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Gründerszene DB

Monats-Archive: Juni 2010


Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Für mich ist Entrepreneurship ein ganzheitlicher Ansatz, der eng mit der Persönlichkeit des Unternehmers verbunden ist: Die Verbindung von Kopf, Herz und Hand als Ausdruck von Gestaltungsdrang, gepaart mit dem Wunsch, Neues zu schaffen (be different), mit Wissen, Können und dem Willen zum selbständigen bzw. selbst bestimmten Arbeiten. Entrepreneure sind für mich im positiven Sinne Getriebene oder Triebtäter, vielfach sogar “Serien-Täter”.
Sie nehmen ihre eigene innere Stimme wahr und folgen mutig ihrem Herzen und ihrer Intuition, den Blick auf das Business Model gerichtet. Andere sagen: “Die Verbindung der Leidenschaft für die Lösung von Problemen mit der Lust an der eigenen Kreativität und der Bereitschaft zum unternehmerischen Risiko.” – Unternehmer im Unternehmen oder unternehmerische Talente sind übrigens auch im Angestelltenverhältnis willkommen. Denn sie suchen Aufgaben im Unternehmen und sind bereit, Leistung und Eigenverantwortung zu übernehmen.



Was ist media.net berlinbrandenburg?

Aufgrund meiner Tätigkeit in unterschiedlichen Medienunternehmen/Unternehmens-Gruppen kenne ich das media.net berlinbrandenburg e.V. von Anfang an, aktuell betreue ich media.net:catapult mit meinem Unternehmen lend-A-hand. Für mich ist es ein funktionierendes und in seiner Art einziges branchenübergreifendes Netzwerk am Standort mit über 240 Mitgliedern aus der Kreativwirtschaft. Seit gut zehn Jahren initiiert, vermittelt und ermöglicht das media.net bb Information, Austausch und hilfreiche Kontakte auf breiter professioneller Basis – auch im nationalen und internationalen Rahmen – und vertritt die Interessen seiner Mitglieder. In einer großen Vielfalt trifft man mit Unternehmern und Unternehmen nahezu aller Bereiche der Kreativwirtschaft regelmäßig zusammen, man bekommt einen guten Einblick in diese Unternehmen und kann sich auf unkomplizierte Art und Weise kennen lernen.



Worum handelt es sich bei dem Mentorenprogramm media.net:catapult?


media.net:catapult baut auf das zentrale Asset des media.net bb auf: die hochkarätigen Mitglieder wie Universal, Motor Entertainment, UFA, Axel Springer und die wachstumsorientierten Unternehmen wie aka-aki, Metaversum, spendino, textunes. Seit einiger Zeit wenden sich verstärkt junge Unternehmen mit ihren spezifischen Bedürfnissen, aber auch ganz eigenen Anforderungen an das media.net bb. Schließlich ist Berlin die Gründerhauptstadt. Anlass genug ein neues Angebot zu schaffen, das die großen, teilweise international agierenden Unternehmen mit den jungen Unternehmen unter dem Dach des media.net bb und der Partner systematisch zusammen führt und außerdem die Start-ups besser voneinander profitieren lässt. Oliver Beste aus dem Vorstand des media.net bb hatte die Idee für ein Mentoren-Programm. Das ist media.net:catapult. Im September 2009 starteten 21 Unternehmen in das erste Jahr “Mentoring, Networking und Qualifizierung”.

Das Ziel ist es, die Geschäftsführer von bestehenden Start-ups aus der Kreativwirtschaft während einer kritischen Entwicklungsphase zu begleiten, um Aufbau und Wachstum der Unternehmen zu beschleunigen und die dauerhaften Erfolgschancen nachhaltig zu erhöhen. So trägt media.net:catapult dazu bei, die Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Unternehmen mitzugestalten und Berlin-Brandenburg zu einem der führenden Kreativstandorte Europas zu entwickeln.



Welche Voraussetzungen muss ein Gründer erfüllen?

