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Gründerszene DB

Monats-Archive: Juli 2010


Gesagt, getan!: Business-Strategien und Pläne erfolgreich umsetzen

von Alexandra Altmann
250 Seiten
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Dieses Buch behandelt das Thema Umsetzung, also das was kommt wenn die Planung steht. Die deutsche Autorin gibt 6 Faktoren der Umsetzungskraft:

  1. Klarheit — Alle kennen und verstehen die wichtigsten Ziele.
  2. Verpflichtung — Alle stehen hinter den Zielen.
  3. Aktion — Alle wissen, was zu tun ist.
  4. Befähigung — Alle können an den Zielen arbeiten.
  5. Synergie — Alle arbeiten zusammen an der Erreichung der Ziele.
  6. Verantwortung — Alle ziehen sich gegenseitig zur Verantwortung.

Danach beschreibt die Autorin einen Fragebogen zur Messung der XQ, der Umsetzungskraft eines Unternehmens. Dann gibt sie vier Disziplinen, die die Umsetzungskraft sicherstellen, wenn man sie befolgt:

  1. Auf das absolut Wichtige fokussieren
  2. An den Frühindikatoren für Erfolg arbeiten
  3. Ergebnisse kontinuierlich messen
  4. Regelmäßig Verantwortung einfordern

Das Buch liest sich ein wenig zäh und es enthält keine ganz neuen Herangehensweisen. In der Tat sind alle gegebenen Vorschläge schon lang anerkannte Vorgehensweisen. Die Frage ist nur, warum sie so wenig befolgt werden in tatsächlichen Unternehmen? Insgesamt gesehen ist das Buch vielleicht nützlich für ein Unternehmen, dass seine Umsetzungskraft sicherstellen will. Sicherlich ein Thema auch für junge Unternehmen.

Fazit: lesenswert bei Bedarf, aber keine Empfehlung



Behind Closed Doors: Secrets of Great Management

von Johanna Rothman, Esther Derby
176 Seiten
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Dieses Buch begleitet einen fiktiven Manager Sam bei der Übernahme einer neuen Stelle. Hier soll er ein Team von 4 Teamleitern führen, die insgesamt an einer Software arbeiten. Das Buch ist von Praktikern für Praktiker geschrieben und durch die Vorgehensweise lernt man direkt die erfolgsversprechenden Techniken des Managements kennen. Man sieht, wie man erfolgreich mit Problemen umgeht und wie man Leute führt. Abgeschlossen wird das Buch durch eine Reihe von Checklisten, die die Tools nocheinmal aufzählen.

Das Buch behandelt wirklich nur die einfachen Tools, wie Coaching, Feedback, etc. und ist demzufolge genau für Neulinge im Bereich des Managements geeignet.

Fazit: gut lesbar




Fire Someone Today: And Other Surprising Tactics for Making Your Business a Success

von Bob Pritchett
224 Seiten
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Der Autor gibt hier in 22 kurzen Kapiteln bodenständige Informationen über das Führen eines kleinen oder mittelständigen Unternehmens. Er ist der CEO von Logos Research Systems, die Biblerechere-Software herstellen und vertreiben. D.h. der Autor hat die Erfahrungen selbst gemacht, von denen er berichtet. Es ist aus der Praxis für die Praxis geschrieben und bietet viele Einsichten, meist von trivialer, aber dennoch sinnvoller Art. Bspw. der Tipp man solle lesen oder das man selbst seine Verträge schreiben sollte, statt das seinem Vertragspartner zu überlassen.

Hier die 22 Kapitel:
1. Fire Someone Today
2. You Are the Reason You Are in Business
3. Nobody Loves Your Baby Like You Do
4. There Can Be Only One—Plan for Your Partner’s Departure
5. Don’t Hire Anyone You Haven’t Interviewed
6. Cash Is King
7. Quality, Price, Service—Prioritize
8. Nobody Needs an Optimistic Accountant
9. You Can Atways Find 5%
10. Profit Is Why You Are in Business
11. If You Are Not Growing, You Are Shrinking
12. Good Systems Protect You from the Perfect Employee
13. The One Who Writes Wins
14. Read
15. Don’t Fly Blind—Build a Dashboard
16. Visit Everyone in Person
17. Press Is Yours If You Ask—and If You Want It
18. In Acquisitions, the Buyer Is the Loser
19. Buy Lunch
20. Winning Takes 51%
21. Some People Are Your Greatest Assets
22. Business Is a Serious Game

Das Buch liest sich schnell und gut. Insgesamt hat mich die Empfehlung es zu lesen nicht enttäuscht.

