dabei

Wie ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Ich finde Entrepreneurship ein ganz wichtiges Thema. Es kommt in Deutschland an Schulen, Hochschulen und Universitäten viel zu kurz. Es gibt viel zu wenig Unternehmer, die eine Idee umsetzen möchten und die etwas wagen. Die Menschen sind viel zu stark fokussiert auf die Probleme und Risiken (die sicherlich auch gut betrachtet und bewertet sein wollen) statt auf Visionen, Ideen, Chancen und Möglichkeiten. Es fehlt an kleinen und großen Vorbildern in der Öffentlichkeit, vor allem, dass diese Spaß an Ihrem Unternehmertum, Vorhaben und Projekten haben.



Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Beschäftigung gekommen?

Ich habe lange hin und her überlegt. Mein Ziel war es immer ein eigenes Business zu betreiben schon während meines BWL-Studiums. Ich habe damals ganz konkret nach Ideen im Außen gesucht, z.B. regelmäßig die Geschäftsidee von Norman Rentrop gelesen. Aber es hat sich keine Idee richtig angefühlt. Wohl weil es nicht meine Idee war. Ich habe lange in mich hineingehorcht, um zu einer stimmigen Tätigkeit zu kommen. Das war ein sehr schwieriger Prozess. Zu diesem Zeitpunkt war mir Meditation eine große Hilfe, weil ich dieses Gefühl von Nicht-Wissen aushalten musste, bei allem Druck im Außen. Ich habe das Gefühl des Nicht-Wissens ausgehalten und bin, glaube ich, belohnt worden mit einer Vision. Es kam mir die Idee, mich auf meine wahren Stärken zu besinnen, und eine Coaching-Agentur zu gründen an der Schnittstelle Kampfkunst und Management. Mit der Konkretisierung meiner Vision, stelle ich plötzlich im Außen fest, dass sich auch andere mit dem Thema beschäftigen, so auf einem Kongress Aiki-Extensions in Augsburg. Da ist für mich die Entscheidung gefallen.



Was bedeutet der Name Ihrer Firma KI-AI Coaching?

Der Begriff “KI-AI” leitet sich aus dem Japanischen ab ist ein Begriff in der Kampfkunst AIkido. “Ki” steht für Lebenskraft, Energie Tatkraft und auch für Lebensfreude (davon kann man nicht genug haben). Der Begriff “AI” steht für Liebe, Hingabe, Treffen (davon kann man auch nicht genug haben). Außerdem steht der Begriff “KI” für Spannung”, der Begriff “AI” für Entspannung und für die Balance, für mich der Ansatz, den ich in Seminaren zum Thema Zeit-, Selbst- und Projektmanagement weitergebe.



Was können Sie einem Gründer anbieten?

Im Vorfeld des Coaching-Prozesses wird eine klare Zielvereinbarung getroffen, die angesteuert wird. Der Klient gibt das Ziel vor und ich unterstütze auf dem Weg. Arbeitspakete von zehn Sitzungen a neunzig Minuten haben sich in der Vergangenheit als sehr hilfreich erwiesen. Der Klient legt Zeit und Ort fest. Im Einzel-Coaching biete ich Gründern Raum, sich mit sich selbst und dem Existenzgründungsvorhaben intensivst auseinander zu setzen. Die Gründungsperson ist der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg am Markt. Ich biete den Gründern viele Fragen, auf die es Antworten zu finden gilt. Es werden im Vorfeld Szenarien durchgesprochen, durchgespielt um dann die Weichen optimal zu stellen. Des weiteren unterstütze ich Existenzgründer in der Erstellung Ihres Businessplans und der Analyse wichtiger Kenngrößen und Kennzahlen. Am Ende stehen klare Schritte mit klarem energetischem Go oder auch ein NoGo.



Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man Sie erreichen?


Man findet mich unter www.ki-ai.de oder telefonisch unter 030-23639045. Am besten erreichbar bin ich morgens zwischen acht und neun Uhr.



Sind Sie selbst ein Gründer? Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Der Gründer sollte Sich selbst, die eigene Standfestigkeit gut analysieren und überprüfen (meine Angebote Aikido sind dabei sehr hilfreich). Er sollte das Gründungsvorhaben gut visualisieren, die Ziele und die konkrete Umsetzung schriftlich formulieren. Er sollte das Konzept gut abklopfen, sich gut informieren, sich Rat einholen.



