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Gründerszene DB

Magazin

Was ist dein Blick auf Entrepreneuership?

Hm, rein vom Tagesgeschäft her habe ich natürlich einen echten Blick hinter die Kulissen. Wie eine Taskforce geht es schnell in verschiedene Unternehmen rein und genauso schnell wieder raus. Dabei sehe ich viele sinnvolle Dinge und auch Fehler die gemacht wurden oder werden. Ich werde das bestimmt alles mal in einem Buch zusammenfassen, so kann ich ganz allgemein sagen, dass Entrepreneurship für mich bedeutet, dass jemand den Mut aufbringt, ein Produkt zu entwickeln, das vielen Menschen einen Nutzen bringen soll. Leider ist Entrepreneurship in Deutschland weniger verbreitet als wünschenswert. Allerdings ist auch nicht jeder zum Unternehmer gemacht.



Wie bist du zu Gründerszene gekommen?

Ich habe in der School of Design Thinking in einem gemeinsamen Projekt mit Siemens und Vattenfall ein Energiespargerät konzipiert gehabt. Der Chef der D-School vermittelte mir dann den Kontakt zu Kolja Hebenstreit, dem ich das Konzept vorstellte. Und nachdem ich fragte, ob ich nicht mal einen Artikel für Gründerszene schreiben könnte, kam der Stein ins Rollen. Nach meinem Artikel zu Betterplace wurde mir recht schnell der Chefredakteursposten angeboten, weil ich wohl eine interessante Schreibe aufwies und Team Europe (unser Investor) suchte durch Zufall gerade jemanden. Witzigerweise hatte ich vorher sogar schon mal Silvester in Lukasz Gadowskis Wohnung gefeiert (ohne, dass er da war), kannte ihn damals aber noch nicht.



Was ist Gründerszene für ein Magazin und was wollt ihr damit erreichen?

Gründerszene ist ein Magazin, das sich rund um deutsches Unternehmertum dreht, mit einem klaren Fokus auf Internetfirmen. Wir sind historisch zu einem sehr gründernahen Magazin gewachsen und als einen unserer wesentlichen Unique Selling Points sehe ich dabei den Umstand, dass wir Themen sachlich-kritisch angehen. Informationen gibt es zu Hauf im Internet, wir wollen jungen und interessierten Menschen helfen, diese auch einordnen zu können. Erreichen möchten wir, dass sowohl alte Hasen der Branche als auch junge, angehende Gründer bei uns fündig werden. Dafür liefern wir eine Mixtur aus Fachbeiträgen und News-Artikeln.



Wie lange gibt es das Magazin schon?

Rund dreieinhalb Jahre inzwischen. Gestartet ist das ganze als Lukasz Gadowskis privater Blog, der dann immer weiter professionalisiert wurde. Ich bin nun die Speerspitze dieser Professionalisierung, die aus dem Blog ein richtiges professionelles Magazin macht. Ich versuche es zumindest und bin bisher sehr zufrieden mit unserer Entwicklung ;-) .



Wer finanziert Gründerszene?

Team Europe Ventures, ein Berliner Internet-Inkubator, der unter anderem von Lukasz Gadowski, dem Gründer von Spreadshirt, und Kolja Hebenstreit gegründet wurde. TEV liefert uns sehr wertvolles Knowhow und entsprechende Kontakte in die Szene. Ganz abgesehen davon, verstehe ich mich mit den Jungs super und bin sehr froh, dass sie unseren kritischen Ton auch gegenüber ihren StartUps fördern. Dazu gehört auch eine gewisse Abnabelung, die wir zurzeit beiderseitig sehr stark befördern.



Wieviele Leser erreicht ihr so?

Ich denke, dass jeder, der im deutschen Internet professionell tätig ist, unseren Namen wenigstens schon einmal gehört hat. Eigentlich gehören wir neben ein paar anderen Magazinen zur Standardlektüre von Webgründern, würde ich ganz unbescheiden behaupten. Mir ist wichtig, dass wir dabei aber nicht nur erfahrene, sondern auch junge Gründer erreichen, zwischen denen wir eine Brücke schlagen können.



Wo findet man Gründerszene im Internet?


Na unter www.gruenderszene.de :-D . Und in vielen Blogrolls und auf vielen Eventseiten, mit denen wir kooperieren.



Was würdest du einem Gründer in Berlin raten, der sich vernetzen will?

Hm, was definitiv ein No-Go ist, sind inhaltslose Anfragen via Xing, LinkedIn oder ähnlich. Wenn man an die wirklich Top-Player ran will oder einfach kompetente Partner finden, muss man schon vor die Tür gehen. Einfach geadded werden mit dem Satz “Wollen wir uns nicht vernetzen?” ist in den heutigen Zeiten nicht nur unangebracht, sondern auch nicht wertbringend. Ich würde mir spannende Events raussuchen, die möglichst periodisch stattfinden. Also zum Beispiel der Twittwoch, die Online-Marketing-Lounge, der Mobile Monday usw. Barcamps und andere lockere Veranstaltungen regen zum Unterhalten an und so finden sich Gemeinsamkeiten. Und dann sollte man halt nicht als stalkende Netzwerkmaschine losziehen, sondern lieber mit einer Person mehr Zeit verbringen, wenn sie denn interessant ist, als alle frisch gedruckten Visitenkarten zu verteilen, die man bei sich hat…



Welchen Rat würdest du einem Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Da gibt es Tausende, die man geben könnte, denke ich. Zu den wesentlichsten gehört, dass man sein Unternehmen sparsam aufbaut und sich sowohl seine Investoren als auch seine Teammitglieder sehr gut aussuchen sollte. Viele Gründer scheinen den inhaltlichen Einfluss eines Investors zu unterschätzen und sind froh, wenn sie es auch nur irgendwie zu Geld bringen. Ansonsten denke ich, dass man stets versuchen sollte auf dem Teppich zu bleiben und keine unnötig hohen Ausgaben anzustreben. Man hebt da schon mal leicht ab, wenn es gut läuft denke ich. Aber wie gesagt, da gibt es hunderte von Ratschlägen, die ich wohl alle mal in einem Buch zusammenfassen werde ;-) .



Kannst du ein Buch oder eine Website (außer Gründerszene) empfehlen?

Was Bücher angeht, finde ich Günter Faltins “Kopf schlägt Kapital” sehr gut, weil es wahres Unternehmertum sehr gut porträtiert und dazu anregt, auch etwas zu gründen. [Review] Nach dieser Lehre bedeutet Entrepreneurship vor allem auch, dass man vorhandene Teile neu zusammensetzt und so eine Innovation schafft. Daneben finde ich dass auch “Die 4-Stunden-Woche”, “Der Seestern und die Spinne” [Review] und “Getting to Plan B” [Review] auf jede Gründer-Buchwunschliste gehören.

Im Web bin ich momentan sehr von Netzwertig und Exciting Commerce angetan. Netzwertig liefert gute Analysen und zeitunkritische Artikel und Exciting Commerce hat einen interessanten Fokus und ist thematisch stets sehr aktuell. TechCrunch ist natürlich ein Vorbild bezüglich seiner kritischen Haltung und seines lockeren Stils, doch die Themenauswahl finde ich dort in letzter Zeit zum Teil ziemlich wahllos.




Vielen Dank für das interessante Interview.