Fazit: eine Empfehlung für den Nachttisch


In Zeiten des Wirtschaftsrückgangs sind Unternehmen gezwungen, auf die neuen wirtschaftlichen Bedingungen zu reagieren, indem sie aktiv nach neuen Geschäftsgelegenheiten suchen, wo immer sich diese bieten. Dass die Weltwirtschaft zum Stillstand gekommen ist, muss in der Tat nicht bedeuten, dass auch unternehmerische Wachstumsinitiativen diesem Beispiel folgen müssen.

Unternehmen jeder Größe können sich neue Märkte erschließen, wenn sie sich richtig vermarkten. Aber der Wunsch nach Anpassung und Wachstum in schwierigen Zeiten muss von geeigneten Hilfsmitteln unterstützt werden. Zu leicht investiert man in eine „Lösung“, deren Ergebnisse tatsächlich nicht kalkulierbar sind. Wichtig ist, zunächst auszuprobieren, was funktioniert, bevor man beträchtliche Ressourcen in eine internationale Marketing-Strategie investiert.

Das Internet ist heutzutage für die Mehrheit der Verbraucher, die auf der Suche nach einem neuen Produkt oder einer neuen Dienstleistung sind, der erste Anlaufhafen. Es versteht sich daher von selbst, dass der Schlüssel zu internationalem Wachstum darin liegt, wie ein Unternehmen seine Website gestaltet.

Website-Lokalisierung und Suchmaschinenoptimierung (SEO) sind, da die Einrichtung einer einfachen, textbasierten Website in einer Fremdsprache nur ein paar hundert Euro kostet, kosteneffiziente Strategien zur Erschließung neuer Märkte. Die Texte im Internet sind mehrheitlich in englischer Sprache verfasst, obwohl die Muttersprache der meisten Internetbenutzer nicht Englisch ist. Hier besteht also eine klare Lücke, die Unternehmen ausschöpfen sollten.

Der erste Schritt besteht in der Feststellung, ob für Ihre Dienstleistung/Ihr Produkt überhaupt ein Bedarf im Zielland besteht. Die beste Methode dafür ist das Untersuchen des örtlichen Wettbewerbs. Es ist ein gutes Zeichen, wenn es bereits etablierte, ähnliche Unternehmen gibt, denn dies spricht dafür, dass dort ein echter Bedarf besteht. Hüten Sie sich jedoch vor zu viel Konkurrenz, da es schwierig sein kann, erfolgreich in einen bereits gesättigten Markt einzudringen.

Wenn einwandfrei festgestellt wurde, dass tatsächlich eine Nachfrage besteht, recherchieren Sie die Hauptsuchbegriffe, die Internetnutzer vor Ort verwenden. Google und Yahoo bieten kostenlose Tools zur Ermittlung von Keywords an, über die Sie diejenigen Suchausdrücke finden, die im gewünschten Auslandsmarkt verwendet werden.
Diese Keywords sollten anschließend in eine professionell übersetzte Website integriert werden, um so ihre Position in den Suchmaschinen-Rankings organisch zu optimieren. Da im Gegensatz zum englischsprachigen Markt noch lange keine Sättigung im Hinblick auf wichtige Suchbegriffe in anderen Sprachen abzusehen ist, steigt man möglicherweise sehr schnell in ausländischen Suchmaschinen-Rankings.

Um diesen Prozess zusätzlich zu beschleunigen, bieten sich Pay-per-click-Werbekampagnen (PPC) an, wie beispielsweise Google AdWords, die durch „Sponsorenlinks“ dazu beitragen, den Traffic auf Ihrer Website zu erhöhen. Das Schöne an PPC ist, dass man im Voraus ein Budget festlegt – das können, ganz nach Wunsch, lediglich 5 Euro sein – und den Wert testen kann, ohne gleich große Summen auszugeben. Das Risiko ist also tatsächlich minimal.

Wie bereits zuvor ausgeführt, hat sich Englisch zur internationalen Handelssprache und zur Verkehrssprache des Internets entwickelt. Man sollte darüber aber nicht vergessen, dass drei Viertel der Weltbevölkerung überhaupt kein Englisch sprechen.

