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Gründerszene DB

Interview

Interviews mit Berliner Gründungspersönlichkeiten

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen? Wann habt Ihr Euch entschieden das Projekt anzugehen?

Das Idea Camp wurde im Februar 2011 als Veranstaltung für Freunde und Bekannte ins Leben gerufen. Ziel war von Anfang an, Business-Ideen zu entwickeln und zu diskutieren. Nach einem ersten Durchlauf – im privaten Umfeld im April 2011 – wurde das Camp professionalisiert und für externe Teilnehmer geöffnet. Zwischenzeitlich haben wir einige Idea Camps veranstaltet und dabei den Fokus Schritt für Schritt von den Ideen auf deren Umsetzung verschoben: es hat sich gezeigt, dass Business-Ideen relativ generisch und nicht schwer zu finden sind, und somit nicht das eigentliche Problem darstellen.

Schwierig ist die Umsetzung von Business-Ideen!

Worum handelt es sich beim Idea Camp und was ist Euer USP? Welche Nischen des Entrepreneurships wollt Ihr bedienen?

Bei unseren Idea Camps generieren wir Business-Ideen, und bearbeiten vor allem die Fragen nach deren schneller und realistischer Umsetzung. Unseren Teilnehmern vermitteln wir Möglichkeiten und Tools, ihre jeweiligen Träume praktisch zu realisieren. Die Ideen des Lifestyle-Designs sind dabei von zentraler Bedeutung! Unser aktueller USP sind kleine, feine Camps mit maximal 20 Teilnehmern, die ein intensives Kennenlernen und Vertrauen ermöglichen. Das Persönliche ist uns wichtig. Was die Zukunft bringt? – die Leser dürfen schon gespannt sein.

Nischen des Entrepreneurship die wir bedienen? – Unser Angebot richtet sich an solche Menschen, die ihr eigenes Schicksal anpacken möchten, ihr Glück frei gestalten und dabei auch die Möglichkeiten des Unternehmertums für sich nutzen möchten. Teilnehmer können bei uns eigene Business-Ideen einbringen, oder aber gänzlich neue Ideen in den Arbeitssessions mit den anderen Teilnehmern erarbeiten und somit weitestgehend unbedarft zu unseren Camps kommen. Bei der Auswahl der Teilnehmer achten wir auf ein ernsthaftes Interesse an einer Gründung, sowie auf den Willen und die (zeitliche) Möglichkeit ein Projekt auch nach den 3,5 Tagen Idea Camp weiter aufzubauen.

Wie sieht der Deal für einen Interessenten aus?

Philipp Wilhelm von Idea Camp

Aktuell basiert unser Ansatz auf geringen – um nicht zu sagen minimalen – Teilnahmegebühren.

Da wir aber keine Non-Profit-Organisation sind, beteiligen wir uns pro Camp an ein bis zwei Business-Ideen oder Teams, an die wir glauben und die in unseren Augen die Voraussetzungen mitbringen, Erfolg zu generieren. Außerdem ist Authentizität für uns wichtig, so dass wir ein Mentoring über das eigentlich Idea Camp hinaus nur solchen Projekten/ Teams anbieten, denen wir durch unsere persönlichen Erfahrungen echten Mehrwert bieten können. Dabei beträgt unsere Beteiligung an den Projekten, die auf unseren Idea Camps entstehen und die wir auch mittelfristig mit Rat und Tat aktiv unterstützen, 20% des Stammkapitals. Die Ansätze des Bootstrappings, Lean-Start-Ups, sowie der FourHourWorkWeek, und des frühzeitigen Outsourcings (wie z. B. in dem Buch „Kopf schlägt Kapital“ von Prof. Faltin dargestellt) verfolgen wir auch über das Camp hinaus. Die finale Entscheidung über eine Beteiligung verbleibt bei den Teilnehmern und deren Eindruck unserer Kompetenzen während der Idea Camps. Risiko tragen die Teilnehmer insofern kaum welches – dieses übernehmen wir als Unternehmer.

Wer steckt hinter der Idea Camp UG und wie seid Ihr persönlich zum Entrepreneurship gekommen?

Entworfen haben die Idee des Idea Camps Kalle und Philipp. Beide wollten – inspiriert von den Erzählungen von Basti und dessen Unternehmen „Strandschicht VPA UG“ – eigene Business-Ideen generieren und realisieren. Nach der Planung des ersten Camps wurden Katja, Basti und dessen Geschäftspartner Thomas als Teilnehmer bzw. Redner eingeladen. Aufgrund des Erfolgs der ersten „privaten“ Veranstaltung war schnell klar, die Idee des Idea Camps fortführen zu wollen und sie so zu einem richtigen Konzept zu entwickeln. Alle genannten Personen erklärten sich bereit, entsprechende Beiträge zu leisten: Kalle und Philipp die Idee des Idea Camps, Katja ihre Erfahrung als Beraterin bei einem großen Konzern, sowie Basti und Thomas die Erkenntnisse aus der eigenen unternehmerischen Erfahrung mit der „Strandschicht VPA UG“.

