Wer steckt hinter barzahlen?
Hinter Bar zahlen steckt ein Team aus drei Gründern, bestehend aus Achim Bönsch, Sebastian Seifert und mir, Florian Swoboda. Wir haben zusammen an der WHU studiert und zunächst unterschiedlichste Berufserfahrungen z.B. im Investment Banking, in der Unternehmensberatung und im E-Commerce gesammelt, bevor wir Bar zahlen gegründet haben.
Wie seid Ihr auf die Idee gekommen und wie waren die ersten Tage?
Wir haben im E-Commerce ein großes Problem gesehen: Vergleicht man den Einzelhandel mit dem E-commerce stellt man fest, dass das Bezahlen im Internet derzeit umständlich, unsicher und immer noch für viele Menschen ein Hinderungsgrund für das Einkaufen im Internet ist. Im stationären Handel hingegen ist das Bezahlen kein Problem. Obwohl die Bezahlmethoden sich online und offline angleichen, hat es die beliebteste Bezahlmethode der Deutschen, das Bargeld, bisher nicht in die Onlinewelt geschafft. Bargeld ist einfach, sicher und für jeden zugänglich, mit Bar zahlen bringen wir diese Vorteile nun auch ins Internet.
Die ersten Tage waren extrem spannend. Die Idee hat sich kontinuierlich entwickelt. Wir haben unsere Zeit mit Marktstudien verbracht und haben mit vielen potentiellen Partnern gesprochen, bevor wir an die konkrete Umsetzung gegangen sind. Angefangen haben wir, wie wahrscheinlich viele andere Start-ups auch, im heimischen Wohnzimmer.
Wann habt Ihr Euch entschieden das Projekt anzugehen?
Anfang 2011. Je mehr wir uns mit dem Konzept auseinander gesetzt haben, desto spannender fanden wir den Online Payment Markt und das Potential von Bar zahlen.
Worum handelt es sich bei barzahlen und was ist Euer USP? Welche Nischen wollt Ihr bedienen?
Bar zahlen ist ein Online-Bezahlsystem, das es den Kunden ermöglicht, ihre Online-Einkäufe mit der beliebtesten Bezahmethode der Deutschen, dem Bargeld, zu bezahlen. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Der Kunde tätigt wie gewohnt seine Einkäufe im Internet und wählt am Ende Bar zahlen als Bezahlmethode. Dabei müssen keinerlei Finanzdaten, wie Kreditkartennummer oder Kontoverbindung, mehr eingegeben werden. Daraufhin öffnet sich ein Fenster mit dem Bar zahlen-Coupon. Dieses PDF-Dokument, vergleichbar mit einem Online-Ticket der Deutschen Bahn, druckt der Kunde aus und nimmt es zu einem der stationären Partner von Bar zahlen mit. Dort legt er den Coupon wie einen Pfandbon auf das Kassenband. Der Coupon wird gescannt und der Kunde bezahlt seinen Online-Einkauf an der Kasse vor Ort. Die Zahlungsbestätigung wird in Echtzeit an den Online-Shop übertragen, der die bestellte Ware sofort verschickt. Alternativ zum gedruckten Beleg hat der Kunde zudem die Möglichkeit, sich den Coupon auf sein Handy schicken zu lassen.
Für den Kunden bietet Bar zahlen den Vorteil, dass er keine Finanzdaten mehr online preisgeben muss und somit absolut sicher online einkaufen kann. Seine Daten sind sicher vor Diebstahl, Phishing und Missbrauch. Mit Bar zahlen hat zudem erstmals wirklich jeder Kunde Zugang zum Einkaufen im Internet. Fast drei Viertel der Deutschen besitzen keine Kreditkarte und nutzen kein Online-Banking. Damit stellen die meisten angebotenen Bezahlmethoden keine Option für Sie dar. Wir bedienen als Bar zahlen also keine Nische sondern die breite Masse der Online-Shopper, die derzeit stark wächst.
Wie seid Ihr finanziert?
Neben eigenem Kapital haben wir bereits eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Unsere Investoren sind namhafte Größen aus dem Bereich E-Commerce, darunter unter anderem Ex-Rocket Internet Geschäftsführer Christian Weiß, Rocket Internet Geschäftsführer Florian Heinemann, idealo-Gründer Martin Sinner und Christian Gaiser, Gründer von kaufDA.