Die Notwendigkeit, im Geschäftsleben internationale Verbraucher in deren eigener Muttersprache anzusprechen, kann gar nicht genug betont werden. Obwohl Englisch die am weitesten verbreitete erste Fremdsprache ist, bleibt die Tatsache bestehen, dass die Mehrheit der Verbraucher zuerst in ihrer Muttersprache nach Dienstleistungen/Produkten sucht.

Globales Handeln erfordert lokales Denken: Wer also geschäftlich international agieren möchte, muss sich der Vielzahl kultureller und sprachlicher Verflechtungen bewusst sein, denen man sich gegenüber sieht, wenn man in neue Absatzmärkte/Schwellenländer eindringt.

Das in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesprochene Deutsch ist zum Beispiel weitgehend gleich. Dennoch gibt es hinreichend viele dialektale Unterschiede zwischen den Varianten der deutschen Hochsprache, dass separate Marketing-Strategien äußerst wichtig sind, will man jeden dieser Märkte gezielt ansprechen.
Um ein Beispiel zu nennen: Das englische Wort „(whipped) cream” würde in Deutschland in der Regel mit „Schlagsahne/Sahne“ übersetzt. Österreicher würden hingegen „Schlagobers/Obers“ sagen, während in der Schweiz die meist verwendete Übersetzung „Schlagrahm/Rahm“ wäre. In jedem Fall ist das gleiche gemeint. Der unterschiedliche Name ist an die Region geknüpft, in der er verwendet wird.

Ähnlich verhält es sich mit dem Gebrauch der Bezeichnungen „Marillen“ und „Aprikosen“ – verschiedenen Namen für die gleichen Früchte. Worin der Unterschied liegt? „Marillen“ werden die Früchte in Bayern und Österreich genannt, „Aprikosen“ in Deutschland. Das deutsche Wort „Kartoffeln“ ist jedem Deutschsprachigen bekannt. Wer aber nach Österreich reist, sollte sich daran gewöhnen, dass dort von „Erdäpfeln“ die Rede ist.

Es gibt etliche solcher Varianten deutscher Dialekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die hervorheben, wie bedeutsam die richtige Lokalisierung Ihres Produkts/Ihrer Dienstleistung für jeden bestimmten Zielmarkt ist. Gleiches trifft auch auf Französisch (Frankreich/Kanada), Portugiesisch (Portugal/Brasilien), Spanisch (Spanien/Lateinamerika) und Englisch (USA/UK) zu.

Sprache ist also ein zentraler Faktor im Globalisierungsprozess. Unternehmen jeder Größenordnung könnten von Website-Lokalisierung und SEO profitieren. Wer sein Geschäft von zu Hause betreibt, kann mit einem vernetzten Computer und etwas gesundem Unternehmerverstand weltweit geschäftlich tätig sein, auch ohne hohes Startkapital.


Über den Autor: Christian Arno ist der Gründer und Geschäftsführer von Lingo24, einem internationalen Übersetzungsunternehmen, das Übersetzungsdienstleistungen in alle und aus allen wichtigen Weltsprachen anbietet.

Building Your Company’s Vision
von James C. Collins, Jerry I. Porras
Harvard Business Review Sep.-Okt. 1996
16 Seiten


Dieser Artikel beschreibt einen Ansatz zur Strategiefindung. Er basiert auf einer Core Ideology basierend auf Core Values und Core purpose der Firma und einer Envisioned Future, die aus einem 10-bis-30-Jahre BHAG (Big Hairy Audacious Goal) und einer Vivid Description besteht. Der Term BHAG wurde in diesem Artikel eingeführt und hat sich danach etabliert. Der Artikel ist zugänglich und gut geschrieben. Es werden Beispiele aus der Weltwirtschaft gegeben – meist von bekannten großen Firmen.

Eine Google-Suche kann unter Umständen zu einer lesbaren Kopie dieses Artikels führen. Andere Artikel von James Collins.