Basti und Thomas entschlossen sich bereits im Anschluss an ihr Bachelor-Studium BWL an der Universität Mannheim, unternehmerisch aktiv zu werden. Kalle, Katja und Philipp studierten zusammen im Mannheim Master in Management das Thema Entrepreneurship und machten erste Erfahrungen mit diesem Bereich. Die Alternativen abwägend – von Angeboten in der Beratungsbranche, über Verträge mit globalen Konzernen – entschlossen sich alle drei, die Option einer eigenen unternehmerischen Existenz in Kooperation mit erfahrenen Entrepreneuren – wie Basti und Thomas – vorzuziehen.

Was ist Eure persönliche Perspektive auf das Thema „Entrepreneurship“?

Entrepreneurship – auf Deutsch „Unternehmertum“ – ist eine Lebenshaltung, Lebensphilosophie, und ein Thema der großen Fragen des Lebens! Natürlich bedarf eine erfolgreiche unternehmerische Existenz gewisser Kenntnisse und setzt bestimmtes Know-How voraus. Dieses ist aber in der Regel relativ leicht erlernbar und kann einer Vielzahl von Menschen in mehr oder weniger kurzer Zeit vermittelt werden. Spannender sind die Fragen der Einstellung und Persönlichkeit: diese sind nicht von heute auf morgen lehrbar, sondern bedürfen einer entsprechenden Veränderungsbereitschaft und zeitlicher Geduld. Unternehmerisches Denken und Handeln sind die Kernkompetenzen um mit einer Selbstständigkeit erfolgreich zu werden. Chancen sind die individuelle Freiheit und bewusste Lebensgestaltung – die von Tim Ferriss, Autor des Buches „FourHourWorkWeek“, auch als Lifestyle Design betitelt wird.

Was habt Ihr für einen akademischen Hintergrund und würdet Ihr einem Gründungsinteressiertem ein Studium empfehlen? Welches ist am besten?

Wie schon angemerkt, haben wir alle BWL in Mannheim studiert: Basti, Philipp und Thomas zusammen im Bachelor BWL, während Kalle, Katja und Philipp gemeinsam den Mannheim Master in Management absolviert haben. Kalle hatte zuvor seinen Bachelor BWL an der Universität Magdeburg studiert, während Katja ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit einem großen Konzern absolvierte.

Würden wir einem Gründungsinteressierten ein Studium empfehlen?- Hier gehen die Meinungen in unserem Team teilweise erheblich auseinander: während der eine ein Verfechter von akademischer Bildung ist, stellt der andere deren Wert in Abrede. Die Frage ist einfach, mit welcher geistigen Haltung jemand ein Studium beginnt und was er sich davon verspricht. Sicherlich kann man strukturiertes und selbstständiges Arbeiten lernen, komplexe Inhalte absorbieren und reflektieren, sowie eine Grundlage für eine unternehmerische Selbstständigkeit legen. Auf der anderen Seite scheint es kaum einen Studiengang im deutschen Hochschulwesen zu geben, der wirklich vermittelt, wie man ein Unternehmen von null auf hochzieht und erfolgreich macht. Genau deswegen rennen uns unter anderem Studierende die Türen ein und fragen unsere Angebote nach – neben langjährigen Mitarbeitern von Großkonzernen, die sich beruflich verändern wollen, und Selbstständigen, die endlich mal wieder etwas Neues machen wollen, abseits von ihrem gewohnten Alltag im eigenen Unternehmen.

Welchen Rat würdet Ihr einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Plane nicht zu viel und zu lange – fang es an zu tun!

Der allgemeine Tenor bezüglich Unternehmertum in Deutschland, den Medien und Hochschulen ist, dass man einen guten Businessplan benötigt, um unternehmerisch aktiv zu werden. Unsere Sichtweise ist eine andere: man kann nicht wissen, was passiert, wenn man sich auf die Reise begibt, Unternehmer/ in zu werden!

Wir empfehlen jedem, der mit dem Gedanken spielt eine Selbstständigkeit auszuprobieren, erste kleine Schritte zu gehen und schnelles Feedback von Kunden zu generieren, anstatt lange für sich alleine im stillen Kämmerlein ein Produkt/ Service zu entwickeln. Außerdem sollte sich jeder Gründungswillige ein Umfeld schaffen, das von unternehmerisch denkenden Personen geprägt ist. In typischen mittelständischen Familien und Kreisen herrschen in der Regel eher die Sehnsüchte nach Sicherheit, guten Arbeitsverhältnissen bzw. Arbeitgebern, und beständigem Einkommen vor. All dies kann auch als Illusion wahrgenommen werden und sich in einer immer schneller werdenden Welt mit Konkurrenz aus vielen anderen Ländern als Trugschluss erweisen, da Arbeitsplätze schnell wegrationalisiert werden können und vermeintliche Sicherheiten plötzlich verloren gehen.

Schlussendlich sagen wir, dass jeder zumindest einmal den Versuch unternehmen sollte, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, welches auch Umsätze und Gewinne generiert. Jeder sollte einmal Kunde der Idea Camp UG werden.

Könnt Ihr ein Buch oder eine Website empfehlen?