Es gibt nur wenige formale Teilnahmevoraussetzungen, primär um eine objektive Vergleichbarkeit der Bewerber herzustellen. Wir suchen junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die von media.net:catapult stark profitieren können, weil sie über Innovationskraft und Wachstumspotenzial verfügen. Das sind quasi Unternehmen im 2nd Step nach der Gründung, die sich bereits viel versprechend entwickeln und absehbar Beschäftigungseffekte in der Region auslösen werden. In einer früheren Phase ist der Nutzen zu gering. Die Unternehmerpersönlichkeit spielt eine wichtige Rolle, da erfahrungsgemäß die operative Umsetzung den langfristigen Unternehmenserfolg entschieden mehr beeinflusst, als das Konzept.



Was hat ein Gründer von diesem Programm?

Ein junges Unternehmen am Markt muss sich behaupten und viele Herausforderungen meistern. Die Hauptleistung von media.net:catapult ist die strukturierte Begleitung der Gechäftsführerinnen und Geschäftsführer und deren systematische Vernetzung untereinander sowie mit führenden Unternehmerpersönlichkeiten. Mal abgesehen von dem vielfältigen Angebot des media.net und seiner Partner, das den Teilnehmern voll zugänglich ist. Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Jahres wissen wir, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am meisten davon profitieren, dass weitgehend gleiche Ausgangsbedingungen bestehen und sie konzentriert auf Gleichgesinnte treffen, um Probleme und Lösungen auszutauschen und sich gegenseitig wirklich weiter zu helfen – oder um gemeinsam Neues anzugehen. Der “Fit” der Teilnehmer und mit dem Mentor macht also den Erfolg von media.net:catapult wesentlich aus. Bei media.net:catapult können wir den Teilnehmern aktive und erfolgreiche Vorstände bzw. Geschäftsführer von kreativen Unternehmen als Mentoren an die Seite stellen. Dieser hochkarätige Pool ist für die Jungunternehmerinnen und -unternehmern allein deshalb Gold wert, da auf diese Weise Kontakte zu Personen zustande kommen, die sie normalerweise nicht treffen können. Die Nachwuchsunternehmer lernen von den beruflichen und persönlichen Erfahrungen, ihnen werden gezielt Kontakte vermittelt und sie werden in relevante Netzwerke eingeführt. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn durch die catapult-Unternehmen erhalten die Mentoren selbst einen Überblick über das aktuelle Geschehen und die Talente in der Kreativwirtschaft hier vor Ort. Daraus kann eine geschäftliche Zusammenarbeit entstehen.



Bis wann kann man sich bewerben?

Bis zum 15. Juli 2010.

Wir laden besonders Unternehmerinnen und Interessierte aus den kreativen Branchen jenseits des Internet-Geschäftes herzlich ein, sich zu bewerben!



Was waren die Erfahrungen mit dem ersten Durchlauf letztes Jahr?

Im Juni 2010 haben wir mit dem 1. Jahrgang Farewell gefeiert. Erstmals ein solches Programm durchzuführen bzw. als erster daran teilzunehmen ist immer eine Pioneer-Aufgabe. Ich nehme aus der Evaluation u.a. zwei Erkenntnisse mit:

1. Bereits früh zeichnete sich ab, dass media.net:catapult mit seinem Konzept im bestehenden Angebot für Gründer und Jungunternehmer in Berlin-Brandenburg eine Lücke schließt, bzw. für diesen Kreis eine wirklich relevante Ergänzung darstellt. Nach dem Ende von media.net:catapult 2009/10 werden die Teilnehmer/innen in organisierter Form eines AlumniCLUBs, unterstützt vom media.net, ihre enge Beziehung, das Vertrauen und die Vorteile der “Hilfe zur Selbsthilfe” weiter pflegen und sich gemeinsam weiter voranbringen. Das ist eine schöne Bestätigung.

2. Das Mentoring rangiert in der Wahrnehmung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinter dem sog. media.net:catapultCLUB, den monatlichen Treffen der Teilnehmer/innen in kleinen Gruppen. Ein Grund dafür ist, dass dort berufliche und persönliche Erfolge und Probleme unter Gleichgesinnten sehr intensiv und effektiv diskutiert bzw. beraten wurden. Der von Oliver Beste gecoachte Ansatz hat noch einen tieferen Nutzen: Es geht auch um Team-Building, um soziale Kompetenz, kommunikative Fähigkeiten und Selbstwahrnehmung. Also, die Verbesserung von Leistung und Produktivität der Jungunternehmerinnen und -unternehmer durch gegenseitiges Erfahrungslernen PLUS ein verbessertes Wohlbefinden durch Stärkung der Unternehmerpersönlichkeit. Außerdem erkennen die Nachwuchsunternehmer die Relevanz der Mentoren für ihre Entwicklung und wünschen sich durch mehr Begegnung und Austausch auch mit den jeweils anderen Mentoren ihre Chancen stärker zu nutzen. Wir passen das Programm für den 2. Jahrgang ab September 2010 entsprechend an.



Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

http//:www.medianet-bb.de
http://www.medianet-bb.de/DE/medianetcatapult/
http://www.youtube.com/v/MpvSFJHhYIw&hl=de_DE&fs=1&
http://www.gruenderszene.de/interviews/page/2

Kontakt mit mir persönlich und meinem Unternehmen lend-A-hand marketing.task.force:
Xing-Profil oder kiesewetter@lendahand.de.



Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Als Gründerin halte ich es mit Steve Jobs und seiner legendären ‘Commencement Address at Stanford University’: Find your true passion and do what you love to do. Don’t settle. Don’t lose faith. Stay hungry, stay foolish. Ansonsten empfehle ich dringend, vor der Entscheidung für einen Gründer-Berater oder -Coach die Referenzen genau zu prüfen und zu hinterfragen.



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Wo anfangen…? Als Filter der für das eigene Unternehmen bzw. Vorhaben relevanten Informationen und Kontakte sind Foren, Blogs etc. bei Facebook, Twitter & Co. hilfreich. Wer mit Gründern und der Szene informell ins Gespräch kommen will, dem empfehle ich den Open Coffee Club Berlin (über facebook, XING), ansonsten z.B. diese “Klassiker”:

www.deutsche-startups.de
www.gruenderszene.de
www.gruenderinnenagentur.de
www.guykawasaki.com (The Art of The Start)
www.labor.entrepreneurship.de
www.mediafon.de
www.millerheimann.com (Strategic Selling etc.)
www.ecomm-berlin.de
www.twittwoch.de



Vielen Dank für das Interview.




Rework [Audiobook]
von Jason Fried, David Heinemeier Hansson
Sprecher: Mike Chamberlain
Amazon-Link


Dies ist das zweite Buch von den Leuten von 37signals – einem Web 2.0 Unternehmen. Bekannt wurden sie durch ihren Blog Signal vs. Noise und ihre innovative Webtools.

In diesem Buch propagieren sie ihren Weg des Unternehmertums. Es ist eine Anleitung für ihre Art des Startups. Bspw. schlagen sie vor mit weniger auszukommen. Weniger Geld, weniger Features des Produkts, weniger Planung – insbesondere keine mehrjährige. Das Hörbuch ist gut gesprochen und verständlich. Die kurzen Kapitel und die allgemeine Kürze des Buches, das schon im Original auf das Wesentliche heruntergekürzt wurde, machen das Erlebnis als Hörbuch vortrefflich.

Hier möchte ich noch auf den Artikel zu ihrem ersten Buch verweisen: Getting Real: The Smarter, Faster, Easier Way to Build a Successful Web Application.

Fazit: hörenswert, eine Empfehlung

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Man wird Entrepreneur aus 2 Richtungen. Intern, was bedeutet: aus den eigenen Chromosomen heraus, man spürt, dass man etwas Eigenes, Selbstständiges unternehmen will. Oder extern, also: Es gibt keine Aussicht auf eine feste Anstellung, es geschieht aus einer Notwendigkeit heraus. Nun, es ist heutzutage wirklich eine Rarität, den Traumjob zu finden, auch wenn es ihn wirklich gibt. Entrepreneurship ist ein Weg diesen persönlichen Traumjob, in Einklang mit den individuellen Kompetenzen, Werten und Motivation selbst zu kreieren.

Wer steckt hinter The Marketing Catalysts?
Ein Team von hochmotivierten Marketing Catalysts, die Ihren Job lieben und ihn genau deshalb so geschaffen haben! Wir sind eigentlich aufgrund unserer Multidisziplinarität mehr als 3 oder 4: Ein Marketing Stratege, ein Professional Certified Coach, eine Assistenz-Perle, ein Market Analyst, ein Online Communication Profi, ein Account Manager, ein PR-Profi, zwei Künstlerinnen, die insgesamt auf über 40 Jahre Erfahrung in den strategischen Bereichen von High Tech, Film, Musik, Kultur und Design verweisen können.

