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Gründerszene DB

Bootstrapping

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen? Wann habt Ihr Euch entschieden das Projekt anzugehen?

Das Idea Camp wurde im Februar 2011 als Veranstaltung für Freunde und Bekannte ins Leben gerufen. Ziel war von Anfang an, Business-Ideen zu entwickeln und zu diskutieren. Nach einem ersten Durchlauf – im privaten Umfeld im April 2011 – wurde das Camp professionalisiert und für externe Teilnehmer geöffnet. Zwischenzeitlich haben wir einige Idea Camps veranstaltet und dabei den Fokus Schritt für Schritt von den Ideen auf deren Umsetzung verschoben: es hat sich gezeigt, dass Business-Ideen relativ generisch und nicht schwer zu finden sind, und somit nicht das eigentliche Problem darstellen.

Schwierig ist die Umsetzung von Business-Ideen!

Worum handelt es sich beim Idea Camp und was ist Euer USP? Welche Nischen des Entrepreneurships wollt Ihr bedienen?

Bei unseren Idea Camps generieren wir Business-Ideen, und bearbeiten vor allem die Fragen nach deren schneller und realistischer Umsetzung. Unseren Teilnehmern vermitteln wir Möglichkeiten und Tools, ihre jeweiligen Träume praktisch zu realisieren. Die Ideen des Lifestyle-Designs sind dabei von zentraler Bedeutung! Unser aktueller USP sind kleine, feine Camps mit maximal 20 Teilnehmern, die ein intensives Kennenlernen und Vertrauen ermöglichen. Das Persönliche ist uns wichtig. Was die Zukunft bringt? – die Leser dürfen schon gespannt sein.

Nischen des Entrepreneurship die wir bedienen? – Unser Angebot richtet sich an solche Menschen, die ihr eigenes Schicksal anpacken möchten, ihr Glück frei gestalten und dabei auch die Möglichkeiten des Unternehmertums für sich nutzen möchten. Teilnehmer können bei uns eigene Business-Ideen einbringen, oder aber gänzlich neue Ideen in den Arbeitssessions mit den anderen Teilnehmern erarbeiten und somit weitestgehend unbedarft zu unseren Camps kommen. Bei der Auswahl der Teilnehmer achten wir auf ein ernsthaftes Interesse an einer Gründung, sowie auf den Willen und die (zeitliche) Möglichkeit ein Projekt auch nach den 3,5 Tagen Idea Camp weiter aufzubauen.

Wie sieht der Deal für einen Interessenten aus?

Philipp Wilhelm von Idea Camp

Aktuell basiert unser Ansatz auf geringen – um nicht zu sagen minimalen – Teilnahmegebühren.

Da wir aber keine Non-Profit-Organisation sind, beteiligen wir uns pro Camp an ein bis zwei Business-Ideen oder Teams, an die wir glauben und die in unseren Augen die Voraussetzungen mitbringen, Erfolg zu generieren. Außerdem ist Authentizität für uns wichtig, so dass wir ein Mentoring über das eigentlich Idea Camp hinaus nur solchen Projekten/ Teams anbieten, denen wir durch unsere persönlichen Erfahrungen echten Mehrwert bieten können. Dabei beträgt unsere Beteiligung an den Projekten, die auf unseren Idea Camps entstehen und die wir auch mittelfristig mit Rat und Tat aktiv unterstützen, 20% des Stammkapitals. Die Ansätze des Bootstrappings, Lean-Start-Ups, sowie der FourHourWorkWeek, und des frühzeitigen Outsourcings (wie z. B. in dem Buch „Kopf schlägt Kapital“ von Prof. Faltin dargestellt) verfolgen wir auch über das Camp hinaus. Die finale Entscheidung über eine Beteiligung verbleibt bei den Teilnehmern und deren Eindruck unserer Kompetenzen während der Idea Camps. Risiko tragen die Teilnehmer insofern kaum welches – dieses übernehmen wir als Unternehmer.

Wer steckt hinter der Idea Camp UG und wie seid Ihr persönlich zum Entrepreneurship gekommen?