Die Philosophie des Idea Camps basiert auf den Ideen von Tim Ferriss (4HWW) und Prof. Faltin („Kopf schlägt Kapital“). Unternehmen lassen sich heutzutage mit so gut wie keinem Kapitaleinsatz, Schritt für Schritt, clever aufbauen. Dabei erfordern entsprechende unternehmerische Projekte nicht des klassischen „selbst“ und „ständigen“ Arbeitens, sondern lassen sich intelligent organisieren und strukturieren, so dass ein Entrepreneur, nicht unbedingt selber besonders viel Zeit mit seinen erfolgreichen Projekten verbringen muss.

Wen diese Ideen näher interessieren, kauft sich entweder die genannten Bücher, oder nimmt direkt an einer unserer nächsten Veranstaltungen teil, um aus erster Hand zu erfahren, wie man automatisierte Cash-Flows generieren kann.

Philipp Wilhelm – Mitgründer der Idea Camp UG.

Florian Swoboda

Wer steckt hinter barzahlen?

Hinter Bar zahlen steckt ein Team aus drei Gründern, bestehend aus Achim Bönsch, Sebastian Seifert und mir, Florian Swoboda. Wir haben zusammen an der WHU studiert und zunächst unterschiedlichste Berufserfahrungen z.B. im Investment Banking, in der Unternehmensberatung und im E-Commerce gesammelt, bevor wir Bar zahlen gegründet haben.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen und wie waren die ersten Tage?

Wir haben im E-Commerce ein großes Problem gesehen: Vergleicht man den Einzelhandel mit dem E-commerce stellt man fest, dass das Bezahlen im Internet derzeit umständlich, unsicher und immer noch für viele Menschen ein Hinderungsgrund für das Einkaufen im Internet ist. Im stationären Handel hingegen ist das Bezahlen kein Problem. Obwohl die Bezahlmethoden sich online und offline angleichen, hat es die beliebteste Bezahlmethode der Deutschen, das Bargeld, bisher nicht in die Onlinewelt geschafft. Bargeld ist einfach, sicher und für jeden zugänglich, mit Bar zahlen bringen wir diese Vorteile nun auch ins Internet.
Die ersten Tage waren extrem spannend. Die Idee hat sich kontinuierlich entwickelt. Wir haben unsere Zeit mit Marktstudien verbracht und haben mit vielen potentiellen Partnern gesprochen, bevor wir an die konkrete Umsetzung gegangen sind. Angefangen haben wir, wie wahrscheinlich viele andere Start-ups auch, im heimischen Wohnzimmer.

Wann habt Ihr Euch entschieden das Projekt anzugehen?

Anfang 2011. Je mehr wir uns mit dem Konzept auseinander gesetzt haben, desto spannender fanden wir den Online Payment Markt und das Potential von Bar zahlen.

Worum handelt es sich bei barzahlen und was ist Euer USP? Welche Nischen wollt Ihr bedienen?

Bar zahlen ist ein Online-Bezahlsystem, das es den Kunden ermöglicht, ihre Online-Einkäufe mit der beliebtesten Bezahmethode der Deutschen, dem Bargeld, zu bezahlen. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Der Kunde tätigt wie gewohnt seine Einkäufe im Internet und wählt am Ende Bar zahlen als Bezahlmethode. Dabei müssen keinerlei Finanzdaten, wie Kreditkartennummer oder Kontoverbindung, mehr eingegeben werden. Daraufhin öffnet sich ein Fenster mit dem Bar zahlen-Coupon. Dieses PDF-Dokument, vergleichbar mit einem Online-Ticket der Deutschen Bahn, druckt der Kunde aus und nimmt es zu einem der stationären Partner von Bar zahlen mit. Dort legt er den Coupon wie einen Pfandbon auf das Kassenband. Der Coupon wird gescannt und der Kunde bezahlt seinen Online-Einkauf an der Kasse vor Ort. Die Zahlungsbestätigung wird in Echtzeit an den Online-Shop übertragen, der die bestellte Ware sofort verschickt. Alternativ zum gedruckten Beleg hat der Kunde zudem die Möglichkeit, sich den Coupon auf sein Handy schicken zu lassen.
Für den Kunden bietet Bar zahlen den Vorteil, dass er keine Finanzdaten mehr online preisgeben muss und somit absolut sicher online einkaufen kann. Seine Daten sind sicher vor Diebstahl, Phishing und Missbrauch. Mit Bar zahlen hat zudem erstmals wirklich jeder Kunde Zugang zum Einkaufen im Internet. Fast drei Viertel der Deutschen besitzen keine Kreditkarte und nutzen kein Online-Banking. Damit stellen die meisten angebotenen Bezahlmethoden keine Option für Sie dar. Wir bedienen als Bar zahlen also keine Nische sondern die breite Masse der Online-Shopper, die derzeit stark wächst.

Wie seid Ihr finanziert?

Neben eigenem Kapital haben wir bereits eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Unsere Investoren sind namhafte Größen aus dem Bereich E-Commerce, darunter unter anderem Ex-Rocket Internet Geschäftsführer Christian Weiß, Rocket Internet Geschäftsführer Florian Heinemann, idealo-Gründer Martin Sinner und Christian Gaiser, Gründer von kaufDA.

Wie stellt Ihr die Qualität der Plattform sicher? Welche Ansätze kann man da verfolgen?