Was bietet The Marketing Catalysts einem Gründer? Wie gestaltet sich so eine typische Beratung durch Sie?
Immer anders, weil jeder Coachee anders ist.
Ganz konkret: Wir bieten vor allem Guidance und einen Zündereffekt beim Start! Mit einem einmaligen Ansatz, für den wir als Orientierung ein mehrstufiges Verfahren für Start-Ups entwickelt haben, das eine Brücke schlägt zwischen dem notwendigen Business Plan, einer professionellen Präsentation und dem Sprung in die Realität des Markteintritts. Wir begleiten und lotsen durch das Marketing.

Haben Sie Kompetenzen für und Erfahrungen mit Internet-Gründungen?
Da wir mit der ersten Internet-Welle Ende der 90er Jahren angefangen haben, haben wir einiges miterlebt, begleitet und vieles gelernt, was wir in jeden Fall weiter geben können. In unserem Portfolio sind einige Projekte aus dem Web2.0 und X.0 vertreten. Alle haben eine klare Ausrichtung in der Kulturwirtschaft, denn wir sind gerade da spezialisiert, wo technologische Innovationen auf künstlerische Kreativität treffen.

Mit Computer Games?
Wenn man diese Kategorie streng abgrenzt, nein. Allerdings haben wir beispielsweise Projekte in den Bereichen Hardware für Spieler oder Sound Architecture für Games betreut.

Wie lange existiert The Marketing Catalysts schon?
Wir feiern im September unser 12. Jubiläum, in unseren wunderschönen neuen Büros in Wasserlage!

Sie sind beim Technologie/Kreativ Coaching Center als Coach akkreditiert. Wie ist die Arbeit mit diesen Einrichtungen?
Mit den Einrichtungen selbst: Unbürokratisch und vertrauensvoll.
Mit deren Kunden: sowohl im kreativen wie auch technologischen Bereich haben wir es mit innovativen Menschen und spannenden Ideen zu tun. Wir lieben Visionäre und deren Herausforderungen!

Welche Kosten kommen da auf einen Gründer zu?
Sowohl TCC als auch KCC haben ein gestaffeltes Entgeltmodell. [Anm.: siehe Interview mit Andreas Bißendorf von der Technologie Coaching Center GmbH] Die ersten zwei Beratertage sind komplett kostenfrei. Auch die KfW, wo wir bei Gründer Coaching Deutschland gelistet sind, bietet gute Förderungsmöglichkeiten.

Sie hatten auf der IT Profits 6.0 einen Vortrag. Worum ging es dabei?
Was sind heutzutage die absoluten Musts für ein KMU im Bereich Social Media. In 7 Minuten geht es straight to the point! Wir stellen eine sehr verdichtete Übersicht vor, mit jeweils 2-3 unmittelbaren, pragmatischen Handlungsansätze für: SEO, SEM, Verlinkung, eMail-Marketing und Social Media Tools.
(Link zum Vortrag) [Anm.: sobald das Streaming der IT-Profits 6.0 online ist, folgt ein Link dazu]

Wo kann man Sie noch erleben?
Es stehen Veranstaltungen bei der UdK Berlin sowie beim IDZ – dem Internationalen Design Zentrum Berlin an.
Beim TCC ab Oktober wieder für eine Reihe von Seminaren.

Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Alles über The Marketing Catalysts ist unter http://www.marketing-catalysts.com/ und http://marketing-catalysts.vox.com zu finden.
Da wir den größten Teil unserer Zeit unseren Kunden widmen, ist eine Mail immer der beste Weg! coppens@marketing-catalysts.com.

Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Machen, was man wirklich kann und will. Man hat nur großen Erfolg in einem Job, indem man richtig Spaß hat.

Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?
Das letzte Buch, was wir gekauft haben, ist “Management von den Besten lernen”, von Frank Arnold.

Vielen Dank für das Interview.