Fazit: eine deutliche Empfehlung, so klar habe ich dieses Thema noch nie gelesen



Mastering the Rockefeller Habits: What You Must Do to Increase the Value of Your Fast-Growth Firm

von Verne Harnish
176 Seiten
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Der Unternehmensberater und Guru Verne Harnish schreibt hier von den drei Habits, die da sind:

  1. Prioritäten: Hat die Organisation 5 top Prioritäten und eine klare top 1 Priorität aus den 5 jeweils für das Jahr, das Quartal und bei starkem Wachstum für den Monat? Hat die Unternehmung ein Thema? Haben alle Angestellten eigene Prioritäten, die mit den Unternehmensprioritäten abgestimmt sind?
  2. Daten: Erhebt die Unternehmung tägliche und wöchentliche Daten, die eine Einsicht in die Unternehmensentwicklung und die Marktbedürfnisse geben? Hat jeder in der Organisation eine eigene Metrik, die ihm Rückmeldung über seine Performance gibt?
  3. Rythmus: Besitzt die Unternehmung einen Rythmus von täglichen, wöchentlichen, monatlichen, quartalsweisen und jährlichen Meetings, die der Ausrichtung und der Rechenschaft dienen? Werden die Besprechungen gut geführt, sind sie nützlich?

Der Autor vergleicht die Durchführung dieser Prinzipien mit der Kindererziehung und zieht daraus den Schluss, dass drei Handlungsrichtlinien befolgt werden sollen:

  1. Habe eine handvoll Regeln.
  2. Wiederhole dich oft.
  3. Handle entsprechend der Regeln (darum nur wenige Regeln!).

An diese Grundsätze schließen sich dann 10 Kapitel über einzelne Themen der Unternehmensführung an. Besonders gefallen hat mir hier der Weg von den Core Values und dem Big Hairy Audacious Goal (BHAG) über die Planning Pyramid zu der Zusammenfassung in dem One-Page Strategic Plan. Einen ersten Eindruck davon kann man sich durch die kostenlosen Downloads machen. Auch die Einführung der Kaskade von täglichen, wöchentlichen und monatlichen Meetings ist bedenkenswert. Der Autor macht sich hierfür stark.

Das Buch wird schließlich durch 10 Fallbeispiele abgeschlossen von Firmen, die dem Weg des Autors und seiner Unternehmensberatung gefolgt sind. Habe ich schon die Latte an Testimonals erwähnt, die das Buch anführen?

Insgesamt gesehen ist das Buch ein interessanter Read, aber man muss den Fokus auf wachsende Firmen beachten. Für Neugründungen ist weniger relevant. Aber ein Blick über den Tellerrand der Gründung auf den Weg der vor einem liegt ist sicherlich auch nicht verkehrt.

Fazit: ein Buch, das von vielen empfohlen wird

Die KfW Bankengruppe zeichnet 16 erfolgreiche Firmengründungen aus – Bewerbungsschluss ist der 10. August 2010

Berlin/Potsdam, 09.07.2010. Im Rahmen der Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) am 29. und 30.10.2010 vergibt die KfW Bankengruppe den Unternehmenspreis „GründerChampions 2010“. Aus jedem Bundesland wird das wirtschaftlich erfolgreichste Start-up gesucht, das anschließend die Chance hat, als Bundessieger ausgezeichnet zu werden. Noch bis zum 10.08.2010 können sich Unternehmerinnen und Unternehmer bewerben, die ihre Geschäftsidee in den vergangenen fünf Jahren (Gründung nach dem 31.12.2004) erfolgreich in die Tat umgesetzt haben und ihren Firmensitz in Deutschland haben.

Aus den 16 GründerChampions aus jedem Bundesland werden auf der feierlichen Eröffnungs-veranstaltung zur deGUT am 28.10.2010 in Berlin in Anwesenheit des Bundeswirtschaftsministers Rainer Brüderle die drei Bundessieger gekürt. Mit dem Bundespreis wird das jeweils wirtschaftlich erfolgreichste Unternehmen im Hightech-Bereich, im Dienstleistungs-Sektor sowie das wirtschaftlich erfolgreichste Kleinstunternehmen ausgezeichnet. Jedes dieser drei Unternehmen erhält ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro.