Für Bar zahlen als Bezahlsystem ist natürlich absolute Sicherheit und höchste Verfügbarkeit des Systems unerlässlich. Wir arbeiten daher mit höchsten Sicherheitsstandards bei Entwicklung und Hosting und testen das System intern und extern. Wenige Systemlandschaften erreichen solch eine hohe Verfügbarkeit wie Bar zahlen.

Wie seid Ihr persönlich zum Entrepreneurship gekommen?

Wir alle haben verschiedene Branchen und Jobs kennengelernt und Erfahrungen gesammelt, fanden aber, dass nichts so spannend und abwechslungsreich ist, wie selbst ein Unternehmen zu gründen und ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen. Gerade die Vielseitigkeit und die herausfordernde Atmosphäre haben uns gereizt.

Was ist Euer persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Gründer ist für uns immer noch der spannendste Job, allerdings wissen wir jetzt auch, wie viel Arbeit darin steckt, ein Unternehmen aufzubauen und wie viele Steine man dabei aus dem Weg räumen muss. Ich denke, kein Job kann einem so viel beibringen oder so motivieren wie die eigene Gründung.

Was habt Ihr für einen akademischen Hintergrund und würdet Ihr einem Gründungsinteressiertem ein Studium empfehlen? Welches ist am besten?

Wir drei Gründer haben BWL studiert. Dieser kaufmännische Hintergrund ist natürlich eine gute Grundlage, aber lange nicht alles, was man in einem Unternehmen braucht. Bei Bar zahlen ist natürlich der IT-Fokus sehr hoch und wir haben dementsprechened viele Mitarbeiter in dem Bereich und viel dazugelernt. Wir haben auch Juristen und Kommunikationswissenschaftler mit im Team. Jeder dieser Mitarbeiter erweitert die Perspektive und trägt einen Teil zu Bar zahlen bei. Ich glaube nicht, dass es einen Studiengang gibt, der einen zum Gründer ausbildet. Wichtig ist, dass man in seinem Fachgebiet gut ist und voll hinter dem Produkt steht. Generell glaube ich, ist ein Studium sehr zu empfehlen, da es wissenschaftliches Interesse generiert, den Horizont erweitert und auch ein gewisses Durchhaltevermögen fördert.

Welchen Rat würdet Ihr einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Sprecht mit vielen Leuten und holt euch Feedback, aber hört nicht auf jeden. Entwickelt eure Idee konstant weiter, ohne die ursprüngliche Intention aus den Augen zu verlieren und holt euch motivierte, gute Leute mit ins Team, die eure Einstellung teilen.

Könnt Ihr ein Buch oder eine Website empfehlen?

Vielleicht ein etwas untypischer Tipp: Xing. Darüber lassen sich häufig interessante Kontakte knüpfen und es bietet die Möglichkeit, motivierte Mitarbeiter zu finden.

Danke für dieses Interview!

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Ich habe zwei, die Vogel- und die Froschperspektive. Aus der Vogelperspektive sind Unternehmer die gesellschaftlich bestimmende Gruppe – ohne ihre Leidenschaft und Selbstbewußtsein geht eine Industriegesellschaft zugrunde. Aus der Froschperspektive ist das Leben als Unternehmer meiner Ansicht nach dramatisch besser als die Existenz in der Zwangsjacke einer Firma, vor allem natürlich in einem Großunternehmen.

Was ist Ihre Geschichte, d.h. wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Beschäftigung gekommen?

Ich bin seit Mitte der 90er „im Internet“, bin 2000 mit meinem ersten Startup gescheitert, und seit 2006 endgültig selbständig. 2008 habe ich den Berliner Mobile Monday mitgegründet und präsentiere seitdem die vierteljährlichen Events für die Berliner Mobile-Szene. Im Herbst 2010 lernte ich den Gründer des Founder Institutes, Adeo Ressi, kennen, der damals dringend nach einem Director für das neu zu etablierende Berliner Institut suchte. Und weil ich zu dem Zeitpunkt mit dem MoMo ja schon fast 3 Jahre ein englischsprachiges Tech-Event organisierte und mich einigermaßen intensiv mit der Berliner Tech-Crowd beschäftigte, waren wir uns im Handumdrehen einig. Es half, daß auch die T-Labs – der Forschungsabteilung der Deutschen Telekom – das FI unterstützen wollte. Peter Borchers, der VP des T-Labs Entrepreneurs Programs, ist nicht ganz unschuldig daran, daß es mit dem FI und mir so gut geklappt hat.

Was ist das Founder Institute und wie kam es nach Berlin?

Das FI ist ein viereinhalbmonatiger Startup Accelerator – die beiden Claims „Enabling founders to establish meaningful and enduring technology companies“ und „Globalizing Silicon Valley“ treffen es ganz gut. Teilnehmer müssen tatsächlich inkorporieren, um den Abschluß zu erhalten. Jede wöchentliche Session behandelt ein wichtiges Thema, von der Ideation über Product Development und Rechtliches bis zum Fundraising. Und jede Session wird von drei „Mentoren“ gestaltet, die ihren unternehmerischen Blick auf das jeweilige Thema bringen. Zusätzlich involvieren wir Business Angels und VCs, die sehr konkret einbringen, wie Gründer ihr Geschäft und ihren Pitch „VC-tauglich“ machen.