Großerfolg im Kleinbetrieb: Wie man einen Betrieb mit 1 bis 40 Mitarbeitern zum Erfolg führt
von Hans-Peter Zimmermann
277 Seiten
Amazon-Link


In diesem Buch werden eine Plentora von Themen behandelt, die einen Unternehmer eines Kleinbetriebes interessieren könnten. Das Buch ist locker geschrieben und liest sich dank der kurzen Kapitel leicht. Man merkt, dass sich der Autor hier Mühe gegeben hat, den Leser anzusprechen. Leider ist das Buch etwas alt. Die Orignalauflage stammt aus 1991, auch wenn es einen Nachtrag von 2007 gibt. An Themen geht es vom Bloggen und Marketing bis zum Verkaufen, vom richtigen Telefonieren bis zur richtigen inneren Einstellung. Das Buch ist sehr praxisnah geschrieben und die Tipps lassen sich sofort umsetzen. Für Keinunternehmer und Existenzgründer ist das Buch sicherlich relevant und gut geeignet, für schnell-wachsende Unternehmungen gibt es weniger Relevantes.

Fazit: gut lesbar




Wachstum. Die 10 goldenen Regeln für gesunde Unternehmensentwicklung
von Bernd Geisen
127 Seiten
Amazon-Link


Dieses schmale Bändchen soll das ganze Themenfeld Wachstum eines Unternehmens abdecken bzw. soll gute Hinweise dazu geben. Leider hat mich die Lektüre dieses Büchleins nicht weitergebracht. Die vermeintlichen Regeln sind keine Regeln, sondern mehr oder minder offensichtliche Checklisten von Allgemeingut. Beim Lesen erschien mir das Buch wie ein besserer Flyer und Werbetext für die KfW. Es ist nicht angenehm so etwas zu erleben.

Fazit: Zeitverschwendung, wenn auch eine wenig umfangreiche




Führen, Leisten, Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit
von Fredmund Malik
400 Seiten
Amazon-Link


Malik räumt in diesem Buch zunächst mit einigen Mißständen in der Managment-Szene auf. So sieht er Management als Beruf, nicht als Berufung. Auch kann er nicht viel mit dem Kult um Leadership anfangen. Liest man seine intelligenten Begründungen und Gedanken, so neigt man dazu ihm zuzustimmen. Im ersten Teil geht es um die Professionalität des Managements.

Das umfangreiche Buch teilt sich danach in drei Teile: die Grundsätze wirksamer Führung, die Aufgaben wirksamer Führung und die Werkzeuge wirksamer Führung. Sie seien hier kurz aufgezählt.

Die Grundsätze wirksamer Führung:

  1. Resultatorientierung
  2. Beitrag zum Ganzen
  3. Konzentration auf Weniges
  4. Stärken nutzen
  5. Vertrauen
  6. Positiv denken

Aufgaben wirksamer Führung:

  1. Für Ziele sorgen
  2. Organisieren
  3. Entscheiden
  4. Kontrollieren
  5. Menschen entwickeln und fördern

Werkzeuge wirksamer Führung:

  1. Die Sitzung
  2. Der Bericht
  3. Job Design und Assigment Control
  4. Persönliche Arbeitsmethodik
  5. Budget und Budgetierung
  6. Leistungsbeurteilung
  7. Systematische Müllabfuhr

Malik reißt hier die Themen nur an und gibt einige wenige, aber wichtige Hinweise dazu. Mehr wäre in einem Buch auch garnicht möglich, könnte man doch zu jedem Punkt ein eigenständiges Werk verfassen.

Insgesamt war das Buch ein unaufgeregter und fast schon bodenständiger Read, der aber dank der Einsichten Maliks tiefer schneidet und den Kern des Berufes des Managers zu treffen scheint.

Fazit: aufgrund der klaren Gedankenführung eine Empfehlung

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Entrepreneurship hat viele Facetten. Zum einen ist es eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst mit seiner eigenen Idee zu verwirklichen und ein nachhaltiges Unternehmen zu gestalten, das etwas bewegen kann. In meiner Zeit als Unternehmer und auch in meiner Tätigkeit an der HHL erlebe ich immer wieder, wie viel Energie in Unternehmern steckt und mit welchen intellektuellen Eifer sie ständig versuchen sich selbst und ihr Unternehmen zu verbessern.