Eine hochkarätige Jury mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Landesförderinstituten, Industrie- und Handelskammern, renommierten Unternehmer/innen sowie dem Wirtschaftsmagazin „brand eins“ und dem Gründermagazin „StartingUp“ beurteilt die Unternehmen zunächst nach ihrem wirtschaftlichen Erfolg und darüber hinaus nach folgenden Kriterien:

  • Schaffung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
  • Zusammenspiel von wirtschaftlichem Erfolg und ethischer Verantwortung (z. B. Umgang mit den Mitarbeitern in der Krise)
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bei dem Wettbewerb profitieren nicht nur die Bundessieger von ihrem gewonnnen Titel „GründerChampion 2010“: Alle Landessieger des KfW-Unternehmenspreises können ihre Unternehmen gemeinsam mit den drei Bundessiegern auf der 26. deGUT präsentieren. Hinzu kommt ein exklusiver Berlin-Aufenthalt vom 28. bis 30.10.2010 inklusive Hotelübernachtung sowie begleitende, kostenlose Pressearbeit für alle 16 Landessieger. Der Titel „GründerChampion“ unterstützt die unternehmerischen Aktivitäten aller Sieger als Qualitätsauszeichnung bundesweit.

Alle Informationen zum Wettbewerb und ein Online-Bewerbungsformular finden Sie unter: www.degut.de und www.kfw-mittelstandsbank.de

Über die deGUT: Die 26. deGUT findet am 29. und 30.10.2010 in der STATION-Berlin statt.

Mit über 6.000 erwarteten Teilnehmern, etwa 100 Ausstellern aus ganz Deutschland und einem umfangreichen, kostenlosen Seminar- und Workshopprogramm ist die deGUT eine der wichtigsten Messen rund um das Thema Existenzgründung und Unternehmertum. Experten und Berater von Banken, Wirtschaftsverbänden, Kammern und anderen Institutionen sowie erfolgreiche Unternehmer/innen informieren über alles, was man bei einem Start in die Selbstständigkeit wissen muss. Aber auch Unternehmen, die sich bereits etabliert haben, erfahren auf der deGUT viel Wissenswertes zu Themen wie Marketing, Verkauf, Recht oder Personal.

Siehe auch den Artikel deGUT – Deutsche Gründer- und Unternehmertage in diesem Blog.



Free – Kostenlos: Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets

von Chris Anderson
304 Seiten
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Chris Anderson kennt man als Wired -Chefredakteur. Außerdem ist er bekannt als der Autor von “The Long Tail – Der lange Schwanz: Nischenprodukte statt Massenmarkt – Das Geschäft der Zukunft”. Nun hat er ein Buch über Kostenloses geschrieben. Und um es zu verbreiten, hat er das Thema auch gleich realisiert und das Buch als Hörbuch online kostenlos downloadbar gemacht. Es ist ein 285MB Download. Das habe ich mir dann auch gleich angehört.

Inhaltlich geht es um die gesamte geschichtliche Entwicklung des Kostenlosen. Aber auch aktuelle Themen des Internets kommen nicht zu kurz. Um ehrlich zu sein: so viel wie in diesem Buch wollte ich nie über “Free” erfahren. :-)

Fazit: als kostenloses Angebot sicherlich topp, aber Geld würde ich dafür nicht ausgeben wollen

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Ich bin seit Anfang der 90er immer mal wieder freiberuflich tätig gewesen, seit Anfang 1997 hatte ich mittlerweile 3 eigene Firmen. Mein Blick kommt also im Wesentlichen aus der Praxis. Gleichzeitig bin ich, das zeigen schon 7 Jahre Philosophie-Studium ein selbstreflexiver Mensch, der deshalb auch versucht, hinter die Dinge zu blicken.

Mein Blick auf Entrepreneurship? Da gibt es mindestens zwei Dimensionen. Die erste auf einer gesellschaftlichen Ebene. Viele Entwicklungen gehen immer schneller und werden sind in großen Einheiten aus einer zentral planenden Perspektive (Staaten, Konzerne) weder weder erfassbar noch führend veränderbar. Zumal in diesen großen Einheiten sowieso permanent wechselnde Kurzfristdenker am Ruder sind. Entrepreneure, also Unternehmer von kleinen und mittleren Unternehmen können (und müssen) viel schneller agieren. Und da sie in aller Regel ihr Vermögen in ihrem Unternehmen gebunden haben, müssen sie auch langfristiger und verantwortungsvoller agieren. Entrepreneurship ist für mich die Antwort auf nahezu alle drängenden Probleme unserer Zeit.

