
Führen, Leisten, Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit
von Fredmund Malik
400 Seiten
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Malik räumt in diesem Buch zunächst mit einigen Mißständen in der Managment-Szene auf. So sieht er Management als Beruf, nicht als Berufung. Auch kann er nicht viel mit dem Kult um Leadership anfangen. Liest man seine intelligenten Begründungen und Gedanken, so neigt man dazu ihm zuzustimmen. Im ersten Teil geht es um die Professionalität des Managements.
Das umfangreiche Buch teilt sich danach in drei Teile: die Grundsätze wirksamer Führung, die Aufgaben wirksamer Führung und die Werkzeuge wirksamer Führung. Sie seien hier kurz aufgezählt.
Die Grundsätze wirksamer Führung:
- Resultatorientierung
- Beitrag zum Ganzen
- Konzentration auf Weniges
- Stärken nutzen
- Vertrauen
- Positiv denken
Aufgaben wirksamer Führung:
- Für Ziele sorgen
- Organisieren
- Entscheiden
- Kontrollieren
- Menschen entwickeln und fördern
Werkzeuge wirksamer Führung:
- Die Sitzung
- Der Bericht
- Job Design und Assigment Control
- Persönliche Arbeitsmethodik
- Budget und Budgetierung
- Leistungsbeurteilung
- Systematische Müllabfuhr
Malik reißt hier die Themen nur an und gibt einige wenige, aber wichtige Hinweise dazu. Mehr wäre in einem Buch auch garnicht möglich, könnte man doch zu jedem Punkt ein eigenständiges Werk verfassen.
Insgesamt war das Buch ein unaufgeregter und fast schon bodenständiger Read, der aber dank der Einsichten Maliks tiefer schneidet und den Kern des Berufes des Managers zu treffen scheint.
Fazit: aufgrund der klaren Gedankenführung eine Empfehlung
Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Entrepreneurship hat viele Facetten. Zum einen ist es eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst mit seiner eigenen Idee zu verwirklichen und ein nachhaltiges Unternehmen zu gestalten, das etwas bewegen kann. In meiner Zeit als Unternehmer und auch in meiner Tätigkeit an der HHL erlebe ich immer wieder, wie viel Energie in Unternehmern steckt und mit welchen intellektuellen Eifer sie ständig versuchen sich selbst und ihr Unternehmen zu verbessern.
Manchmal spielt bei Entrepreneurship aber natürlich auch die finanzielle Komponente eine Rolle – sprich, wenn z.B. Unternehmer sich erst durch “externen Druck” wie Arbeitslosigkeit oder Perspektivenlosigkeit als Angestellter zum Schritt in die Selbständigkeit entscheidet. Das ist absolut ok, aber ich warne davor, nur Unternehmer werden zu wollen, um einem Bill Gates oder Richard Branson nachzueifern. Die Chancen, Multimilliardär zu werden, bleiben auch als Unternehmer relativ gering.
Schließlich sehe ich Entrepreneurship auch als eine wichtige Komponente für das gesamtwirtschaftliche Wohlergehen eines Landes. In der Regel sind es Unternehmer, Start-ups wie Familienunternehmen, welche die wirklichen Innovationen in den Markt bringen und damit dazu beitragen, dass es allen Menschen in einem Land besser geht.
Sie haben ja selber gegründet. Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit Entrepreneurship?
Achterbahn der Gefühle – das fällt mir als erstes ein. Die Zeit als Unternehmer war geprägt von einer unglaublich intensiven Arbeits- und Lebensweise. Man strengt sich überproportional an und freut sich dann dementsprechend, wenn etwas klappt. Und natürlich umgekehrt ist es unangenehm, wenn mal etwas danebengeht. Aber als Unternehmer ist es normal, zwischendurch mal zu stolpern oder ins Straucheln zu kommen. Da zählt nur eins: Aufrappeln, Reflektieren, und weiter geht’s. Ich möchte die Zeit auf keinen Fall missen und bin durch das Coachen von Gründerteams und auch eigene aktive Beiratsarbeit weiterhin sehr eng am Gründungsgeschehen partizipiert.
Was machen Sie an der HHL – Leipzig Graduate School of Management und wie sind Sie dazu gekommen?
An der HHL leite ich das Entrepreneurship Programm. Als eine der ersten Universitäten hatte die HHL bereits 2002 ein komplettes Wahlpflichtfach Entrepreneurship eingeführt, d.h. unsere Studenten könnnen Entrepreneurship als Vertiefung wählen, genauso wie Finance, Marketing oder Logistik. Immerhin nehmen heute ca. 90% dieses Angebot wahr. Daneben bin ich auch aktiv in der Koordination unserer Unternehmernetzwerke und natürlich beim Coachen von Gründungsteams, sei es durch die Diskussion ihrer Idee oder durch die Begleitung bei Finanzierungsgesprächen.
Den Weg an die HHL habe ich durch den Inhaber des Lehrstuhls Strategisches Management, Prof. Dr. Wulf gefunden, der mich eines Tages gefragt hat, ob mich diese Aufgabe interessieren könnte. Da ich selbst an der HHL studiert hatte, kannte ich das Umfeld, fand die Herausforderung sehr spannend und habe mich dann schnell dafür entschieden.