Wie stellt Ihr die Qualität der Plattform sicher? Welche Ansätze kann man da verfolgen?
Für Bar zahlen als Bezahlsystem ist natürlich absolute Sicherheit und höchste Verfügbarkeit des Systems unerlässlich. Wir arbeiten daher mit höchsten Sicherheitsstandards bei Entwicklung und Hosting und testen das System intern und extern. Wenige Systemlandschaften erreichen solch eine hohe Verfügbarkeit wie Bar zahlen.
Wie seid Ihr persönlich zum Entrepreneurship gekommen?
Wir alle haben verschiedene Branchen und Jobs kennengelernt und Erfahrungen gesammelt, fanden aber, dass nichts so spannend und abwechslungsreich ist, wie selbst ein Unternehmen zu gründen und ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen. Gerade die Vielseitigkeit und die herausfordernde Atmosphäre haben uns gereizt.
Was ist Euer persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Gründer ist für uns immer noch der spannendste Job, allerdings wissen wir jetzt auch, wie viel Arbeit darin steckt, ein Unternehmen aufzubauen und wie viele Steine man dabei aus dem Weg räumen muss. Ich denke, kein Job kann einem so viel beibringen oder so motivieren wie die eigene Gründung.
Was habt Ihr für einen akademischen Hintergrund und würdet Ihr einem Gründungsinteressiertem ein Studium empfehlen? Welches ist am besten?
Wir drei Gründer haben BWL studiert. Dieser kaufmännische Hintergrund ist natürlich eine gute Grundlage, aber lange nicht alles, was man in einem Unternehmen braucht. Bei Bar zahlen ist natürlich der IT-Fokus sehr hoch und wir haben dementsprechened viele Mitarbeiter in dem Bereich und viel dazugelernt. Wir haben auch Juristen und Kommunikationswissenschaftler mit im Team. Jeder dieser Mitarbeiter erweitert die Perspektive und trägt einen Teil zu Bar zahlen bei. Ich glaube nicht, dass es einen Studiengang gibt, der einen zum Gründer ausbildet. Wichtig ist, dass man in seinem Fachgebiet gut ist und voll hinter dem Produkt steht. Generell glaube ich, ist ein Studium sehr zu empfehlen, da es wissenschaftliches Interesse generiert, den Horizont erweitert und auch ein gewisses Durchhaltevermögen fördert.
Welchen Rat würdet Ihr einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Sprecht mit vielen Leuten und holt euch Feedback, aber hört nicht auf jeden. Entwickelt eure Idee konstant weiter, ohne die ursprüngliche Intention aus den Augen zu verlieren und holt euch motivierte, gute Leute mit ins Team, die eure Einstellung teilen.
Könnt Ihr ein Buch oder eine Website empfehlen?
Vielleicht ein etwas untypischer Tipp: Xing. Darüber lassen sich häufig interessante Kontakte knüpfen und es bietet die Möglichkeit, motivierte Mitarbeiter zu finden.
Danke für dieses Interview!
Small Giants: Companies That Choose to Be Great Instead of Big
von Bo Burlingham
268 Seiten
Amazon-Link
Dieses Buch handelt von den kleinen Giganten. Damit sind Unternehmen gemeint, die bewußt entscheiden klein zu bleiben, also nicht schnell zu wachsen. Das Ziel des Buches ist es, diese Handlungsweise als gangbaren Weg für einen Unternehmensführer darzustellen. Der Autor untersucht diesen Sachverhalt, indem er eine Auswahl von 14 amerikanischen, kleinen, erfolgreichen Unternehmen betrachtet und Gemeinsamkeiten finden will. Diese Auswahl ist durchaus vielfältig. So reicht sie von Selima Inc. (eine zwei Personen Mode-Design Firma) bis zu O.C. Tanner (einer Unternehmung mit 1.700 Angestellten und $350 Millionen Umsatz im Jahr).