Entworfen haben die Idee des Idea Camps Kalle und Philipp. Beide wollten – inspiriert von den Erzählungen von Basti und dessen Unternehmen „Strandschicht VPA UG“ – eigene Business-Ideen generieren und realisieren. Nach der Planung des ersten Camps wurden Katja, Basti und dessen Geschäftspartner Thomas als Teilnehmer bzw. Redner eingeladen. Aufgrund des Erfolgs der ersten „privaten“ Veranstaltung war schnell klar, die Idee des Idea Camps fortführen zu wollen und sie so zu einem richtigen Konzept zu entwickeln. Alle genannten Personen erklärten sich bereit, entsprechende Beiträge zu leisten: Kalle und Philipp die Idee des Idea Camps, Katja ihre Erfahrung als Beraterin bei einem großen Konzern, sowie Basti und Thomas die Erkenntnisse aus der eigenen unternehmerischen Erfahrung mit der „Strandschicht VPA UG“.

Basti und Thomas entschlossen sich bereits im Anschluss an ihr Bachelor-Studium BWL an der Universität Mannheim, unternehmerisch aktiv zu werden. Kalle, Katja und Philipp studierten zusammen im Mannheim Master in Management das Thema Entrepreneurship und machten erste Erfahrungen mit diesem Bereich. Die Alternativen abwägend – von Angeboten in der Beratungsbranche, über Verträge mit globalen Konzernen – entschlossen sich alle drei, die Option einer eigenen unternehmerischen Existenz in Kooperation mit erfahrenen Entrepreneuren – wie Basti und Thomas – vorzuziehen.

Was ist Eure persönliche Perspektive auf das Thema „Entrepreneurship“?

Entrepreneurship – auf Deutsch „Unternehmertum“ – ist eine Lebenshaltung, Lebensphilosophie, und ein Thema der großen Fragen des Lebens! Natürlich bedarf eine erfolgreiche unternehmerische Existenz gewisser Kenntnisse und setzt bestimmtes Know-How voraus. Dieses ist aber in der Regel relativ leicht erlernbar und kann einer Vielzahl von Menschen in mehr oder weniger kurzer Zeit vermittelt werden. Spannender sind die Fragen der Einstellung und Persönlichkeit: diese sind nicht von heute auf morgen lehrbar, sondern bedürfen einer entsprechenden Veränderungsbereitschaft und zeitlicher Geduld. Unternehmerisches Denken und Handeln sind die Kernkompetenzen um mit einer Selbstständigkeit erfolgreich zu werden. Chancen sind die individuelle Freiheit und bewusste Lebensgestaltung – die von Tim Ferriss, Autor des Buches „FourHourWorkWeek“, auch als Lifestyle Design betitelt wird.

Was habt Ihr für einen akademischen Hintergrund und würdet Ihr einem Gründungsinteressiertem ein Studium empfehlen? Welches ist am besten?

Wie schon angemerkt, haben wir alle BWL in Mannheim studiert: Basti, Philipp und Thomas zusammen im Bachelor BWL, während Kalle, Katja und Philipp gemeinsam den Mannheim Master in Management absolviert haben. Kalle hatte zuvor seinen Bachelor BWL an der Universität Magdeburg studiert, während Katja ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit einem großen Konzern absolvierte.

Würden wir einem Gründungsinteressierten ein Studium empfehlen?- Hier gehen die Meinungen in unserem Team teilweise erheblich auseinander: während der eine ein Verfechter von akademischer Bildung ist, stellt der andere deren Wert in Abrede. Die Frage ist einfach, mit welcher geistigen Haltung jemand ein Studium beginnt und was er sich davon verspricht. Sicherlich kann man strukturiertes und selbstständiges Arbeiten lernen, komplexe Inhalte absorbieren und reflektieren, sowie eine Grundlage für eine unternehmerische Selbstständigkeit legen. Auf der anderen Seite scheint es kaum einen Studiengang im deutschen Hochschulwesen zu geben, der wirklich vermittelt, wie man ein Unternehmen von null auf hochzieht und erfolgreich macht. Genau deswegen rennen uns unter anderem Studierende die Türen ein und fragen unsere Angebote nach – neben langjährigen Mitarbeitern von Großkonzernen, die sich beruflich verändern wollen, und Selbstständigen, die endlich mal wieder etwas Neues machen wollen, abseits von ihrem gewohnten Alltag im eigenen Unternehmen.