Ich bin sehr glücklich darüber, daß unsere Mentoren fast ausnahmslos zur Creme de la Creme der deutschen Startup-CEOs zählen. Gerade letzten Freitag kam Heiko Hubertz (bigpoint) aus Hamburg und sprach zum Thema Product Development. Serial Founder wie Burckhardt Bonello oder Michael Brehm sind dabei, „Prominente“ wie Christian Vollmann oder Heiko Rauch von zanox.de – wer sich ein bißchen in der deutschen Tech-Szene auskennt und sich unser Mentoren-Lineup anschaut, wird staunen. Zusätzlich zu den deutschen Mentoren fliegen wir jedes Semester eine Anzahl U.S.- und europäischer Mentoren ein. Nächsten Freitag kommt Mixcloud-Gründer Nico Perez aus London, und zu Anfang des Semesters war unter anderem EyeFi-CEO Ziv Gillat am Start. Wobei es hier gar nicht um Name Dropping geht, denn das wirklich Bemerkenswerte ist, wie offen, direkt und hilfsbereit all diese Mentoren sind, wenn es darum geht, den Foundern weiterzuhelfen.

Wie das FI nach Berlin kam: Das FI ist, anders als ycombinator oder Techstars, keine US-zentrische Unternehmung. Anstelle Unternehmer aus aller Welt in die USA zu lotsen, geht das FI dahin, wo es vor Ort ein lohnendes unternehmerisches Ökosystem gibt. Mittlerweile gibt es das FI in 17 Städten, darunter Bogota und Santiago de Chile. Und da Berlin das Startup-Epizentrum in Deutschland ist, hatten Adeo und sein Mitstreiter Oliver Hanisch (ehemaliger Snipclip-Gründer, jetzt aktiv in Palo Alto als Verbindungsmann zwischen deutschen Unternehmen und der Valley Tech-Scene) die Hauptstadt schon früh als Standort im Visier – und haben das dann im Laufe des Jahres 2010 etabliert.

Was muss ein Gründer an Eigenschaften aufweisen, um teilnehmen zu können? Was muss er aufbringen?

Anders als andere bewerten wir keine Business Pläne – es geht uns um den unternehmerisch begabten und motivierten Menschen. Teilnehmer können sich sogar ohne ausgeprägte Idee bewerben. Außer dem Willen und der Leidenschaft, ein eigenes Unternehmen zu gründen, muß der Bewerber zum einen für das Programm etwa 15 Stunden/Woche Zeit mitbringen und zum anderen die Semestergebühr von 900 Euro, plus eine Gebühr von 40 Euro für den Eingangstest. Weiterhin muß er, wie gesagt, darauf eingestellt sein, zu einem bestimmten Zeitpunkt im Semester eine UG oder GmbH zu gründen. Und sich auf das langfristige Business Model des FI einlassen: Jeder Teilnehmer gibt 3,5% seines Unternehmens in einen Option Pool. Dieser Pool wird unter drei Parteien verteilt: dem Founder Institute, den Semester-Mentoren, und den Teilnehmern untereinander. Auf diese Weise sind die Mentoren nicht nur Ratgeber, sondern Stakeholder in den neuen Unternehmen, und am Ende des Semesters gehen nicht Einzelgründer, sondern ein Jahrgang von am gegenseitigen Erfolg Interessierten ab.

Was bieten Sie einem Gründer als Gegenleistung? Lohnt sich das (für jeden Gründer)?

Die Gegenleistung sind viereinhalb Monate konzentrierte und extrem konstruktive Arbeit am eigenen Unternehmen. Gründer bekommen Zugang zu vielen der erfolgreichsten deutschen Internet-CEOs, können über das FI Kontakte ins „Valley“ knüpfen und mit Hilfe von Angels und VCs Pich und Businessplan erarbeiten. Da alle Mentor Talks und Präsentationen aufgezeichnet werden, kann jeder Teilnehmer auf einen Fundus von hunderten von Videos mit Startup-Rat von den Stars der internationalen Gründerszene zurückgreifen. Viele Graduates sagen aber, daß das Wichtigste und Effektivste die Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmern war – es wird viel in Gruppen gearbeitet, was der Gründung viel von dem knallharten „Ich allein gegen den Rest der Welt“-Geschmack nimmt. Das Ganze lohnt sich sehr für jeden, der vor seiner ersten Finanzierung oder zwischen Uni und Startup steht, oder auch aus seinem existierenden Business ein skalierbares, VC-fähiges Produkt generieren will.

Kann man als angehender Gründer das Geschehen einmal zur Probe erleben?

Ja, absolut. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Sessions für Gäste offen – eine Mail an christoph.raethke@founderinstitute.com reicht.

Ist eine Teilnahme eine Entscheidung fürs Leben? Hat man bspw. dann immer Zugang zur Community?

Ja, in der Tat. Das FI arbeitet daran, von Semester zu Semester mehr für die Alumni zu tun. Diesen Sommer gibt z.B. es den ersten Founder Showcase im Valley, in dem ausgewählte FI-Graduates vor namhaften US-VCs pitchen können.

Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Natürlich unter www.founderinstitute.com – wir arbeiten aber auch gerade an einem Portal für das Berliner FI. Lokale Videos davon findet man unter www.youtube.com/user/FIBerlin, und natürlich gibt es auch eine Facebook Page unter http://www.facebook.com/fiberlin. Kontakt am Besten direkt per Mail an mich, christoph.raethke@founderinstitute.com

Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben? Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Mach es dir nicht schwerer, als es ist – profitiere von der Erfahrung anderer, sprich mit Leuten, nirgends ist das einfacher als in Berlin. Und was immer du machen willst, sprich so früh wie möglich mit deinen potentiellen Kunden – und sei es auf Basis eines aus Papier ausgeschnittenen Dummies. „Kenne deinen Kunden“ ist das A und O eines Startups.

Was Bücher angeht, ist meine Predigt, daß die Leute nicht immer nur den Kawasaki und die Vierstündige Arbeitswoche lesen sollen, sondern endlich mal wieder was Richtiges! Der neue Franzen („Freedom“) ist groß, das Gesamtwerk von Kurt Tucholsky ist Pflicht, und wenn schon Tech, dann Neal Stephenson („Snow Crash“, „Cryptonomicon“). Lest mal wieder was Anständiges, Ihr Geeks!

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Ich bin seit Anfang der 90er immer mal wieder freiberuflich tätig gewesen, seit Anfang 1997 hatte ich mittlerweile 3 eigene Firmen. Mein Blick kommt also im Wesentlichen aus der Praxis. Gleichzeitig bin ich, das zeigen schon 7 Jahre Philosophie-Studium ein selbstreflexiver Mensch, der deshalb auch versucht, hinter die Dinge zu blicken.

Mein Blick auf Entrepreneurship? Da gibt es mindestens zwei Dimensionen. Die erste auf einer gesellschaftlichen Ebene. Viele Entwicklungen gehen immer schneller und werden sind in großen Einheiten aus einer zentral planenden Perspektive (Staaten, Konzerne) weder weder erfassbar noch führend veränderbar. Zumal in diesen großen Einheiten sowieso permanent wechselnde Kurzfristdenker am Ruder sind. Entrepreneure, also Unternehmer von kleinen und mittleren Unternehmen können (und müssen) viel schneller agieren. Und da sie in aller Regel ihr Vermögen in ihrem Unternehmen gebunden haben, müssen sie auch langfristiger und verantwortungsvoller agieren. Entrepreneurship ist für mich die Antwort auf nahezu alle drängenden Probleme unserer Zeit.

Die andere Dimension ist auf einer mehr individuellen Ebene. Mit Entrepreneurship sind für mich bestimmte Werte verbunden: Selbstverantwortlichkeit, Langfristigkeit, Verantwortung, Experimentierfreude, aber auch Radikalität im Abschneiden alter Zöpfe. Natürlich gibt es auch Unternehmer und Selbständige, die nur von einem Tag auf den anderen wie das Karnickel auf die Schlange auf ihren Kontostand starren. Das sind für mich bestenfalls werdende Entrepreneure – sie haben noch nicht begriffen, dass sie selbst für ihre Situation (und ihre Panik oder Gier) verantwortlich sind.

Was ist Ihre Geschichte, d.h. wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Beschäftigung gekommen?

In wenigen Worten? Meine erste Software-Firma fünf Jahre lang aufgebaut, bis zu 30 Mitarbeiter, dann Venture Capital geholt und eine Reihe von Fehlern gemacht. Diese Fehler führten dann zu eineinhalb Jahren Niedergang und schließlich Insolvenz mit hohen privaten Schulden. Mich anstellen zu lassen, kam nicht in Frage. Sozialhilfe hätte ich in meiner Situation sicher beantragen können, wollte ich aber nicht, weil man innerhalb weniger Wochen in eine mentales Setting gerät, dass man andere für verantwortlich für die eigenen Einnahmen hält. Also blieb nur die Gründung einer zweiten Firma.

Bei meiner zweiten Firma wollte ich es aber richtig machen und begann zu lernen wie ein Wahnsinniger: Coach, über 100 Bücher und mindestens 5 Seminare pro Jahr sowie Gespräche mit allen einigermaßen erfolgreichen Unternehmern, die mir unter die Finger kamen. Nach eineinhalb Jahren waren die Schulden weg und die neue Firma funktionierte ganz gut. Aber auch nicht überragend gut.

Das lag schlicht daran, dass ich an der Software mittlerweile jedes Interesse verloren hatte. Was mich interessierte, war die Art und Weise wie gute Unternehmen funktionierten. Und da kam dann auch ein Stück weit der Zufall zu Hilfe: Einige befreundete Unternehmer fragten mich plötzlich, ob ich sie beraten könnte. Das erschien mir am Anfang etwas merkwürdig, weil ich ja selbst gerade gescheitert war. Aber ich versuchte es und konnte ihnen helfen. Und das begeisterte mich so, dass ich mein zweites Unternehmen schließlich verkaufte und mein drittes Unternehmen Unternehmercoach GmbH gründete.

Wie lange existiert Ihre Firma schon und wieviele Coaches haben Sie jetzt?