Es zeigt sich, dass alle diese Unternehmen “Mojo” besitzen. Dazu gehört die feste Einbindung in ihre lokale Gemeinschaft, ihren vertrauensvollen Arbeitsplätzen, ihre intime Verbindung mit den Kunden und schließlich der Leidenschaft der Unternehmensführer für ihr Produkt. Gerade die Einbindung in die Community zeigt den Mona Lisa Effekt. Damit ist gemeint, dass die Unternehmen nur in Verbindung und eingebunden in die Community ihren maximalen Nutzen erreichen.
Das Buch ist mit wenig innerem Zusammenhalt geschrieben und präsentiert einige der 14 Unternehmungen, wobei der Autor zu manchen immer und immer wieder zurückkehrt. Die Schlüsse aus der Betrachtung liessen sich in einem längeren Blogpost zusammenfassen, wenn man die Darstellung der Unternehmen ausschneiden würde. Insofern wäre eine Zweiteilung des Buches nett gewesen, so dass man den Feldreport überspringen hätte können.
Die grundlegende Message des Buches ist es, dass man auch den Weg eines Small Giant gehen kann und dabei Erfolg haben kann. Man muss nicht um jeden Preis wachsen (um dabei sein Mojo zu verlieren).
Fazit: zu langatmig und zu wenig Essentials, um es zu empfehlen
Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Ich bin seit Anfang der 90er immer mal wieder freiberuflich tätig gewesen, seit Anfang 1997 hatte ich mittlerweile 3 eigene Firmen. Mein Blick kommt also im Wesentlichen aus der Praxis. Gleichzeitig bin ich, das zeigen schon 7 Jahre Philosophie-Studium ein selbstreflexiver Mensch, der deshalb auch versucht, hinter die Dinge zu blicken.
Mein Blick auf Entrepreneurship? Da gibt es mindestens zwei Dimensionen. Die erste auf einer gesellschaftlichen Ebene. Viele Entwicklungen gehen immer schneller und werden sind in großen Einheiten aus einer zentral planenden Perspektive (Staaten, Konzerne) weder weder erfassbar noch führend veränderbar. Zumal in diesen großen Einheiten sowieso permanent wechselnde Kurzfristdenker am Ruder sind. Entrepreneure, also Unternehmer von kleinen und mittleren Unternehmen können (und müssen) viel schneller agieren. Und da sie in aller Regel ihr Vermögen in ihrem Unternehmen gebunden haben, müssen sie auch langfristiger und verantwortungsvoller agieren. Entrepreneurship ist für mich die Antwort auf nahezu alle drängenden Probleme unserer Zeit.
Die andere Dimension ist auf einer mehr individuellen Ebene. Mit Entrepreneurship sind für mich bestimmte Werte verbunden: Selbstverantwortlichkeit, Langfristigkeit, Verantwortung, Experimentierfreude, aber auch Radikalität im Abschneiden alter Zöpfe. Natürlich gibt es auch Unternehmer und Selbständige, die nur von einem Tag auf den anderen wie das Karnickel auf die Schlange auf ihren Kontostand starren. Das sind für mich bestenfalls werdende Entrepreneure – sie haben noch nicht begriffen, dass sie selbst für ihre Situation (und ihre Panik oder Gier) verantwortlich sind.
Was ist Ihre Geschichte, d.h. wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Beschäftigung gekommen?
In wenigen Worten? Meine erste Software-Firma fünf Jahre lang aufgebaut, bis zu 30 Mitarbeiter, dann Venture Capital geholt und eine Reihe von Fehlern gemacht. Diese Fehler führten dann zu eineinhalb Jahren Niedergang und schließlich Insolvenz mit hohen privaten Schulden. Mich anstellen zu lassen, kam nicht in Frage. Sozialhilfe hätte ich in meiner Situation sicher beantragen können, wollte ich aber nicht, weil man innerhalb weniger Wochen in eine mentales Setting gerät, dass man andere für verantwortlich für die eigenen Einnahmen hält. Also blieb nur die Gründung einer zweiten Firma.
Bei meiner zweiten Firma wollte ich es aber richtig machen und begann zu lernen wie ein Wahnsinniger: Coach, über 100 Bücher und mindestens 5 Seminare pro Jahr sowie Gespräche mit allen einigermaßen erfolgreichen Unternehmern, die mir unter die Finger kamen. Nach eineinhalb Jahren waren die Schulden weg und die neue Firma funktionierte ganz gut. Aber auch nicht überragend gut.