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Ich empfehle gerne Bücher von Stephen R. Coey, z.B. Der Weg zum Wesentlichen, oder Sieben Wege zur Effektivität. Zum Thema Risiken anschauen empfehle ich ein Hörbuch Harvard Business Manager: HBM 2003 – “Warum zuviel Optimismus schadet” von Dan Lovello und Daniel Kahnemann – Illusion of Success. Ein interessantes Buch von Rhonda Byrne “The Secret” steigt gerade in den Bestellerlisten, wenn es um das Thema Visionen, Ziele Einstellung und Kraft geht. Für Gründer kann ein Erfolgsteam sehr hilfreich sein. Hier empfehle ich ein Buch von Ulrike Bergmann “Erfolgsteams”.

Ich wünsche allen Gründern spannende Projekte, Freude bei der Umsetzung und viel Erfolg.


Vielen Dank für dieses Interview.




Positioning: The Battle für Your Mind. How to Be Seen and Heard in the Overcrowded Marketplace
von Al Ries, Jack Trout
213 Seiten
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Dieses Buch hat eine lange Geschichte. Es wurde meiner Meinung nach 1980 geschrieben und 2000 kam die 20te Auflage heraus. Ich habe die von 2001, also die 21te gelesen. Leider wurde es nicht sonderlich modernisiert. So sind die Beispiele kaum aus unserer Zeit, obwohl man so einige Firmen wiedererkennt. Andere hingegen nicht. Wofür auch der Abstand über den Teich Schuld sein kann.

Inhaltlich hat mich das Werk ein wenig enttäuscht. Da hatte ich mir mehr versprochen. Positionierung gehört mittlerweile als Standardwerkzeug zum Marketing, so dass es mir nichts Neues war. Die Autoren gehen noch auf einige mir neue Sachen ein. So wird Repositionierung von etablierten Wettbewerbern als Werkzeug gut dargestellt. Auch warnen die Autoren vor Produktlinienausweitung unter der gleichen Marke, da dies die Marke verwässert. Eine gängige Praxis bei vielen Unternehmen heutzutage. Andererseits sind auch Einzelprodukt-Marken weit verbreitet.

Fazit: vielleicht lieber etwas aktuelleres zum Marketing lesen

Was ist dein persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Wir brauchen mehr davon in Deutschland – an Schulen, an Hochschulen und in der Weiterbildung. In Betrieben und in der Verwaltung. Es muss eine kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Entrepreneurship als eine Lebenshaltung geführt werden. Oftmals sitzen in den vielen verschiedenen Existenzgründerseminaren Leute, die lernen, welche Rechtsformen es gibt, was die 4Ps und 5 Forces bedeuten, warum man ein Alleinstellungsmerkmal haben sollte und wie eine Rentabilitätsvorschau erstellt wird – ohne eine Ahnung davon zu haben, was es bedeutet, selbständig zu *sein*. Dieser Ansatz ist nicht nachhaltig und führt häufig zu Frustration, Abbruch des Gründungsvorhaben oder Scheitern des Unternehmens innerhalb der ersten drei Jahre. In der Sensibilisierungsphase für Entrepreneurship (und darin befinden sich die meisten Deutschen) sind Informationen zunächst zweitrangig. Im Fokus stehen vielmehr Werte und Wertereflexion. Es gibt eine ganze Reihe grundlegender unternehmerischer Werte wie Eigeninitiative, die Fähigkeit zur Selbstbestimmung, Kreativität, Selbstbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein, Widerstandsfähigkeit und eine Kombination aus Unzufriedenheit und Tatkraft. Die Wenigsten kommen auf die Idee, für sich (und andere) zu sorgen sondern erwarten, dass der Staat oder der Markt einen für sie passenden Job parat hat. So wird das in Zukunft nicht mehr funktionieren, wir brauchen hier dringend einen Paradigmenwechsel. Den verspricht Entrepreneurship.