Erste Coachings mache ich seit 2004, die Firma als GmbH existiert seit Mitte 2007. Für das Konzept erhielt ich im Jahr 2009 den Strategiepreis und vor allem durch mein Buch “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer”, das bei Amazon seit zweieinhalb Jahren in der Rubrik “Kleine und mittlere Unternehmen” fast durchgängig auf Platz 1 ist, sind wir mittlerweile die erste Adresse im deutschsprachigen Raum, wenn es um das Thema Unternehmercoaching geht. Trotz unserer recht überschaubaren Größe von 3 weiteren Coachs neben mir. Die übrigens alle mindestens 10 Jahre lang eigene Unternehmen geführt haben müssen. Ich arbeite grundsätzlich nicht mit Menschen, die nur Unternehmensberater oder Coach gelernt haben – die haben zwar in vielen Bereichen ihre Berechtigung, aber leider vom Unternehmersein keine Ahnung.

Haben Sie eine spezielle Zielgruppe oder coachen Sie alle Unternehmer?

Ja, die Zielgruppe ist ziemlich speziell ;-) Zuerst einmal fokussiere ich auf ein bestimmtes Problem. Die sogenannte zweite Wachstumshürde. Die erste Hürde liegt in der Gründung und dem Markteintritt. Da ist der Unternehmer zumeist Fachkraft und übt die Tätigkeit selbst aus. Die zweite Hürde kommt dann, wenn der Unternehmer erfolgreich ist und das Unternehmen wächst und der auf einmal eine ganz andere Rolle bekommt. Bei diesen Hürden geht es nicht so sehr um praktische Fragen – da gibt es massenweise Bücher dazu (wovon allerdings nur wenige was taugen). Es geht um mentale Veränderungen. In der Gründung verlasse ich die vorige (scheinbare) Sicherheit, ich muss plötzlich raus gehen und was verkaufen etc. Dabei kommt es zu einer Veränderung vieler eigenen Werte und Glaubenssätze. Dasselbe passiert in der zweiten Wachstumshürde, dem Übergang vom Selbständigen, der selbst und ständig arbeitet, zum Unternehmer, der ein System aufbaut, in dem gearbeitet wird. Der Selbständige arbeitet, wie der amerikanische Autor Michael Gerber sagt, im und der Unternehmer am Unternehmen. Dazu braucht es ein anderes Mindset und andere Kompetenzen. Sieht man dies als Selbständiger nicht, rennt man zwangsläufig in ein riesiges Hamsterrad mit all seinen Phänomenen wie zeitliche Überlastung, Gewinnrückgang, Ärger mit Kunden und Mitarbeitern etc.

Unser Fokus sind ausschließlich Unternehmer in dieser zweiten Wachstumshürde, typischerweise bei etwa 3 bis 30 Mitarbeitern. Und dann wiederum nur eine Teilgruppe daraus, nämlich die Unternehmer, die hin und wieder ein Fachbuch über das Unternehmersein in die Hand nehmen – wir wollen nur mit Unternehmern arbeiten, die weiter kommen wollen und dafür auch was tun.

Ach ja, und wir arbeiten grundsätzlich auch nicht mit Unternehmern, die sich ihre Beratung öffentlich fördern lassen wollen. Das hat zwei Gründe: Zum einen halten wir den ganzen Förderwahnsinn für Geldverschwendung, die vor allem den Zweck hat, irgendwelchen Bürokraten irgendwelche Pöstchen und Töpfchen zuzuschieben. zum anderen, und noch wichtiger, Unternehmer, die ihrer eigenen Weiterentwicklung nicht so viel Wertschätzung entgegenbringen, dass sie dafür eigenes Geld ausgeben, gehören auch nicht zu unserer Zielgruppe.

Wie gestaltet sich so ein typisches Coaching durch Sie?

Es gibt zwei mögliche Wege in ein solches Coaching. Entweder über die offenen Seminare, die von mir selbst gehalten werden. Dort arbeitet man 3 Tage lang an seiner eigenen Firma und entwickelt schon eine Menge Ideen und Ziele. Zur Begleitung bei der Umsetzung gibt es dazu optionales Telefon-Coaching durch einen der 3 Unternehmercoachs.

Der andere Weg beginnt immer mit einem 1-tägigen Workshop vor Ort beim Unternehmer. Dieser Workshop wird mit einem umfangreichen Fragebogen vorbereitet. Dieser dient sowohl dem Unternehmer zur eigenen Klärung als auch dem Coach zur Vorbereitung. Je nach Fragestellung wird dann der Workshop ganz individuell auf den Unternehmer zugeschnitten. Und je nach Ergebnis kann es ganz unterschiedlich weiter gehen. Entweder durch begleitendes Telefoncoaching oder durch weitere Workshops. Grundsätzlich vertreten wir dabei – im Unterschied zu den meisten anderen Coachs und Beratern – die Philosophie: Je weniger man uns braucht, desto besser. Wir müssen als erfolgreiche Unternehmer eben keine Beratertage verkaufen, um zu überleben :-)

Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Da sind wir in der glücklichen Situation, dass man uns über Google ziemlich gut findet, natürlich unter Unternehmercoach auf Platz 1, aber auch unter “Unternehmer” oder “Coaching” auf der ersten Ergebnisseite. Für die, die es schneller wollen, gehts auch direkt über http://www.unternehmercoach.com.

Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Denselben, wie jemand, der schwimmen lernen will: Such Dir jemand, der schwimmen kann – nicht jemand, der theoretisch weiß, wie es gehen müsste. Ein Gründungswilliger sollte sich also einen erfahrenen Unternehmer suchen – das erspart Jahre an oft schmerzvollen und immer teuren Erfahrungen. Einen solchen Unternehmer zu finden ist oft gar nicht so schwer – ich würde bei den besten anfangen, also solchen, die irgendwann mal einen Preis gewonnen haben. So verrückt es klingt, aber dort ruft normalerweise fast niemand an. Das muss man sich mal vorstellen: Da wird jemand zum Beispiel “Deutschlands Kundenchampion” und er wird von niemand angerufen, der wissen will, wie das ging! Dabei wollen viele – nicht alle – Unternehmer gerne ihre Erfahrungen weiter geben.

Können Sie ein Buch (außer Ihrem eigenen natürlich) oder eine Website empfehlen?

Also die besten Bücher für Gründer sind meiner Meinung nach die Bücher von Günter Faltin: Kopf schlägt Kapital [Anm. Rezension], von Kerstin Friedrich: Das große 1 x 1 der Erfolgsstrategie [Anm. Rezension] und von Michael Gerber: Das Geheimnis erfolgreicher Unternehmen.

Daneben habe ich auf meiner Website mittlerweile rund 350 Besprechungen von Büchern für Unternehmer aus Unternehmerperspektive und in meinem Newsletter kommen auch jedes Mal 5 bis 10 Buchbesprechungen.

Vielen Dank für das Interview.

[Anm. Rezension des Buches Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer. Wie Sie und Ihr Unternehmen neue Dynamik gewinnen von Stefan Merath]

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?

Ich denke Entrepreneurship ist vor allem eine Lebenseinstellung und die Freude daran etwas Neues zu entwickeln, aufzubauen und dies aus eigener Kraft „zum wachsen“ zu bringen.

Wie sind Sie persönlich zum Entrepreneurship gekommen?

Mein Studium zum TV-Produzenten war schon sehr auf Selbständigkeit ausgerichtet. Wir konnten schon über erste Industrieprojekte in Eigenregie das Unternehmertum kennenlernen. Schritt für Schritte entwickelte sich dann aus entsprechenden Kontakten, vielseitiger persönlicher Motivation und der Freude daran Themen wirtschaftlich aufzubauen der konsequente Schritt hin zum Entrepreneurship.

Was macht 5thDime eigentlich?


Wir produzieren 3D Audio in allen relevanten Formaten. Für zukunftsweisendes und faszinierendes Audio- und Musikerleben in Multimedia-, Live- und Home-Entertainment.

Wie ist Eure Erfahrung mit media.net:catapult – dem Mentorenprogramm von media.net berlinbrandenburg e.V.?

Sehr sehr positiv kann ich nun rückblickend sagen. Gerade der intensive persönliche Austausch mit den anderen Gründern und die vertrauten und informativen Gesprächen untereinander hat das medial.net:catapult bereichernd für alle Beteiligten gemacht.

Was waren die größten Überraschungen während des Gründens und in der ersten Zeit?

Ich denke für jeden Gründer ist es spannend zu erleben, wie sich die entwickelte Idee und das dazu geformte Geschäftsmodell ab dem Marktstart bewährt. Da erlebt man doch immer wieder vielfältigste Überraschungen. Gerade bei „5thDime“, das auf verschiedene Geschäftsmodelle setzt, ist es zum Teil überraschend zu sehen welche Modelle sich besser durchsetzen und welche gegebenenfalls noch mehr Anlauf brauchen. Dabei kommt es auch vor, dass die Entwicklungen im Vorfeld persönlich ganz anders eingeschätzt wurden.

Wie macht sich Berlin als Gründungsort?

Berlin etabliert sich in den letzten Jahren weltweit immer mehr im kreativen Wirtschaftssektor. Dahingehend haben sich auch die Wirtschaftstrukturen sehr positiv angepasst. Für „Start-Up“ Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten Coachings und Beratungen in Anspruch zu nehmen oder an diversen Ausschreibungen und Wettbewerben teilzunehmen, die auch Finanzierungshilfe sein können. Grundsätzlich bietet die Stadt viele Anlaufstellen und Potentiale das Gründen zu vereinfachen und Gründern auf die Beine zu helfen.

Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Unsere offizielle Website: http://www.5thDime.com bietet alle Informationen zum Unternehmen. Weiter führende Informationen zu Produkten und persönlicher Kontakt ist darüber hinaus auch auf Plattformen wie Xing, LinkedIn, Youtube, Facebook und MySpace zu finden.

Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?

Meine bisherigen Erfahrungen habe mir gezeigt, dass die persönliche Überzeugung von dem was man macht und der Wille dies auch umzusetzen der beste Antrieb ist und einen auch in schwierigen Situationen den richtigen Weg weißt. Weiterhin steht vor der Idee und deren erfolgreichen Umsetzung auch immer ein Team und dies bewusst und gewählt zu formen kann über Erfolg und Misserfolg ebenso entscheiden.

Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?

Ich lese ab und an Einträge auf Gründer-Plattformen wie gruenderszene.de oder deutsche-startups.de. www.venturetv.de hat ebenfalls ganz informative Video-Beiträge zu bieten.

Vielen Dank für das Interview.