Das lag schlicht daran, dass ich an der Software mittlerweile jedes Interesse verloren hatte. Was mich interessierte, war die Art und Weise wie gute Unternehmen funktionierten. Und da kam dann auch ein Stück weit der Zufall zu Hilfe: Einige befreundete Unternehmer fragten mich plötzlich, ob ich sie beraten könnte. Das erschien mir am Anfang etwas merkwürdig, weil ich ja selbst gerade gescheitert war. Aber ich versuchte es und konnte ihnen helfen. Und das begeisterte mich so, dass ich mein zweites Unternehmen schließlich verkaufte und mein drittes Unternehmen Unternehmercoach GmbH gründete.
Wie lange existiert Ihre Firma schon und wieviele Coaches haben Sie jetzt?
Erste Coachings mache ich seit 2004, die Firma als GmbH existiert seit Mitte 2007. Für das Konzept erhielt ich im Jahr 2009 den Strategiepreis und vor allem durch mein Buch “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer”, das bei Amazon seit zweieinhalb Jahren in der Rubrik “Kleine und mittlere Unternehmen” fast durchgängig auf Platz 1 ist, sind wir mittlerweile die erste Adresse im deutschsprachigen Raum, wenn es um das Thema Unternehmercoaching geht. Trotz unserer recht überschaubaren Größe von 3 weiteren Coachs neben mir. Die übrigens alle mindestens 10 Jahre lang eigene Unternehmen geführt haben müssen. Ich arbeite grundsätzlich nicht mit Menschen, die nur Unternehmensberater oder Coach gelernt haben – die haben zwar in vielen Bereichen ihre Berechtigung, aber leider vom Unternehmersein keine Ahnung.
Haben Sie eine spezielle Zielgruppe oder coachen Sie alle Unternehmer?
Ja, die Zielgruppe ist ziemlich speziell
Zuerst einmal fokussiere ich auf ein bestimmtes Problem. Die sogenannte zweite Wachstumshürde. Die erste Hürde liegt in der Gründung und dem Markteintritt. Da ist der Unternehmer zumeist Fachkraft und übt die Tätigkeit selbst aus. Die zweite Hürde kommt dann, wenn der Unternehmer erfolgreich ist und das Unternehmen wächst und der auf einmal eine ganz andere Rolle bekommt. Bei diesen Hürden geht es nicht so sehr um praktische Fragen – da gibt es massenweise Bücher dazu (wovon allerdings nur wenige was taugen). Es geht um mentale Veränderungen. In der Gründung verlasse ich die vorige (scheinbare) Sicherheit, ich muss plötzlich raus gehen und was verkaufen etc. Dabei kommt es zu einer Veränderung vieler eigenen Werte und Glaubenssätze. Dasselbe passiert in der zweiten Wachstumshürde, dem Übergang vom Selbständigen, der selbst und ständig arbeitet, zum Unternehmer, der ein System aufbaut, in dem gearbeitet wird. Der Selbständige arbeitet, wie der amerikanische Autor Michael Gerber sagt, im und der Unternehmer am Unternehmen. Dazu braucht es ein anderes Mindset und andere Kompetenzen. Sieht man dies als Selbständiger nicht, rennt man zwangsläufig in ein riesiges Hamsterrad mit all seinen Phänomenen wie zeitliche Überlastung, Gewinnrückgang, Ärger mit Kunden und Mitarbeitern etc.
Unser Fokus sind ausschließlich Unternehmer in dieser zweiten Wachstumshürde, typischerweise bei etwa 3 bis 30 Mitarbeitern. Und dann wiederum nur eine Teilgruppe daraus, nämlich die Unternehmer, die hin und wieder ein Fachbuch über das Unternehmersein in die Hand nehmen – wir wollen nur mit Unternehmern arbeiten, die weiter kommen wollen und dafür auch was tun.