Lohnt es sich für einen potentiellen Gründer sich mit BWL zu befassen, es gar zu studieren oder hat man dafür Angestellte?
An der HHL nehmen wir für die BWL kein “Silodenken” ein, sondern verfolgen einen integrierten, unternehmerischen Ansatz. Das bedeutet, dass wir natürlich die Möglichkeit bieten, sich als Student zu spezialisieren, z.B. im Marketing. Aber bereits in den ersten Kursen legen wir darauf wert, dass die Studenten sich mit den unternehmerischen Zusammenhängen auseinandersetzen und ihre Vertiefung im integrierten Kontext mit den Aufgaben von Top-Managern sehen.
Also ja, es macht viel Sinn, sich mit BWL zu befassen.
Darüber hinaus genügt es als Unternehmer nicht, sich der BWL zu verschliessen, da man sie täglich braucht. Mehr als ein Startup habe ich gesehen, dass eine tolle Technologie hatte, aber daran gescheitert ist, dass es sich nicht mit der Vermarktung befasst hat oder auch grundsätzliche Aspekte wie Cash-Flow Management nicht berücksichtigte. Außerdem ist es für junge Unternehmen auch nicht leicht, einen guten BWL-er zu bezahlen. Die Durchschnittsgehälter in Startups liegen weit unter dem, was man als guter Absolvent in der Industrie verdienen kann.
Wenn Sie einem Gründer nur drei Dinge aus der BWL mit auf den Weg geben dürften, welche wären es?
- Kenne Deinen Kunden – und zwar sehr genau! Und orientiere Dich an ihren Wünschen!
- Denke immer daran, dass Du selbst wenn Du Gewinn machst, wegen Cash-Flow Problemen noch in die Insolvenz rutschen kannst. Cash is king!
- Fang früh an, Dich mit Personalmanagement zu befassen.
Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

http://www.hhl.de/entrepreneurship
https://www.xing.com/profile/Stephan_Stubner
Welchen allgemeinen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Just Do it!
Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?
The Art of the Start: The Time-Tested, Battle-Hardened Guide for Anyone Starting Anything [Anm.: Rezension]
Mastering the Rockefeller Habits: What You Must Do to Increase the Value of Your Fast-Growth Firm
http://www.deutsche-startups.de/
http://www.gruenderszene.de/
http://www.foerderland.de/
Vielen Dank für das Interview.

Das große 1×1 der Erfolgsstrategie: EKS® – Erfolg durch Spezialisierung
von Kerstin Friedrich, Fredmund Malik, Lothar J. Seiwert
261 Seiten
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Dieses Buch führt in die Engpass-Konzentrierte-Strategie von Mewes ein. Der Kernpunkt dieser Strategie ist eine Spezialisierung der eigenen Unternehmung mittelbar auf ein Grundbedürfnis, um so den Gefahren der Spezialisierung zu entgehen.
Die EKS beinhaltet vier Prinzipien:
- Konzentration und Spezialisierung
- Minimumprinzip (der kybernetisch wirkungsvollste Punkt = der Engpass)
- Immatrielle vor matriellen Vorgängen (bspw. Kundenbindung vor Geld)
- Nutzen- vor Gewinnmaximierung
Das Buch gibt dann eine Anleitung zur Umsetzung von EKS vermittels eines 7-Phasen-Programms zur Marktführung:
- Analyse der Ist-Situation und der speziellen Stärken
- Das erfolgsversprechendste Spezialgebiet
- Die erfolgsversprechendste Zielgruppe
- Engpassanalyse
- Innovationsstrategie
- Kooperationsstrategie
- Das konstante Grundbedürfnis
Insgesamt werden dann noch sieben ausführliche Beispiele aus der Wirtschaft gegeben, wo EKS erfolgreich eingesetzt wurde.
Das Buch liest sich sehr flüssig und man bekommt einen Eindruck von der EKS und erfährt einen Ansatzpunkt, um sie umzusetzen. Das Buch schließt mit einem globalen Überblick über die Komplexität im Management von Malik. Hier erfährt man die zwei prinzipiellen Methoden, wie man mit Komplexität umgehen kann: entweder man versucht sie zu reduzieren (Ford – nur ein Modell T schwarz) oder man managt sie (GM – Modellvielfalt), wobei erstere Methode heute wohl nicht mehr zu benutzen ist.
Fazit: emfehlenswert

The Second Bounce of the Ball: Turning Risk Into Opportunity
von Ronald Cohen
296 Seiten
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Der Autor dieses Buches ist ein Gründer von Apax Partners – einem internationalen Venture Capitalist. Er war einer der ersten VCs in Europa. Insofern ist dieses Buch als Reminiszenz seines Lebenswerks interessant zu lesen. Aber wenn man nur an den Betrachtungen für einen Gründer interessiert ist und nicht an seiner Geschichte, dann wird es ein schwerer Read. In diesem Fall strecken sich die knapp 300 Seiten ins Endlose. Ansonsten spricht er schon einige für Gründer relevante Themen an.