Die andere Dimension ist auf einer mehr individuellen Ebene. Mit Entrepreneurship sind für mich bestimmte Werte verbunden: Selbstverantwortlichkeit, Langfristigkeit, Verantwortung, Experimentierfreude, aber auch Radikalität im Abschneiden alter Zöpfe. Natürlich gibt es auch Unternehmer und Selbständige, die nur von einem Tag auf den anderen wie das Karnickel auf die Schlange auf ihren Kontostand starren. Das sind für mich bestenfalls werdende Entrepreneure – sie haben noch nicht begriffen, dass sie selbst für ihre Situation (und ihre Panik oder Gier) verantwortlich sind.

Was ist Ihre Geschichte, d.h. wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Beschäftigung gekommen?

In wenigen Worten? Meine erste Software-Firma fünf Jahre lang aufgebaut, bis zu 30 Mitarbeiter, dann Venture Capital geholt und eine Reihe von Fehlern gemacht. Diese Fehler führten dann zu eineinhalb Jahren Niedergang und schließlich Insolvenz mit hohen privaten Schulden. Mich anstellen zu lassen, kam nicht in Frage. Sozialhilfe hätte ich in meiner Situation sicher beantragen können, wollte ich aber nicht, weil man innerhalb weniger Wochen in eine mentales Setting gerät, dass man andere für verantwortlich für die eigenen Einnahmen hält. Also blieb nur die Gründung einer zweiten Firma.

Bei meiner zweiten Firma wollte ich es aber richtig machen und begann zu lernen wie ein Wahnsinniger: Coach, über 100 Bücher und mindestens 5 Seminare pro Jahr sowie Gespräche mit allen einigermaßen erfolgreichen Unternehmern, die mir unter die Finger kamen. Nach eineinhalb Jahren waren die Schulden weg und die neue Firma funktionierte ganz gut. Aber auch nicht überragend gut.

Das lag schlicht daran, dass ich an der Software mittlerweile jedes Interesse verloren hatte. Was mich interessierte, war die Art und Weise wie gute Unternehmen funktionierten. Und da kam dann auch ein Stück weit der Zufall zu Hilfe: Einige befreundete Unternehmer fragten mich plötzlich, ob ich sie beraten könnte. Das erschien mir am Anfang etwas merkwürdig, weil ich ja selbst gerade gescheitert war. Aber ich versuchte es und konnte ihnen helfen. Und das begeisterte mich so, dass ich mein zweites Unternehmen schließlich verkaufte und mein drittes Unternehmen Unternehmercoach GmbH gründete.

Wie lange existiert Ihre Firma schon und wieviele Coaches haben Sie jetzt?

Erste Coachings mache ich seit 2004, die Firma als GmbH existiert seit Mitte 2007. Für das Konzept erhielt ich im Jahr 2009 den Strategiepreis und vor allem durch mein Buch “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer”, das bei Amazon seit zweieinhalb Jahren in der Rubrik “Kleine und mittlere Unternehmen” fast durchgängig auf Platz 1 ist, sind wir mittlerweile die erste Adresse im deutschsprachigen Raum, wenn es um das Thema Unternehmercoaching geht. Trotz unserer recht überschaubaren Größe von 3 weiteren Coachs neben mir. Die übrigens alle mindestens 10 Jahre lang eigene Unternehmen geführt haben müssen. Ich arbeite grundsätzlich nicht mit Menschen, die nur Unternehmensberater oder Coach gelernt haben – die haben zwar in vielen Bereichen ihre Berechtigung, aber leider vom Unternehmersein keine Ahnung.

Haben Sie eine spezielle Zielgruppe oder coachen Sie alle Unternehmer?

Ja, die Zielgruppe ist ziemlich speziell ;-) Zuerst einmal fokussiere ich auf ein bestimmtes Problem. Die sogenannte zweite Wachstumshürde. Die erste Hürde liegt in der Gründung und dem Markteintritt. Da ist der Unternehmer zumeist Fachkraft und übt die Tätigkeit selbst aus. Die zweite Hürde kommt dann, wenn der Unternehmer erfolgreich ist und das Unternehmen wächst und der auf einmal eine ganz andere Rolle bekommt. Bei diesen Hürden geht es nicht so sehr um praktische Fragen – da gibt es massenweise Bücher dazu (wovon allerdings nur wenige was taugen). Es geht um mentale Veränderungen. In der Gründung verlasse ich die vorige (scheinbare) Sicherheit, ich muss plötzlich raus gehen und was verkaufen etc. Dabei kommt es zu einer Veränderung vieler eigenen Werte und Glaubenssätze. Dasselbe passiert in der zweiten Wachstumshürde, dem Übergang vom Selbständigen, der selbst und ständig arbeitet, zum Unternehmer, der ein System aufbaut, in dem gearbeitet wird. Der Selbständige arbeitet, wie der amerikanische Autor Michael Gerber sagt, im und der Unternehmer am Unternehmen. Dazu braucht es ein anderes Mindset und andere Kompetenzen. Sieht man dies als Selbständiger nicht, rennt man zwangsläufig in ein riesiges Hamsterrad mit all seinen Phänomenen wie zeitliche Überlastung, Gewinnrückgang, Ärger mit Kunden und Mitarbeitern etc.