Ach ja, und wir arbeiten grundsätzlich auch nicht mit Unternehmern, die sich ihre Beratung öffentlich fördern lassen wollen. Das hat zwei Gründe: Zum einen halten wir den ganzen Förderwahnsinn für Geldverschwendung, die vor allem den Zweck hat, irgendwelchen Bürokraten irgendwelche Pöstchen und Töpfchen zuzuschieben. zum anderen, und noch wichtiger, Unternehmer, die ihrer eigenen Weiterentwicklung nicht so viel Wertschätzung entgegenbringen, dass sie dafür eigenes Geld ausgeben, gehören auch nicht zu unserer Zielgruppe.
Wie gestaltet sich so ein typisches Coaching durch Sie?
Es gibt zwei mögliche Wege in ein solches Coaching. Entweder über die offenen Seminare, die von mir selbst gehalten werden. Dort arbeitet man 3 Tage lang an seiner eigenen Firma und entwickelt schon eine Menge Ideen und Ziele. Zur Begleitung bei der Umsetzung gibt es dazu optionales Telefon-Coaching durch einen der 3 Unternehmercoachs.
Der andere Weg beginnt immer mit einem 1-tägigen Workshop vor Ort beim Unternehmer. Dieser Workshop wird mit einem umfangreichen Fragebogen vorbereitet. Dieser dient sowohl dem Unternehmer zur eigenen Klärung als auch dem Coach zur Vorbereitung. Je nach Fragestellung wird dann der Workshop ganz individuell auf den Unternehmer zugeschnitten. Und je nach Ergebnis kann es ganz unterschiedlich weiter gehen. Entweder durch begleitendes Telefoncoaching oder durch weitere Workshops. Grundsätzlich vertreten wir dabei – im Unterschied zu den meisten anderen Coachs und Beratern – die Philosophie: Je weniger man uns braucht, desto besser. Wir müssen als erfolgreiche Unternehmer eben keine Beratertage verkaufen, um zu überleben
Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Da sind wir in der glücklichen Situation, dass man uns über Google ziemlich gut findet, natürlich unter Unternehmercoach auf Platz 1, aber auch unter “Unternehmer” oder “Coaching” auf der ersten Ergebnisseite. Für die, die es schneller wollen, gehts auch direkt über http://www.unternehmercoach.com.
Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligen mit auf den Weg geben?
Denselben, wie jemand, der schwimmen lernen will: Such Dir jemand, der schwimmen kann – nicht jemand, der theoretisch weiß, wie es gehen müsste. Ein Gründungswilliger sollte sich also einen erfahrenen Unternehmer suchen – das erspart Jahre an oft schmerzvollen und immer teuren Erfahrungen. Einen solchen Unternehmer zu finden ist oft gar nicht so schwer – ich würde bei den besten anfangen, also solchen, die irgendwann mal einen Preis gewonnen haben. So verrückt es klingt, aber dort ruft normalerweise fast niemand an. Das muss man sich mal vorstellen: Da wird jemand zum Beispiel “Deutschlands Kundenchampion” und er wird von niemand angerufen, der wissen will, wie das ging! Dabei wollen viele – nicht alle – Unternehmer gerne ihre Erfahrungen weiter geben.
Können Sie ein Buch (außer Ihrem eigenen natürlich) oder eine Website empfehlen?
Also die besten Bücher für Gründer sind meiner Meinung nach die Bücher von Günter Faltin: Kopf schlägt Kapital [Anm. Rezension], von Kerstin Friedrich: Das große 1 x 1 der Erfolgsstrategie
[Anm. Rezension] und von Michael Gerber: Das Geheimnis erfolgreicher Unternehmen
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Daneben habe ich auf meiner Website mittlerweile rund 350 Besprechungen von Büchern für Unternehmer aus Unternehmerperspektive und in meinem Newsletter kommen auch jedes Mal 5 bis 10 Buchbesprechungen.
Vielen Dank für das Interview.
[Anm. Rezension des Buches Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer. Wie Sie und Ihr Unternehmen neue Dynamik gewinnen von Stefan Merath]
Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Ich denke Entrepreneurship ist vor allem eine Lebenseinstellung und die Freude daran etwas Neues zu entwickeln, aufzubauen und dies aus eigener Kraft „zum wachsen“ zu bringen.
Wie sind Sie persönlich zum Entrepreneurship gekommen?