Welchen Rat würdet Ihr einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Plane nicht zu viel und zu lange – fang es an zu tun!

Der allgemeine Tenor bezüglich Unternehmertum in Deutschland, den Medien und Hochschulen ist, dass man einen guten Businessplan benötigt, um unternehmerisch aktiv zu werden. Unsere Sichtweise ist eine andere: man kann nicht wissen, was passiert, wenn man sich auf die Reise begibt, Unternehmer/ in zu werden!

Wir empfehlen jedem, der mit dem Gedanken spielt eine Selbstständigkeit auszuprobieren, erste kleine Schritte zu gehen und schnelles Feedback von Kunden zu generieren, anstatt lange für sich alleine im stillen Kämmerlein ein Produkt/ Service zu entwickeln. Außerdem sollte sich jeder Gründungswillige ein Umfeld schaffen, das von unternehmerisch denkenden Personen geprägt ist. In typischen mittelständischen Familien und Kreisen herrschen in der Regel eher die Sehnsüchte nach Sicherheit, guten Arbeitsverhältnissen bzw. Arbeitgebern, und beständigem Einkommen vor. All dies kann auch als Illusion wahrgenommen werden und sich in einer immer schneller werdenden Welt mit Konkurrenz aus vielen anderen Ländern als Trugschluss erweisen, da Arbeitsplätze schnell wegrationalisiert werden können und vermeintliche Sicherheiten plötzlich verloren gehen.

Schlussendlich sagen wir, dass jeder zumindest einmal den Versuch unternehmen sollte, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, welches auch Umsätze und Gewinne generiert. Jeder sollte einmal Kunde der Idea Camp UG werden.

Könnt Ihr ein Buch oder eine Website empfehlen?

Die Philosophie des Idea Camps basiert auf den Ideen von Tim Ferriss (4HWW) und Prof. Faltin („Kopf schlägt Kapital“). Unternehmen lassen sich heutzutage mit so gut wie keinem Kapitaleinsatz, Schritt für Schritt, clever aufbauen. Dabei erfordern entsprechende unternehmerische Projekte nicht des klassischen „selbst“ und „ständigen“ Arbeitens, sondern lassen sich intelligent organisieren und strukturieren, so dass ein Entrepreneur, nicht unbedingt selber besonders viel Zeit mit seinen erfolgreichen Projekten verbringen muss.

Wen diese Ideen näher interessieren, kauft sich entweder die genannten Bücher, oder nimmt direkt an einer unserer nächsten Veranstaltungen teil, um aus erster Hand zu erfahren, wie man automatisierte Cash-Flows generieren kann.

Philipp Wilhelm – Mitgründer der Idea Camp UG.


Bootstrapping 101: Tips to Build Your business with Limited Cash and Free Outside Help

von Bob Reiss
190 Seiten
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Der Autor hat in 20 Kapiteln diverse Gesichtspunkte einer Unternehmensgründung aus dem Blickwinkel des Bootstrappings bleuchtet, also der Eigenfinanzierung oder besser der Finanzierung aus Umsätzen. Hierbei sind die meisten Kapitel für internationale Gründer relevant, nur das über die amerikanische Verwaltung ist aus offensichtlichen Gründen weniger relevant, wenn auch interessant. Vielleicht kann sich hier die deutsche Politik mal ein Vorbild nehmen.

Das Buch liest sich flüssig, es ist ja auch nicht besonders lang, wenn ich auch gestehen muss, dass ich eine längere Pause in der Mitte eingelegt habe. Der Inhalt ist solide, wenn auch nicht von besonderer Neuheit gekennzeichnet. Hier erwartet einen das nötige Handwerkszeug und keine neuen Theorien oder Einsichten.

Fazit: kann man lesen, besonders wenn man bootstrapped