Was ist creare! StartUp genau?

creare! StartUp ist das Entrepreneurship-Programm mit den Zutaten für die Selbständigkeit: Hand, Herz, Hirn und Humor.
Wir sensibilisieren, motivieren und qualifizieren für die Selbständigkeit als Karrierealternative. Das tun wir auf didaktisch innovative Weise. Viele Unterrichtsmethoden entwickeln wir selbst, Frontalseminare gibt es bei creare! nicht, vielmehr stehen die Teilnehmer im Mittelpunkt, die aktiv und im Austausch mit den anderen an ihren eigenen unternehmerischen Projekten arbeiten.
Wir unterscheiden fünf Dimensionen von Selbständigkeit nach denen die creare! Module aufgeteilt sind:

Profil - Know-why!
Schärfe dein Gründerprofil.
Innovation - Know-what!
Entwickle ein tragfähiges Geschäftskonzept.
Gründung - Know-how!
Eigne dir praktisches Gründungswissen an.
Herausforderungen - Know-when!
Trainiere dein unternehmerisches Gespür.
Unterstützung - Know-who!
Baue dir dein eigenes Netzwerk auf.



Wen wollt ihr als Teilnehmer für euer Programm?

creare! StartUp ist angesiedelt in der akademischen Entrepreneurship Education. Wir richten uns daher vor allem an Hochschulabsolventen und Studierende höheren Semesters mit Wohnsitz in Berlin. Besonders geeignet ist creare! StartUp für Personen mit wirtschaftsfernem Hintergrund.



Wer finanziert das alles und ist es einer Universität zugeordnet?

creare! wird seit 2006 vom Europäischen Sozialfonds gefördert und wurde zunächst durch die TU, seit 2008 durch die FU kofinanziert.



Gibt es dafür einen Schein oder Punkte, die einem im Studium weiterbringen?

Wir haben es versucht aber festgestellt, dass es kein Spaß macht, Teilnehmer im Kurs zu haben, die nur ihre Zeit absitzen, um ein paar credit points zu bekommen. Da wir verstärkt Absolventen ansprechen, gibt es bei erfolgreichem Programmabschluss ein Teilnahmezertifikat.



Was erinnerst du am besten vom bisherigen creare Startup Programm?

Das 5. Berliner Gründertreffen zum Beispiel, das im Q110 der Deutschen Bank stattfand und zu dem rund 80 Gründer kamen – eine tolle Resonanz. Oder unlängst das creare! Symposium zum Thema Gründungsfinanzierung, bei dem wir großartige Referenten, Finanz-Experten und als Höhepunkt Gesine Schwan zu Gast hatten. Eine weitere Veranstaltung fällt mir noch ein: Der Tag für Selbständigkeit 2008, den wir im Roten Rathaus anlässlich unserer Prämierung als ein Ausgewählter Ort im Land der Idee gefeiert haben – Gäste waren hier u.a. Stadtmöblierer Hans Wall und der Gründer der dm-Drogeriemarktkette Prof. Götz Werner.



Wenn du zurückblickst, was ist das Ergebnis des Programms? Haben die Teilnehmer ihre Pläne realisieren können?

Uns geht es nicht darum, wie viele Teilnehmer sich nach Abschluss des Programms tatsächlich selbständig machen. Darauf haben wir einen verschwindend geringen Einfluss, denn eine erfolgreiche Unternehmensgründung hängt immer von zahlreichen, unterschiedlichsten, teilweise auch nicht beeinflussbaren Faktoren ab.
Natürlich freuen wir uns sehr, zu hören, dass es bei dem einen oder der anderen geklappt hat aber noch wichtiger ist uns, dass wir es schaffen, für unsere Teilnehmer neue (auch persönliche) Erkenntnis- und Handlungshorizonte zu eröffnen, ihnen Inspirationen, Mut und Selbstvertrauen mitzugeben, neue Erfahrungen, Kontakte und einen Netzwerkausbau zu ermöglichen. Unser Bildungsauftrag lautet nicht: Mehr Unternehmensgründungen erwirken sondern: Selbständiges, unternehmerisches Denken und Handeln unserer Teilnehmer fördern – wo dies zur Anwendung kommt, ob bei einer eigenen Unternehmensgründung oder im Rahmen einer Anstellung ist dann zweitrangig.



Wo findet man euch im Internet?


www.creare-online.de



Kannst du ein Buch oder eine Website empfehlen?

existenzgruender.de
Jochen Röpke, Der Lernende Unternehmer



Welchen Rat würdest du einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Bei creare! StartUp mitmachen! :-)
Und dann: Mit Herz, Hand, Hirn und Humor gründen!



Vielen Dank für das Interview.

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Für mich ist Entrepreneurship ein Lebensmodell, das klare Ziele beinhaltet und die Fähigkeit voraussetzt Chancen zu erkennen sowie Ressourcen zu erschließen und zu nutzen. Darüber hinaus muss die Bereitschaft bestehen Verantwortung zu übernehmen und Risiken zu tragen.