Mein Studium zum TV-Produzenten war schon sehr auf Selbständigkeit ausgerichtet. Wir konnten schon über erste Industrieprojekte in Eigenregie das Unternehmertum kennenlernen. Schritt für Schritte entwickelte sich dann aus entsprechenden Kontakten, vielseitiger persönlicher Motivation und der Freude daran Themen wirtschaftlich aufzubauen der konsequente Schritt hin zum Entrepreneurship.
Was macht 5thDime eigentlich?

Wir produzieren 3D Audio in allen relevanten Formaten. Für zukunftsweisendes und faszinierendes Audio- und Musikerleben in Multimedia-, Live- und Home-Entertainment.
Wie ist Eure Erfahrung mit media.net:catapult – dem Mentorenprogramm von media.net berlinbrandenburg e.V.?
Sehr sehr positiv kann ich nun rückblickend sagen. Gerade der intensive persönliche Austausch mit den anderen Gründern und die vertrauten und informativen Gesprächen untereinander hat das medial.net:catapult bereichernd für alle Beteiligten gemacht.
Was waren die größten Überraschungen während des Gründens und in der ersten Zeit?
Ich denke für jeden Gründer ist es spannend zu erleben, wie sich die entwickelte Idee und das dazu geformte Geschäftsmodell ab dem Marktstart bewährt. Da erlebt man doch immer wieder vielfältigste Überraschungen. Gerade bei „5thDime“, das auf verschiedene Geschäftsmodelle setzt, ist es zum Teil überraschend zu sehen welche Modelle sich besser durchsetzen und welche gegebenenfalls noch mehr Anlauf brauchen. Dabei kommt es auch vor, dass die Entwicklungen im Vorfeld persönlich ganz anders eingeschätzt wurden.
Wie macht sich Berlin als Gründungsort?
Berlin etabliert sich in den letzten Jahren weltweit immer mehr im kreativen Wirtschaftssektor. Dahingehend haben sich auch die Wirtschaftstrukturen sehr positiv angepasst. Für „Start-Up“ Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten Coachings und Beratungen in Anspruch zu nehmen oder an diversen Ausschreibungen und Wettbewerben teilzunehmen, die auch Finanzierungshilfe sein können. Grundsätzlich bietet die Stadt viele Anlaufstellen und Potentiale das Gründen zu vereinfachen und Gründern auf die Beine zu helfen.
Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Unsere offizielle Website: http://www.5thDime.com bietet alle Informationen zum Unternehmen. Weiter führende Informationen zu Produkten und persönlicher Kontakt ist darüber hinaus auch auf Plattformen wie Xing, LinkedIn, Youtube, Facebook und MySpace zu finden.
Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Meine bisherigen Erfahrungen habe mir gezeigt, dass die persönliche Überzeugung von dem was man macht und der Wille dies auch umzusetzen der beste Antrieb ist und einen auch in schwierigen Situationen den richtigen Weg weißt. Weiterhin steht vor der Idee und deren erfolgreichen Umsetzung auch immer ein Team und dies bewusst und gewählt zu formen kann über Erfolg und Misserfolg ebenso entscheiden.
Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?
Ich lese ab und an Einträge auf Gründer-Plattformen wie gruenderszene.de oder deutsche-startups.de. www.venturetv.de hat ebenfalls ganz informative Video-Beiträge zu bieten.
Vielen Dank für das Interview.
Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Man wird Entrepreneur aus 2 Richtungen. Intern, was bedeutet: aus den eigenen Chromosomen heraus, man spürt, dass man etwas Eigenes, Selbstständiges unternehmen will. Oder extern, also: Es gibt keine Aussicht auf eine feste Anstellung, es geschieht aus einer Notwendigkeit heraus. Nun, es ist heutzutage wirklich eine Rarität, den Traumjob zu finden, auch wenn es ihn wirklich gibt. Entrepreneurship ist ein Weg diesen persönlichen Traumjob, in Einklang mit den individuellen Kompetenzen, Werten und Motivation selbst zu kreieren.
Wer steckt hinter The Marketing Catalysts?