Manchmal spielt bei Entrepreneurship aber natürlich auch die finanzielle Komponente eine Rolle – sprich, wenn z.B. Unternehmer sich erst durch “externen Druck” wie Arbeitslosigkeit oder Perspektivenlosigkeit als Angestellter zum Schritt in die Selbständigkeit entscheidet. Das ist absolut ok, aber ich warne davor, nur Unternehmer werden zu wollen, um einem Bill Gates oder Richard Branson nachzueifern. Die Chancen, Multimilliardär zu werden, bleiben auch als Unternehmer relativ gering.

Schließlich sehe ich Entrepreneurship auch als eine wichtige Komponente für das gesamtwirtschaftliche Wohlergehen eines Landes. In der Regel sind es Unternehmer, Start-ups wie Familienunternehmen, welche die wirklichen Innovationen in den Markt bringen und damit dazu beitragen, dass es allen Menschen in einem Land besser geht.



Sie haben ja selber gegründet. Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit Entrepreneurship?

Achterbahn der Gefühle – das fällt mir als erstes ein. Die Zeit als Unternehmer war geprägt von einer unglaublich intensiven Arbeits- und Lebensweise. Man strengt sich überproportional an und freut sich dann dementsprechend, wenn etwas klappt. Und natürlich umgekehrt ist es unangenehm, wenn mal etwas danebengeht. Aber als Unternehmer ist es normal, zwischendurch mal zu stolpern oder ins Straucheln zu kommen. Da zählt nur eins: Aufrappeln, Reflektieren, und weiter geht’s. Ich möchte die Zeit auf keinen Fall missen und bin durch das Coachen von Gründerteams und auch eigene aktive Beiratsarbeit weiterhin sehr eng am Gründungsgeschehen partizipiert.



Was machen Sie an der HHL – Leipzig Graduate School of Management und wie sind Sie dazu gekommen?

An der HHL leite ich das Entrepreneurship Programm. Als eine der ersten Universitäten hatte die HHL bereits 2002 ein komplettes Wahlpflichtfach Entrepreneurship eingeführt, d.h. unsere Studenten könnnen Entrepreneurship als Vertiefung wählen, genauso wie Finance, Marketing oder Logistik. Immerhin nehmen heute ca. 90% dieses Angebot wahr. Daneben bin ich auch aktiv in der Koordination unserer Unternehmernetzwerke und natürlich beim Coachen von Gründungsteams, sei es durch die Diskussion ihrer Idee oder durch die Begleitung bei Finanzierungsgesprächen.

Den Weg an die HHL habe ich durch den Inhaber des Lehrstuhls Strategisches Management, Prof. Dr. Wulf gefunden, der mich eines Tages gefragt hat, ob mich diese Aufgabe interessieren könnte. Da ich selbst an der HHL studiert hatte, kannte ich das Umfeld, fand die Herausforderung sehr spannend und habe mich dann schnell dafür entschieden.



Lohnt es sich für einen potentiellen Gründer sich mit BWL zu befassen, es gar zu studieren oder hat man dafür Angestellte?

An der HHL nehmen wir für die BWL kein “Silodenken” ein, sondern verfolgen einen integrierten, unternehmerischen Ansatz. Das bedeutet, dass wir natürlich die Möglichkeit bieten, sich als Student zu spezialisieren, z.B. im Marketing. Aber bereits in den ersten Kursen legen wir darauf wert, dass die Studenten sich mit den unternehmerischen Zusammenhängen auseinandersetzen und ihre Vertiefung im integrierten Kontext mit den Aufgaben von Top-Managern sehen.

Also ja, es macht viel Sinn, sich mit BWL zu befassen.

Darüber hinaus genügt es als Unternehmer nicht, sich der BWL zu verschliessen, da man sie täglich braucht. Mehr als ein Startup habe ich gesehen, dass eine tolle Technologie hatte, aber daran gescheitert ist, dass es sich nicht mit der Vermarktung befasst hat oder auch grundsätzliche Aspekte wie Cash-Flow Management nicht berücksichtigte. Außerdem ist es für junge Unternehmen auch nicht leicht, einen guten BWL-er zu bezahlen. Die Durchschnittsgehälter in Startups liegen weit unter dem, was man als guter Absolvent in der Industrie verdienen kann.



Wenn Sie einem Gründer nur drei Dinge aus der BWL mit auf den Weg geben dürften, welche wären es?