Was ist das Technologie Coaching Center (TCC) und das Kreativ Coaching Center (KCC) eigentlich?

Beide Center sind Projekte zur Förderung von Unternehmen und Existenzgründungen aus dem technologieorientierten, bzw. kreativwirtschaftlichen Bereich. Die Förderung besteht aus subventioniertem Coaching, für das qualifizierte Experten mit unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Schwerpunkten bereitstehen. Aber auch Qualifizierungsangebote in Form von Tagesseminaren können wahrgenommen werden.
Sowohl das Technologie Coaching Center (TCC) als auch das Kreativ Coaching Center (KCC) erhalten Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und werden von der Technologie Coaching Center GmbH durchgeführt. Diese wiederum ist eine 100%ige Tochter der Investitionsbank Berlin (IBB).



Wie lange gibt es diese Einrichtungen schon?

Das Technologie Coaching Center gibt es schon 13 Jahre, das KCC unterstützt die Kreativwirtschaft seit Anfang 2008.



Was umfasst das Coaching des TCC/KCC genau?

Das Coaching ist ein Beratungsangebot und dient in erster Linie als Unterstützung in betriebswirtschaftlichen Fragen. So können sich Gründerinnen und Gründer, aber auch bestehende Unternehmen z.B. bei der Erstellung eines Finanzplans unterstützen lassen. Im nächsten Schritt könnte der kompetente Coach dann die Finanzierungsmöglichkeiten inklusive der verschiedenen Förderinstrumentarien aufzeigen und anschließend intensiv auf ein Gespräch mit potentiellen Geldgebern vorbereiten. Aber auch zu anderen Unternehmensphasen z.B. beim Wachstum oder bei einer Umstrukturierung kann der “Blick von außen” durch einen Coach sehr hilfreich sein. Inhalte können dann beispielsweise der Vertrieb, das Marketing, die Organisationsstruktur des Unternehmens oder die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems sein.



Wie viel kostet das Coaching den Gründer?

Die ersten beiden Tage, also effektiv 16 Beratungsstunden, sind kostenfrei. Danach beteiligen sich die Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem Eigenanteil an den Beraterhonoraren.



Was muss der Gründer leisten, um ein Coaching in Anspruch nehmen zu können?

Da es sich beim TCC und beim KCC um Förderangebote handelt, sind Fördervoraussetzungen definiert. Für beide Projekte gilt , dass das Unternehmen den (geplanten) Firmensitz in Berlin hat und die KMU-Kriterien erfüllt. Darüber hinaus muss für eine Förderung durch das TCC ein innovatives, technologieorientiertes Produkt, oder Dienstleistung entwickelt, produziert und vermarktet werden. Für das KCC steht die kreative Eigenleistung im Vordergrund, die im Unternehmen selbst erbracht werden muss, ein reiner Handel mit kreativen Produkten oder Dienstleistungen reicht hier nicht aus. Vom Gründer bzw. Unternehmer werden eine wirtschaftlich tragfähige Geschäftsidee, kaufmännisches Grundverständnis sowie Kenntnisse von Markt und Konkurrenz erwartet. Ein Rechtsanspruch auf eine Förderung besteht nicht.



Das TCC/KCC bietet auch ein Seminarangebot. Worum handelt es sich dabei?

Die Qualifizierungsmöglichkeiten decken ein breites Spektrum an Fragen aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich ab. Neben den “harten” Themen wie das Erstellen eines Businessplans, Vertrieb oder Controlling gehören aber auch “Softskills” wie “Elevator Pitch”, Körpersprache, Schreibwerkstätte oder Kundengespräche zum Angebot. Wir sind auch immer sehr bemüht aktuelle Themen anzubieten, mit denen viele Unternehmen sich vielleicht bisher nur am Rande beschäftigt haben, wie z.B. die Etablierung einer Reichweitenstrategie für Online-Medien.



Wie viel kostet so ein Seminar einen Gründer?

Das hängt davon ab aus welcher Branche die Gründerin oder der Gründer kommt. Der Preis pro Tagesseminar liegt bei 115, bzw. 175 Euro inklusive Catering.



Wie viele Coaches stehen einem Gründer zur Auswahl und was qualifiziert diese?