Unser Fokus sind ausschließlich Unternehmer in dieser zweiten Wachstumshürde, typischerweise bei etwa 3 bis 30 Mitarbeitern. Und dann wiederum nur eine Teilgruppe daraus, nämlich die Unternehmer, die hin und wieder ein Fachbuch über das Unternehmersein in die Hand nehmen – wir wollen nur mit Unternehmern arbeiten, die weiter kommen wollen und dafür auch was tun.

Ach ja, und wir arbeiten grundsätzlich auch nicht mit Unternehmern, die sich ihre Beratung öffentlich fördern lassen wollen. Das hat zwei Gründe: Zum einen halten wir den ganzen Förderwahnsinn für Geldverschwendung, die vor allem den Zweck hat, irgendwelchen Bürokraten irgendwelche Pöstchen und Töpfchen zuzuschieben. zum anderen, und noch wichtiger, Unternehmer, die ihrer eigenen Weiterentwicklung nicht so viel Wertschätzung entgegenbringen, dass sie dafür eigenes Geld ausgeben, gehören auch nicht zu unserer Zielgruppe.

Wie gestaltet sich so ein typisches Coaching durch Sie?

Es gibt zwei mögliche Wege in ein solches Coaching. Entweder über die offenen Seminare, die von mir selbst gehalten werden. Dort arbeitet man 3 Tage lang an seiner eigenen Firma und entwickelt schon eine Menge Ideen und Ziele. Zur Begleitung bei der Umsetzung gibt es dazu optionales Telefon-Coaching durch einen der 3 Unternehmercoachs.

Der andere Weg beginnt immer mit einem 1-tägigen Workshop vor Ort beim Unternehmer. Dieser Workshop wird mit einem umfangreichen Fragebogen vorbereitet. Dieser dient sowohl dem Unternehmer zur eigenen Klärung als auch dem Coach zur Vorbereitung. Je nach Fragestellung wird dann der Workshop ganz individuell auf den Unternehmer zugeschnitten. Und je nach Ergebnis kann es ganz unterschiedlich weiter gehen. Entweder durch begleitendes Telefoncoaching oder durch weitere Workshops. Grundsätzlich vertreten wir dabei – im Unterschied zu den meisten anderen Coachs und Beratern – die Philosophie: Je weniger man uns braucht, desto besser. Wir müssen als erfolgreiche Unternehmer eben keine Beratertage verkaufen, um zu überleben :-)

Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Da sind wir in der glücklichen Situation, dass man uns über Google ziemlich gut findet, natürlich unter Unternehmercoach auf Platz 1, aber auch unter “Unternehmer” oder “Coaching” auf der ersten Ergebnisseite. Für die, die es schneller wollen, gehts auch direkt über http://www.unternehmercoach.com.

Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Denselben, wie jemand, der schwimmen lernen will: Such Dir jemand, der schwimmen kann – nicht jemand, der theoretisch weiß, wie es gehen müsste. Ein Gründungswilliger sollte sich also einen erfahrenen Unternehmer suchen – das erspart Jahre an oft schmerzvollen und immer teuren Erfahrungen. Einen solchen Unternehmer zu finden ist oft gar nicht so schwer – ich würde bei den besten anfangen, also solchen, die irgendwann mal einen Preis gewonnen haben. So verrückt es klingt, aber dort ruft normalerweise fast niemand an. Das muss man sich mal vorstellen: Da wird jemand zum Beispiel “Deutschlands Kundenchampion” und er wird von niemand angerufen, der wissen will, wie das ging! Dabei wollen viele – nicht alle – Unternehmer gerne ihre Erfahrungen weiter geben.

Können Sie ein Buch (außer Ihrem eigenen natürlich) oder eine Website empfehlen?