  1. Kenne Deinen Kunden – und zwar sehr genau! Und orientiere Dich an ihren Wünschen!
  2. Denke immer daran, dass Du selbst wenn Du Gewinn machst, wegen Cash-Flow Problemen noch in die Insolvenz rutschen kannst. Cash is king!
  3. Fang früh an, Dich mit Personalmanagement zu befassen.



Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?


http://www.hhl.de/entrepreneurship
https://www.xing.com/profile/Stephan_Stubner



Welchen allgemeinen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Just Do it!



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

The Art of the Start: The Time-Tested, Battle-Hardened Guide for Anyone Starting Anything [Anm.: Rezension]
Mastering the Rockefeller Habits: What You Must Do to Increase the Value of Your Fast-Growth Firm

http://www.deutsche-startups.de/
http://www.gruenderszene.de/
http://www.foerderland.de/



Vielen Dank für das Interview.




Das große 1×1 der Erfolgsstrategie: EKS® – Erfolg durch Spezialisierung
von Kerstin Friedrich, Fredmund Malik, Lothar J. Seiwert
261 Seiten
Amazon-Link


Dieses Buch führt in die Engpass-Konzentrierte-Strategie von Mewes ein. Der Kernpunkt dieser Strategie ist eine Spezialisierung der eigenen Unternehmung mittelbar auf ein Grundbedürfnis, um so den Gefahren der Spezialisierung zu entgehen.

Die EKS beinhaltet vier Prinzipien:

  1. Konzentration und Spezialisierung
  2. Minimumprinzip (der kybernetisch wirkungsvollste Punkt = der Engpass)
  3. Immatrielle vor matriellen Vorgängen (bspw. Kundenbindung vor Geld)
  4. Nutzen- vor Gewinnmaximierung

Das Buch gibt dann eine Anleitung zur Umsetzung von EKS vermittels eines 7-Phasen-Programms zur Marktführung:

  1. Analyse der Ist-Situation und der speziellen Stärken
  2. Das erfolgsversprechendste Spezialgebiet
  3. Die erfolgsversprechendste Zielgruppe
  4. Engpassanalyse
  5. Innovationsstrategie
  6. Kooperationsstrategie
  7. Das konstante Grundbedürfnis

Insgesamt werden dann noch sieben ausführliche Beispiele aus der Wirtschaft gegeben, wo EKS erfolgreich eingesetzt wurde.

Das Buch liest sich sehr flüssig und man bekommt einen Eindruck von der EKS und erfährt einen Ansatzpunkt, um sie umzusetzen. Das Buch schließt mit einem globalen Überblick über die Komplexität im Management von Malik. Hier erfährt man die zwei prinzipiellen Methoden, wie man mit Komplexität umgehen kann: entweder man versucht sie zu reduzieren (Ford – nur ein Modell T schwarz) oder man managt sie (GM – Modellvielfalt), wobei erstere Methode heute wohl nicht mehr zu benutzen ist.

Fazit: emfehlenswert




The Second Bounce of the Ball: Turning Risk Into Opportunity
von Ronald Cohen
296 Seiten
Amazon-Link


Der Autor dieses Buches ist ein Gründer von Apax Partners – einem internationalen Venture Capitalist. Er war einer der ersten VCs in Europa. Insofern ist dieses Buch als Reminiszenz seines Lebenswerks interessant zu lesen. Aber wenn man nur an den Betrachtungen für einen Gründer interessiert ist und nicht an seiner Geschichte, dann wird es ein schwerer Read. In diesem Fall strecken sich die knapp 300 Seiten ins Endlose. Ansonsten spricht er schon einige für Gründer relevante Themen an.

Fazit: nur für den wirklich interessant, der Einblicke in die persönliche Geschichte des Autors erlangen möchte.

Was bedeutet Usability für ein Unternehmen?

Für Hersteller interaktiver Produkte und für Unternehmen, die Ihr Geschäft ganz oder teilweise über das Internet betreiben, kann Usability über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Usability ist das englische Wort für Gebrauchstauglichkeit. Ein gebrauchstaugliches Produkt ist kurz gesagt eines, mit dem wir erfolgreich, zügig und ohne Ärgernisse unser Anliegen erledigen können. Man denke zum Beispiel an das gute Gefühl, wenn der Toaster jeden Morgen auf Stufe 2 und Knopfdruck verlässlich ein goldgelbes Toast produziert … Hier stimmt die Usability.