Fazit: nur für den wirklich interessant, der Einblicke in die persönliche Geschichte des Autors erlangen möchte.
Was bedeutet Usability für ein Unternehmen?
Für Hersteller interaktiver Produkte und für Unternehmen, die Ihr Geschäft ganz oder teilweise über das Internet betreiben, kann Usability über Erfolg und Misserfolg entscheiden.
Usability ist das englische Wort für Gebrauchstauglichkeit. Ein gebrauchstaugliches Produkt ist kurz gesagt eines, mit dem wir erfolgreich, zügig und ohne Ärgernisse unser Anliegen erledigen können. Man denke zum Beispiel an das gute Gefühl, wenn der Toaster jeden Morgen auf Stufe 2 und Knopfdruck verlässlich ein goldgelbes Toast produziert … Hier stimmt die Usability.
Usability ist, wenn man einfach genau das bekommt, was man haben wollte. Wie oft geht uns das so mit Webseiten, Webshops oder Software? Nicht allzu häufig. Beispiele gibt es hier zuhauf: Eine Fahrkarte am Automaten oder gar im Internet zu kaufen, kann eine echte Herausforderung sein, ebenso wie die Programmierung unserer Heizung oder des Videorecorders. Immer, wenn sich unser Ziel nur mit Extra-Aufwand und Zähneknirschen oder sogar gar nicht erreichen lässt, fehlt es an Usability.
Usability bedeutet die Chance für Unternehmen, ihre Kunden besser zu bedienen und damit erfolgreicher zu werden. Verfolgen Unternehmen dieses Ziel systematisch, stellen sie fest, dass sich so auch Zeit und Geld bei der Entwicklung einsparen lassen. Berücksichtigt man den Nutzer nämlich bereits bei der Planung eines Produkts, kann man auf teure Re-Designs später verzichten.
Was ist die Kompetenzinitiative Usability, und was bietet sie einem Gründer?
Die Kompetenzinitiative Usability, kurz KiU, ist ein Projekt an der TU Berlin und der TU Chemnitz unter der Leitung von Prof. Manfred Thüring. Wir unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen in den neuen Bundesländern und Berlin dabei, die Usability ihrer Produkte zu verbessern und dadurch die Chancen auf dem Markt zu erhöhen.
Wir bieten zum Beispiel Usability-Tests an, in denen das Produkt mit echten Nutzern überprüft wird. Oder auch Experten-Reviews, bei denen geschulte Augen auf die Software oder Webseite schauen. Ziel ist dabei immer aufzuzeigen, wo und wie die Bedienung des Produkts für den späteren Nutzer noch optimiert werden kann oder sogar muss, um die Handhabung zu einem erfolgreichen, effizienten und zufriedenstellenden Erlebnis werden zu lassen. Je nach Umfang sind die Projekte für Gründer ganz oder teilweise kostenfrei.
Wer steckt eigentlich hinter der Initiative?
Das war ursprünglich das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). 2007 hat es den Wettbewerb „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ ausgeschrieben. Bewerben konnten sich Projekte mit guten Ideen dafür, wie man bereits vorhandenes wissenschaftliches Know-How in die Unternehmen bringen und dort gewinnbringend umsetzen kann. Prof. Thüring hat mit der Idee zu KiU einen Preis gewonnen: KiU wird bis Juli 2011 vom Ministerium gefördert.
Was muss ein Gründer oder Start-Up vorweisen, um gefördert zu werden?
Um mit der KiU ein gefördertes Usability-Projekt durchzuführen, muss ein Unternehmen in den neuen Bundesländern oder Berlin ansässig sein und darf nicht mehr als 250 Mitarbeiter zählen.
Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Die KiU findet man im Internet unter http://www.kiu-online.de/. Interessierte Unternehmen können einfach eine Email an daniela.kessner@tu-berlin.de schreiben oder mich unter 030 314 25287 anrufen. Ich freue mich darauf, neue Unternehmen und Ideen kennenzulernen.
Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Überlassen Sie die Usability Ihres Shops, Ihrer Webseite oder Ihrer Software nicht dem Zufall. Sie können erheblich an Kosten und Zeit sparen, wenn Sie den späteren Nutzer bereits beim Entwurf und in der Konzeptphase berücksichtigen. Holen Sie sich kompetente Unterstützung in Sachen Usability und profitieren Sie von hoher Gebrauchstauglichkeit. Ihre zufriedenen Kunden werden es Ihnen danken.
Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?
Kein Buch oder Blog, das ich hier empfehlen könnte, gibt gezielt Antworten auf die Fragen der Leser. Deshalb möchte ich jeden Interessierten ermuntern, sein ganz spezielles Interesse an Usability gezielt zu verfolgen. Immer wieder gibt es zum Beispiel kostenfreie Informationsveranstaltungen zum Thema Usability, auch speziell für Gründer, bei den IHKn oder bei der eCOMM in Berlin und Brandenburg. Und selbstverständlich steht auch die KiU allen Interessierten für eine Beratung oder für Schulungen zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an.
Vielen Dank für das Interview.