Also die besten Bücher für Gründer sind meiner Meinung nach die Bücher von Günter Faltin: Kopf schlägt Kapital [Anm. Rezension], von Kerstin Friedrich: Das große 1 x 1 der Erfolgsstrategie [Anm. Rezension] und von Michael Gerber: Das Geheimnis erfolgreicher Unternehmen.

Daneben habe ich auf meiner Website mittlerweile rund 350 Besprechungen von Büchern für Unternehmer aus Unternehmerperspektive und in meinem Newsletter kommen auch jedes Mal 5 bis 10 Buchbesprechungen.

Vielen Dank für das Interview.

[Anm. Rezension des Buches Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer. Wie Sie und Ihr Unternehmen neue Dynamik gewinnen von Stefan Merath]

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Ich denke Entrepreneurship ist vor allem eine Lebenseinstellung und die Freude daran etwas Neues zu entwickeln, aufzubauen und dies aus eigener Kraft „zum wachsen“ zu bringen.

Wie sind Sie persönlich zum Entrepreneurship gekommen?

Mein Studium zum TV-Produzenten war schon sehr auf Selbständigkeit ausgerichtet. Wir konnten schon über erste Industrieprojekte in Eigenregie das Unternehmertum kennenlernen. Schritt für Schritte entwickelte sich dann aus entsprechenden Kontakten, vielseitiger persönlicher Motivation und der Freude daran Themen wirtschaftlich aufzubauen der konsequente Schritt hin zum Entrepreneurship.

Was macht 5thDime eigentlich?


Wir produzieren 3D Audio in allen relevanten Formaten. Für zukunftsweisendes und faszinierendes Audio- und Musikerleben in Multimedia-, Live- und Home-Entertainment.

Wie ist Eure Erfahrung mit media.net:catapult – dem Mentorenprogramm von media.net berlinbrandenburg e.V.?

Sehr sehr positiv kann ich nun rückblickend sagen. Gerade der intensive persönliche Austausch mit den anderen Gründern und die vertrauten und informativen Gesprächen untereinander hat das medial.net:catapult bereichernd für alle Beteiligten gemacht.

Was waren die größten Überraschungen während des Gründens und in der ersten Zeit?

Ich denke für jeden Gründer ist es spannend zu erleben, wie sich die entwickelte Idee und das dazu geformte Geschäftsmodell ab dem Marktstart bewährt. Da erlebt man doch immer wieder vielfältigste Überraschungen. Gerade bei „5thDime“, das auf verschiedene Geschäftsmodelle setzt, ist es zum Teil überraschend zu sehen welche Modelle sich besser durchsetzen und welche gegebenenfalls noch mehr Anlauf brauchen. Dabei kommt es auch vor, dass die Entwicklungen im Vorfeld persönlich ganz anders eingeschätzt wurden.

Wie macht sich Berlin als Gründungsort?

Berlin etabliert sich in den letzten Jahren weltweit immer mehr im kreativen Wirtschaftssektor. Dahingehend haben sich auch die Wirtschaftstrukturen sehr positiv angepasst. Für „Start-Up“ Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten Coachings und Beratungen in Anspruch zu nehmen oder an diversen Ausschreibungen und Wettbewerben teilzunehmen, die auch Finanzierungshilfe sein können. Grundsätzlich bietet die Stadt viele Anlaufstellen und Potentiale das Gründen zu vereinfachen und Gründern auf die Beine zu helfen.

Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Unsere offizielle Website: http://www.5thDime.com bietet alle Informationen zum Unternehmen. Weiter führende Informationen zu Produkten und persönlicher Kontakt ist darüber hinaus auch auf Plattformen wie Xing, LinkedIn, Youtube, Facebook und MySpace zu finden.

Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Meine bisherigen Erfahrungen habe mir gezeigt, dass die persönliche Überzeugung von dem was man macht und der Wille dies auch umzusetzen der beste Antrieb ist und einen auch in schwierigen Situationen den richtigen Weg weißt. Weiterhin steht vor der Idee und deren erfolgreichen Umsetzung auch immer ein Team und dies bewusst und gewählt zu formen kann über Erfolg und Misserfolg ebenso entscheiden.

Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Ich lese ab und an Einträge auf Gründer-Plattformen wie gruenderszene.de oder deutsche-startups.de. www.venturetv.de hat ebenfalls ganz informative Video-Beiträge zu bieten.

Vielen Dank für das Interview.