Usability ist, wenn man einfach genau das bekommt, was man haben wollte. Wie oft geht uns das so mit Webseiten, Webshops oder Software? Nicht allzu häufig. Beispiele gibt es hier zuhauf: Eine Fahrkarte am Automaten oder gar im Internet zu kaufen, kann eine echte Herausforderung sein, ebenso wie die Programmierung unserer Heizung oder des Videorecorders. Immer, wenn sich unser Ziel nur mit Extra-Aufwand und Zähneknirschen oder sogar gar nicht erreichen lässt, fehlt es an Usability.

Usability bedeutet die Chance für Unternehmen, ihre Kunden besser zu bedienen und damit erfolgreicher zu werden. Verfolgen Unternehmen dieses Ziel systematisch, stellen sie fest, dass sich so auch Zeit und Geld bei der Entwicklung einsparen lassen. Berücksichtigt man den Nutzer nämlich bereits bei der Planung eines Produkts, kann man auf teure Re-Designs später verzichten.



Was ist die Kompetenzinitiative Usability, und was bietet sie einem Gründer?

Die Kompetenzinitiative Usability, kurz KiU, ist ein Projekt an der TU Berlin und der TU Chemnitz unter der Leitung von Prof. Manfred Thüring. Wir unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen in den neuen Bundesländern und Berlin dabei, die Usability ihrer Produkte zu verbessern und dadurch die Chancen auf dem Markt zu erhöhen.

Wir bieten zum Beispiel Usability-Tests an, in denen das Produkt mit echten Nutzern überprüft wird. Oder auch Experten-Reviews, bei denen geschulte Augen auf die Software oder Webseite schauen. Ziel ist dabei immer aufzuzeigen, wo und wie die Bedienung des Produkts für den späteren Nutzer noch optimiert werden kann oder sogar muss, um die Handhabung zu einem erfolgreichen, effizienten und zufriedenstellenden Erlebnis werden zu lassen. Je nach Umfang sind die Projekte für Gründer ganz oder teilweise kostenfrei.



Wer steckt eigentlich hinter der Initiative?

Das war ursprünglich das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). 2007 hat es den Wettbewerb „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ ausgeschrieben. Bewerben konnten sich Projekte mit guten Ideen dafür, wie man bereits vorhandenes wissenschaftliches Know-How in die Unternehmen bringen und dort gewinnbringend umsetzen kann. Prof. Thüring hat mit der Idee zu KiU einen Preis gewonnen: KiU wird bis Juli 2011 vom Ministerium gefördert.



Was muss ein Gründer oder Start-Up vorweisen, um gefördert zu werden?

Um mit der KiU ein gefördertes Usability-Projekt durchzuführen, muss ein Unternehmen in den neuen Bundesländern oder Berlin ansässig sein und darf nicht mehr als 250 Mitarbeiter zählen.



Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Die KiU findet man im Internet unter http://www.kiu-online.de/. Interessierte Unternehmen können einfach eine Email an daniela.kessner@tu-berlin.de schreiben oder mich unter 030 314 25287 anrufen. Ich freue mich darauf, neue Unternehmen und Ideen kennenzulernen.



Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Überlassen Sie die Usability Ihres Shops, Ihrer Webseite oder Ihrer Software nicht dem Zufall. Sie können erheblich an Kosten und Zeit sparen, wenn Sie den späteren Nutzer bereits beim Entwurf und in der Konzeptphase berücksichtigen. Holen Sie sich kompetente Unterstützung in Sachen Usability und profitieren Sie von hoher Gebrauchstauglichkeit. Ihre zufriedenen Kunden werden es Ihnen danken.



Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Kein Buch oder Blog, das ich hier empfehlen könnte, gibt gezielt Antworten auf die Fragen der Leser. Deshalb möchte ich jeden Interessierten ermuntern, sein ganz spezielles Interesse an Usability gezielt zu verfolgen. Immer wieder gibt es zum Beispiel kostenfreie Informationsveranstaltungen zum Thema Usability, auch speziell für Gründer, bei den IHKn oder bei der eCOMM in Berlin und Brandenburg. Und selbstverständlich steht auch die KiU allen Interessierten für eine Beratung oder für Schulungen zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an.



Vielen Dank für das Interview.