Beim TCC stehen rund 50, beim KCC 20 Coaches in einem Pool bereit. Diese müssen eine betriebswirtschaftliche und eine technische bzw. kreativwirtschaftliche Ausbildung haben, sowie spezifische Branchenkenntnisse mitbringen. Außerdem muss der Coach mindestens drei Jahre als Geschäftsführer oder in leitender Position und auch schon drei Jahre als freier Berater tätig gewesen sein, bevor er in den Pool aufgenommen wird.



Wie viele Gründer nehmen pro Jahr das Angebot des TCC und des KCC in Anspruch?

Zu den Existenzgründungen zählen bei uns auch schon existierende Unternehmen, deren Gründung nicht länger als drei Jahre zurück liegt. 2009 konnten im Kreativbereich 55, bei den technologieorientierten Unternehmen 179 Gründungen gefördert werden.



Betreiben Sie rückblickende Auswertungen der Zusammenarbeit mit den Coaches und Zufriedenheit der Gründer und was kam dabei raus?

Wir führen jedes Jahr eine Befragung der Coaching-Kunden durch. Auf die Ergebnisse sind wir schon ein wenig stolz, denn die haben 2009 ergeben, dass 93% beim TCC und 85% beim KCC den jeweiligen Coach und 98% das TCC sowie 97% das KCC weiterempfehlen würden.



Wer finanziert das TCC/KCC?

Beide Projekte erhalten Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen bewilligt wurden. Die darüber hinaus erforderlichen Mittel stellt die Investitionsbank Berlin zur Verfügung.



Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Unsere Website heißt www.tcc-berlin.de und ist auch durch viele Verlinkungen auf Seiten relevanter Partner zu finden. Wir freuen uns über Interessierte, die Ihre Anfragen gern telefonisch, per Email unter info@tcc-berlin.de oder über ein Onlineformular auf unserer Website an uns richten können.



Wenn sich ein Gründer in Berlin vernetzen möchte, was würden Sie ihm raten?

Für mich ist der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) die zentrale Plattform zur Herstellung von Kontakten. Sicherlich macht es auch Sinn nach branchenspezifischen Netzwerken zu schauen, diese kann man z.B. bei der IHK erfragen.
Für Teams, die von uns gefördert werden, bieten wir regelmäßig Veranstaltungen zum Austausch und zum Kontakten an.

[Anm.: zum BPW gibt es zwei Artikel: Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg und Interview mit Matthias Haensch von der ILB zum BPW]



Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Nehmen Sie am BPW teil oder informieren Sie sich auf den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen (deGUT) über die Förderangebote für Existenzgründerinnen und Existenzgründer. Insbesondere die Unterstützungsangebote neben der monetären Förderung können helfen Fehler zu vermeiden.

[Anm.: zu der deGUT gibt es einen Artikel: deGUT – Deutsche Gründer- und Unternehmertage]



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Als allerersten Anlaufpunkt würde ich die Seite www.gruenden-in-berlin.de empfehlen. Diese soll zum April relauncht werden und bietet eine Sammlung an weiterführenden Informationen, die auch die unterschiedlichen Institutionen in Berlin benennt, bei denen Gründerinnen und Gründer Unterstützung finden können.



Vielen Dank für dieses Interview.




Financial Intelligence for Entrepreneurs: What You Really Need to Know about the Numbers
von Karen Berman, Joe Knight und John Case
240 Seiten
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Dieses Buch liest sich sehr gut. Es ist nicht trocken geschrieben, wie andere Bücher, die Zahlen behandeln. In 30 kurzen Kapiteln aufgeteilt auf acht Teile behandelt das Buch zunächst das Dreigestirn aus Income Statement, Balance Sheet und Cash Flow. Danach wird auf Ratios, ROI und Working Capital eingegangen. Den Abschluß bietet ein Kapitel über die finanziell intelligente Unternehmung. Hier wird Wert gelegt auf Open-Book Management.

Anschließend gibt es noch zwei Mal alle finanzielle Daten zu einem ausgedachten Unternehmen und zu eBay. Dazu gibt es dann noch einen Übungsteil mit (rechnerischen) Fragen zu den Daten, wobei hier Lösungen gegeben werden.

Alles in Allem ist das Buch angenehm zu lesen und bietet auch das, was es verspricht: einen Einblick in die (einfache) Finanzmathematik. Einiges war mir neu, auch wenn ich zuvor schon Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre gelesen habe.

Fazit: empfehlenswert