Ein Team von hochmotivierten Marketing Catalysts, die Ihren Job lieben und ihn genau deshalb so geschaffen haben! Wir sind eigentlich aufgrund unserer Multidisziplinarität mehr als 3 oder 4: Ein Marketing Stratege, ein Professional Certified Coach, eine Assistenz-Perle, ein Market Analyst, ein Online Communication Profi, ein Account Manager, ein PR-Profi, zwei Künstlerinnen, die insgesamt auf über 40 Jahre Erfahrung in den strategischen Bereichen von High Tech, Film, Musik, Kultur und Design verweisen können.
Was bietet The Marketing Catalysts einem Gründer? Wie gestaltet sich so eine typische Beratung durch Sie?
Immer anders, weil jeder Coachee anders ist.
Ganz konkret: Wir bieten vor allem Guidance und einen Zündereffekt beim Start! Mit einem einmaligen Ansatz, für den wir als Orientierung ein mehrstufiges Verfahren für Start-Ups entwickelt haben, das eine Brücke schlägt zwischen dem notwendigen Business Plan, einer professionellen Präsentation und dem Sprung in die Realität des Markteintritts. Wir begleiten und lotsen durch das Marketing.
Haben Sie Kompetenzen für und Erfahrungen mit Internet-Gründungen?
Da wir mit der ersten Internet-Welle Ende der 90er Jahren angefangen haben, haben wir einiges miterlebt, begleitet und vieles gelernt, was wir in jeden Fall weiter geben können. In unserem Portfolio sind einige Projekte aus dem Web2.0 und X.0 vertreten. Alle haben eine klare Ausrichtung in der Kulturwirtschaft, denn wir sind gerade da spezialisiert, wo technologische Innovationen auf künstlerische Kreativität treffen.
Mit Computer Games?
Wenn man diese Kategorie streng abgrenzt, nein. Allerdings haben wir beispielsweise Projekte in den Bereichen Hardware für Spieler oder Sound Architecture für Games betreut.
Wie lange existiert The Marketing Catalysts schon?
Wir feiern im September unser 12. Jubiläum, in unseren wunderschönen neuen Büros in Wasserlage!
Sie sind beim Technologie/Kreativ Coaching Center als Coach akkreditiert. Wie ist die Arbeit mit diesen Einrichtungen?
Mit den Einrichtungen selbst: Unbürokratisch und vertrauensvoll.
Mit deren Kunden: sowohl im kreativen wie auch technologischen Bereich haben wir es mit innovativen Menschen und spannenden Ideen zu tun. Wir lieben Visionäre und deren Herausforderungen!
Welche Kosten kommen da auf einen Gründer zu?
Sowohl TCC als auch KCC haben ein gestaffeltes Entgeltmodell. [Anm.: siehe Interview mit Andreas Bißendorf von der Technologie Coaching Center GmbH] Die ersten zwei Beratertage sind komplett kostenfrei. Auch die KfW, wo wir bei Gründer Coaching Deutschland gelistet sind, bietet gute Förderungsmöglichkeiten.
Sie hatten auf der IT Profits 6.0 einen Vortrag. Worum ging es dabei?
Was sind heutzutage die absoluten Musts für ein KMU im Bereich Social Media. In 7 Minuten geht es straight to the point! Wir stellen eine sehr verdichtete Übersicht vor, mit jeweils 2-3 unmittelbaren, pragmatischen Handlungsansätze für: SEO, SEM, Verlinkung, eMail-Marketing und Social Media Tools.
(Link zum Vortrag) [Anm.: sobald das Streaming der IT-Profits 6.0 online ist, folgt ein Link dazu]
Wo kann man Sie noch erleben?
Es stehen Veranstaltungen bei der UdK Berlin sowie beim IDZ – dem Internationalen Design Zentrum Berlin an.
Beim TCC ab Oktober wieder für eine Reihe von Seminaren.
Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Alles über The Marketing Catalysts ist unter http://www.marketing-catalysts.com/ und http://marketing-catalysts.vox.com zu finden.
Da wir den größten Teil unserer Zeit unseren Kunden widmen, ist eine Mail immer der beste Weg! coppens@marketing-catalysts.com.
Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Machen, was man wirklich kann und will. Man hat nur großen Erfolg in einem Job, indem man richtig Spaß hat.
Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?
Das letzte Buch, was wir gekauft haben, ist “Management von den Besten lernen”, von Frank Arnold.
Vielen Dank für das Interview.






